Likes & Dislikes (POSITION #03/16)

veröffentlicht am: 10 Jun, 2016

Sturm und Drang

Disarstar meldet sich mit einer Free EP zurück, die schafft, was bisher kaum ein politischer Rapper geschafft hat: Klassenkämpferischer Rap der nicht abschreckt, sondern Lust auf mehr macht. Fette Beats die ins Ohr gehen und darauf eine junge dynamische Stimme die mit Nachdruck eine Message vermitteln möchte. „Ey, ich steh’ für das, was ich sag, bis das Flüchtlingsboot im Yachthafen parkt“. Dabei nimmt sich Disarstar zur Aufgabe, klare Fakten gegen flache Hetze zu stellen, um so Flüchtlingshetzer, Kriegstreiber und Sexisten gekonnt auseinander zu nehmen. In gewisser Weise rechtfertigt er seinen politischen Rap aber auch und will für die Notwendigkeit werben, etwas gegen die bestehenden Zustände zu sagen und zu tun. Dabei wechseln sich kämpferische Texte mit emotionaleren ab, die immer mit guter Technik abgeliefert werden.Die Beats scheinen für die Tracks maßgeschneidert zu sein. Das Highlight auf der EP ist sicherlich der Track „Kein Glück“. In diesem Track zeigt Disarstar klar und leicht verständlich auf, wie beschissen die bestehenden Verhältnisse für die Arbeiterklasse sind: „Gewinner und Verlierer, Verhältnis zehn zu tausend, Vollzeitarbeit reicht für das, was wir zum Leben brauchen, was dein Chef hat, kannst du dir eh nicht kaufen“ Es darf geträumt und gekämpft werden: Hört auf jeden Fall mal rein. „…stell dir vor die Unternehmen würden den Arbeitern gehören. Und jeder wird bekommen was er braucht, kein Glück, aber ’ne echte Chance darauf“

Jens, Nürnberg

 

 

Trumbo – Ein Kämpfer für die Arbeiterklasse

Wir schreiben die 50er Jahre in den USA. Der Kalte Krieg ist im vollen Gange und in den USA ist der rechte Senator McCarthy Vorreiter einer beispiellosen Hexenjagd gegen echte und vermeintliche Kommunisten. Ins Visier gerät auch der geniale Drehbuchautor Dalton Trumbo. Als überzeugter Antifaschist und Kämpfer für die Sache der Arbeiterklasse, war er 1943 der Kommunistischen Partei der USA beigetreten. Dafür setzt der Staat ihn jetzt auf eine „Schwarze Liste“, er darf seinen Beruf nicht mehr ausüben. Gemeinsam mit anderen fortschrittlichen Künstlern setzt er sich zur Wehr und landet dafür im Gefängnis. Danach hält er sich jahrelang mit Auftragsarbeiten unter falschem Namen über Wasser. Doch dann soll er ein Drehbuch über einen römischen Sklaven schreiben, der in die Geschichte einging – so entsteht der berühmte Film „Spartacus“.
Trotz mancher etwas zu flach geratener Charaktere ist mit „Trumbo“ vor allem dank der überragenden Leistung von „Breaking Bad“-Star Bryan Cranston eine sehr gute gesellschaftskritische Filmbiografie gelungen.

Thanasis, Tübingen

 

 

Wie sicher ist die Whatsapp-Verschlüsselung?
Viele von euch erinnern sich vielleicht noch an den Moment, in dem ihr wie gewohnt euren Freundinnen schreiben wolltet und plötzlich das grüne Fenster in eurem Chatfenster aufleuchtete, das euch mitteilte, dass die Kommunikation über Whatsapp von nun an verschlüsselt sei. Und tatsächlich: Seit einiger Zeit verschlüsselt der Messenger Gespräche mittels Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das genutzte System basiert auf der selben Technik, die auch die – von Experten gelobte und vom Whistleblower Edward Snowden empfohlene – App „Signal“ nutzt. Die Verschlüsselung arbeitet mit öffentlichen und privaten Schlüsseln. Die sollen es ermöglichen , dass nur die jeweiligen Gesprächspartner die Nachrichten ihres Gegenübers entschlüsseln können. Test einiger IT-Magazine beweisen: Eine Whatsapp-Kommunikation ist nicht mehr so einfach, beispielsweise durch das einklinken in ein W-Lan-Netzwerk, mitzulesen wie früher. Das Problem ist jedoch, dass die gesamte App als Tochterunternehmen von Facebook betrieben wird und der Quellcode nicht öffentlich zugänglich ist. Damit ist es für die Nutzer unmöglich zu überprüfen, ob in der genutzten App eventuelle Sicherheitslücken oder Verschlüsselungsfehler vorhanden sind. Zudem ist es dem Unternehmen und etwaigen Angreiferinnen möglich die Metadaten einer Kommunikation auszulesen. Diese verraten wer wann mit wem in Kontakt steht. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Betreiber von Whatsapp diese Daten gewinnbringend weitervermarkten, da die App von über eine Milliarde Nutzern verwendet wird und seit Neuestem wieder kostenlos ist. Dabei unterwirft man sich der Willkür des Facebook-Unternehmens. Digitale Kommunikation ist, egal wie man sie aufzieht, nie völlig sicher.

Max, Gießen

Dieser Artikel erschien in
POSITION #3/2016
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