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	<title>Ausgabe 4/2020 Archive - SDAJ</title>
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	<description>Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend</description>
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	<title>Ausgabe 4/2020 Archive - SDAJ</title>
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		<title>Working Whistleblowers</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2020 14:00:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Meine letzten zwei Monate habe ich beruflich beim Stadtstrand Düsseldorf verbracht. Diese Fast-Drink-Kette, bei der man entspannt seine Zeit am Rhein verbringen kann, ist eine arbeitsrechtliche Katastrophe. Es gab viele Minusstunden bei Teil- und Vollzeitkräften, aber Überstunden bei 450€-Kräften. Von nicht eingehaltenen Pausen zu wetterabhängigem Lohn über ätzenden Reiniger ohne Schutzausrüstung ist alles dabei gewesen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2020/12/08/working-whistleblowers-2/">Working Whistleblowers</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Meine letzten zwei Monate habe ich beruflich beim Stadtstrand Düsseldorf verbracht. Diese Fast-Drink-Kette, bei der man entspannt seine Zeit am Rhein verbringen kann, ist eine arbeitsrechtliche Katastrophe. Es gab viele Minusstunden bei Teil- und Vollzeitkräften, aber Überstunden bei 450€-Kräften. Von nicht eingehaltenen Pausen zu wetterabhängigem Lohn über ätzenden Reiniger ohne Schutzausrüstung ist alles dabei gewesen und je länger ich da gearbeitet habe, desto mehr ist aufgefallen, was alles schiefläuft. Am schlimmsten war für das Team, dass unser Trinkgeld gestohlen wurde, wenn die Kasse im Minus war. Gab es mal ein Plus, ging das natürlich direkt in die Tasche des Chefs.</p>
<p>Keine zwei Wochen später hatte ich die Nase voll und das Glück, dass einige KollegInnen ebenfalls frustriert waren. Der Plan war einfach: Bewusstsein für die Probleme schaffen, organisieren, mit der Gewerkschaft vernetzen und dann die Arbeitsbedingungen der gesetzlichen Grundlage anpassen. Uns war direkt klar, dass wir nur geringe Erfolgschancen haben, aber wir wollten uns das alles auch nicht kampflos bieten lassen. Da die Belegschaft wegen des Trinkgeldes sowieso genervt war, konnten wir schnell organisieren. Es war nicht verwunderlich zu sehen, wie groß die Angst und somit wie klein der Wille war, etwas zu verbessern. &#8222;Ja, wir werden ausgebeutet, aber damit komme ich klar.&#8220;</p>
<p><strong>Jede Menge Gegenwind</strong></p>
<p>Die gewerkschaftliche Einschätzung sah nicht rosiger aus. Ein Betriebsrat ist in einem saisonalen Unternehmen, wo fast nur StudentInnen arbeiten, kaum möglich. Wir haben uns für einen offenen Brief an die Geschäftsführung entschieden und alle interessierten MitarbeiterInnen in eine Gruppe gesteckt. Das hat sich natürlich schnell rumgesprochen und der Aufruhr war groß. Durch die junge, eher unpolitische Belegschaft waren auch unsere Planungstreffen unstrukturiert und emotional überladen. Dass unser Chef von unserem Vorhaben Wind bekommen hatte, spürte ich auch am eigenen Leib. Er versuchte es auf die Mitleids-Tour. Es würde ihm alles schrecklich leid tun, wenn wir Minusstunden hätten oder weniger Trinkgeld, aber es sei nun nicht zu ändern. Er nehme im Winter sogar Obdachlose auf. Ohne Klassenbewusstsein wäre ich vielleicht auch darauf reingefallen.</p>
<p>Genau als unser Brief fertig formuliert war, kam dann die fristgerechte Massenkündigung. Die Saison wurde mal eben um zwei Wochen gekürzt, weil das Wetter angeblich schlecht sei.  Während dieses Höhepunktes ist unser betriebsinterner Kampf zusammengebrochen, weil innerhalb der Gruppe mit den KollegInnen Spitzel entdeckt wurden, die den Chef die ganze Zeit über unser Vorgehen informiert hatten. ArbeiterInnen, die genau wie wir über den Tisch gezogen wurden, sich beschwert haben und trotzdem am Ende den Chef unterstützten. Wir lassen das nicht mit uns machen! Der Kampf geht weiter und es bleibt spannend.</p>
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		<title>Dialektik der Natur- kein Stillstand, nur Bewegung</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2020/12/08/dialektik-der-natur-kein-stillstand-nur-bewegung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2020 10:13:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 4/2020]]></category>
		<category><![CDATA[Marxistische Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Kampf um Personal am Krankenhaus oder gegen zu viele Hausaufgaben an der Schule drängt sich die Beschäftigung mit Dialektik nicht unbedingt auf. Und selbst wenn man sie als wertvolles Werkzeug im Kampf für ein anderes Gesellschaftssystem begreift, ist nicht unbedingt klar, warum sie auch in den Naturwissenschaften brauchbar sein sollte. Genau in diese Kerbe [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Kampf um Personal am Krankenhaus oder gegen zu viele Hausaufgaben an der Schule drängt sich die Beschäftigung mit Dialektik nicht unbedingt auf. Und selbst wenn man sie als wertvolles Werkzeug im Kampf für ein anderes Gesellschaftssystem begreift, ist nicht unbedingt klar, warum sie auch in den Naturwissenschaften brauchbar sein sollte. Genau in diese Kerbe haben Marxismus-Kritiker oft genug geschlagen, indem sie die Dialektik entweder auf ihre Funktion als nützliche Denkmethode reduzieren, ohne dialektische Strukturen in der Welt anzuerkennen, oder ihren Geltungsbereich auf die Gesellschaft zu beschränken.</p>
<h5><b>Dialektik außerhalb des Kopfes</b></h5>
<p>In der Naturwissenschaft gibt es genügend Beispiele, die zeigen, wie man mithilfe der Dialektik zu einem besseren Verständnis der Welt kommt. Das beginnt bereits dann, wenn wir die die Bewegung von Planeten um die Sonne mit dem Gegensatz von Attraktion und Repulsion erklären, also Anziehung und Abstoßung. Im Werk „Dialektik der Natur“ deutet Engels zudem bereits viele Theorien an, die erst später von den Naturwissenschaften entwickelt werden sollten: Beispielsweise erläutert er lange vor Einsteins Relativitätstheorie, dass Materie und Bewegung untrennbar miteinander verbunden sind. Die Formel E = mc², in der sich dieser Zusammenhang ausdrückt, ist heute so bekannt, dass sie sich auf T-Shirts und Tassen wiederfindet.</p>
<p><strong>Dialektisch denken heißt die Welt in ihrem Werden zu begreifen.</strong> Das bedeutet, ihre Widersprüche zu analysieren und diese als Motor der Entwicklung zu verstehen. Für Marx und Engels war die Dialektik auch – aber eben nicht nur – eine Erkenntnismethode, gerade weil sie die Welt selbst für dialektisch strukturiert hielten. Erfassen können wir diese Strukturen, weil auch wir in dieser Welt entstanden und damit Teil von ihr sind.</p>
<h5><b>Bewegung ohne Gesetze?</b></h5>
<p>Einige Kritiker hingegen betrachten die Dialektik als etwas vom Menschen Hervorgebrachtes, das nicht in der Natur gelte. Das behaupten beispielsweise die Vertreter der sogenannten Frankfurter Schule wie Adorno oder Horkheimer. So lösen sie den Menschen aus seinen natürlichen Grundlagen, überhöhen das Subjekt und machen die Natur zu etwas letztlich Unbegreiflichen. Damit greifen sie zwei Grundannahmen des Marxismus an: die der Welt als Einheit und die des Menschen als Naturwesen.</p>
<p>Für Marx und Engels ist der Mensch nicht nur ein gesellschaftliches, sondern auch ein natürliches Wesen. Engels Version des Marxschen Entwicklungsgesetzes der menschlichen Geschichte, nämlich „dass die Menschen vor allen Dingen zuerst essen, trinken, wohnen und sich kleiden müssen, ehe sie Politik, Wissenschaft, Kunst, Religion usw. treiben können“, zeigt, wie eng gesellschaftliche Entwicklung mit den natürlichen Grundlagen zusammenhängt.</p>
<p>Mit der „Dialektik der Natur“ wollte Engels zeigen, inwiefern in Natur und Gesellschaft die gleichen dialektischen Gesetze gelten und es ist sein Verdienst, hier wichtige Grundlagen erarbeitet zu haben. Wer diese Idee hingegen angreift, spricht uns die Möglichkeit zur Welterkenntnis ab und damit letztlich auch die Fähigkeit, sie zu verändern.</p>
<p>Lena Kreymann</p>
<p>Dieser Artikel erschien in der aktuellen Position, dem Magazin der SDAJ.</p>
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		<title>Lass mal übers Ficken reden: FKK</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2020/12/04/lass-mal-uebers-ficken-reden-fkk/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2020 09:52:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>FKK &#8211; die Gesellschaft macht den Unterschied Warum darf man an der Ostsee nacktbaden und an der Isar nicht? Die deutschen Ostseegebiete gehörten zur ehemaligen DDR. In der DDR wurde der Freikörperkultur (FKK) ein ganz anderer Platz innerhalb der Gesellschaft zugewiesen. Nacktheit wurde hier offen ausgelebt und toleriert. In einer sozialistischen Gesellschaft geht es nämlich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5><b>FKK &#8211; die Gesellschaft macht den Unterschied</b></h5>
<p>Warum darf man an der Ostsee nacktbaden und an der Isar nicht? Die deutschen Ostseegebiete gehörten zur ehemaligen DDR. In der DDR wurde der Freikörperkultur (FKK) ein ganz anderer Platz innerhalb der Gesellschaft zugewiesen. Nacktheit wurde hier offen ausgelebt und toleriert. In einer sozialistischen Gesellschaft geht es nämlich nicht nur darum wie man unsere Körper am besten verwerten kann. Heutzutage wird Nacktheit vielfach kriminalisiert und verboten. Warum ist das so?</p>
<p>In der DDR gehörte das Ausleben der Freikörperkultur zur Gesellschaft dazu. Es war normal, dass sich im Sommer an vielen Stellen im ganzen Land nackt gebadet und gesonnt wurde.</p>
<p>Schon während der 1930er wurde vom Pädagogen Adolf Koch Sportschulen Akademien gegründet an denen zu Klaviermusik nackte Gymnastikeinheiten angeboten wurden für die Arbeiterklasse, Adolf Koch wusste als überzeugter Sozialdemokrat wie wichtig es für die Arbeiterklasse ist, sich zusätzlich zu den eintönigen Bewegungsabläufen innerhalb der Fabriken hier in der Gymnastikschule vielseitig zu bewegen und das eigene Körperbewusstsein zu stärken. Es entstand in den 1930er Jahren eine große Adolf-koch Nacktsportbewegung in Berlin.</p>
<p>Nach der Machtübergabe an die Faschisten wurden der Verein und seine Aktivitäten verboten. Auch heutzutage geht es der FKK- Sportbewegung darum, das Nacktsein zu entsexualisieren und ein positives Körperbild zu fördern</p>
<p>Uns KommunistInnen geht es um eine ganzheitliche Bildung von Körper und Bewusstsein. Deswegen ist die Schulung des eigenen Körperbewusstseins elementarer Bestandteil unseres zukünftigen Volksbildungsauftrags.</p>
<p>Im Kapitalismus steht die schlichte Verwertung unserer Körper im Vordergrund. Wenn wir nicht selbst darauf achten unseren Körper vielseitig zu bewegen, entwickelt er sich einseitig. Wenn Fabrikarbeiter nach ein paar Jahrzehnten eintöniger Bewegung körperliche Beschwerden haben und ihre Körper am Ende sind durch jahrzehntelange eintönige Bewegungsabläufe, interessiert das die herrschende Klasse nicht.</p>
<p>Besonders für Frauen kann eine offen und respektvoll ausgelebte FKK-Kultur dafür sorgen, dass das eigene Körperbewusstsein bestärkt und positiv beeinflusst wird. In der Werbung und in Anzeigen wird besonders Frauen ein Körperbild vermittelt, welches oftmals unrealistisch ist.</p>
<p>In Berlin gibt es unter anderem seit einigen Jahren die „Nacktbar“. Das ist eine nackte Partyreihe, in der es auch darum geht Nacktsein und alles, was damit zusammenhängt zu entsexualisieren und sich einfach wohl zu fühlen im eigenen Körper beim Nackttanzen.</p>
<p>Den eigenen Körper erfahren und ein gutes Körperbewusstsein werden durch Nacktsportangebote positiv beeinflusst. Wichtig ist der gesellschaftliche Rahmen. Im Kapitalismus ist es derzeit nur möglich FKK offen in geschützten Räumen auszuleben.</p>
<p>Ilka, Berlin</p>
<p>Die Kategorie &#8222;Lass mal übers Ficken reden!&#8220; ist fester Bestandteil der Position, dem Magazin der SDAJ.</p>
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		<title>Neoliberale Offensive in Indien</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2020/12/02/neoliberale-offensive-in-indien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2020 10:02:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 4/2020]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit mehr als 6,4 Millionen Covid-19 Fällen liegt Indien inzwischen auf Platz 2 der Länder mit den meisten Infektionen. Die zur Eindämmung der Pandemie verhängten Regeln und Sperren brachten die Wirtschaft zum Stillstand. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in den vergangen Monaten bereits um 24% geschrumpft und die Wirtschaft ist einem massiven Nachfragerückgang ausgesetzt, die Arbeitslosigkeit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit mehr als 6,4 Millionen Covid-19 Fällen liegt Indien inzwischen auf Platz 2 der Länder mit den meisten Infektionen. Die zur Eindämmung der Pandemie verhängten Regeln und Sperren brachten die Wirtschaft zum Stillstand. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in den vergangen Monaten bereits um 24% geschrumpft und die Wirtschaft ist einem massiven Nachfragerückgang ausgesetzt, die Arbeitslosigkeit steigt. Besonders Arbeitsmigranten und Leiharbeiter sind davon betroffen. Die bereits chaotische Situation wird von der herrschenden Klasse nun ausgenutzt, um die Rechte der Arbeiter weiter zu zerschlagen und von ihrem Unvermögen, der Krise entgegenzutreten, abzulenken.</p>
<h5><b>Arbeitsgesetze sollen Ausbeutung intensivieren </b></h5>
<p>Unter dem Vorwand, Investitionen zu stimulieren, wurden in vielen Bundesstaaten viele Arbeiterrechte beschnitten oder ausgesetzt. So wurden im fast 200 Millionen Einwohner zählenden Uttar Pradesh, das von dem hindu-nationalistischen Yogi Adityanath regiert wird, Grundrechte wie das Recht auf Streik und die zeitgerechte Entlohnung für drei Jahre auf Eis gelegt. Insgesamt geht es um 44 Arbeitsrechte in vier „Codes“. Betroffen sind davon Rechte zur Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Arbeitsbedingungen.Arbeiterrechtler kritisierten diese Reform als „absolut schockierend“, Uttar Pradeshs Regierung drehe die Uhren um mehr als 100 Jahre zurück. Betriebe mit bis zu 300 Arbeitern können nun Belegschaft entlassen ohne Angabe von Gründen.Diese Gesetze blieben natürlich nicht unbeantwortet, doch Gewerkschaften wie der CITU (Central Indian Trade Union) haben es im Corona-Indien momentan schwer.</p>
<h5><b>Neues Landwirtschaftsgesetz </b></h5>
<p>Neben dem Industriesektor gibt es auch in der Landwirtschaft Proteste. Tausende Farmer versammelten sich in den letzten Wochen in Indien, um gegen die neuen Agrargesetze von Narendra Modi &#8211; dem amtierenden Premierminister Indiens &#8211; zu protestieren. Die Reformen sollen die Regeln für den Verkauf, die Preisgestaltung und die Lagerung landwirtschaftlicher Erzeugnisse lockern &#8211; Regeln, die die indischen Landwirte seit Jahrzehnten vor dem freien Markt schützen. Bis jetzt duften Bauern ihre Produkte nur an semi-staatliche Großhandelsmärkte (Mandi’s) verkaufen, was ihnen einheitliche Preise garantierte und von diesen Lebensmittel für die ärmere Bevölkerung subventioniert wurden. Nur von den Großhandelsmärkten konnten Supermärkte und private Händler ihre Produkte erwerben. Mit der neuen Gesetzgebung dürfen Bauern ihre Produkte jetzt ebenfalls an private Händler direkt verkaufen. Es ist zu befürchten, dass diese dann den Markt monopolisieren und wichtige Waren für zukünftige Verkäufe horten. Dies konnten früher nur von der Regierung autorisierte Vertreter tun. Wenn nun aber große Konzerne wie z.B. Reliance Fresh der mächtigen Industriellenfamilie Ambani selbst große Mengen einkaufen und lagern dürfen, so verschlechtert es die Position der Kleinbauern und verringert deren ohnehin schon kaum ausreichenden Einkommen. Bauern und Oppositionsparteien protestierten gegen den Gesetzentwurf. Der Streit führte zur Suspendierung von acht Oppositionsmitgliedern im Parlament, die bis Montagabend ein Sit- In vor dem Parlament veranstalteten – ein Affront gegen das bürgerlich-demokratische Selbstverständnis der „größten Demokratie der Welt“. Am 25. September veranstalteten Landwirte im ganzen Land massive Proteste, die von mehreren landwirtschaftlichen Einrichtungen unterstützt wurden. In vielen Bundesländern fanden Proteste statt, darunter protestierten alleine in Maharashtra über 50.000 Bauern. Autobahnen und Eisenbahnen waren vielerorts blockiert. Doch ohne Erfolg, denn drei umstrittenen Gesetzesvorlagen stimmten trotz der massiven Unruhen der Bauern im Land das Parlament zu.</p>
<h5><b>Die Antwort aus Kerala</b></h5>
<p>Die Reaktion des Bundesstaates Kerala’s dagegen war die Veröffentlichung eines alternativen Systems. Das Ziel ist, die Privatisierung der Landwirtschaft mit Genossenschaften zu bekämpfen. Der Staat möchte die kollektive Landwirtschaft fördern, die von verschiedenen Genossenschaften und Gemeinschaftskollektiven bereits betrieben wird. Diese basieren auf sozialem Eigentum an Produktionsmitteln und kollektiver Arbeit. Kerala kann erfolgreiche Modelle von Genossenschaften aufzeigen. Ein Beispiel dafür ist die Brahmagiri Development Society (BDS), in der mehr als 13.500 Familien Mitglied sind.</p>
<h5><b>Privatisierungen auch im Bildungswesen</b></h5>
<p>Die neoliberale Agenda der Modi-Regierung macht auch vor dem Bildungswesen nicht halt. Schon im Frühjahr dieses Jahres wurde eine neue Bildungspolitik verabschiedet, die unter dem Deckmantel der „Modernisierung“ und wohlklingenden Versprechungen wie z.B. 4-6 % des BIP für die Bildung bis 2030 oder 50% Einschreibungen eines Jahrgangs für eine weiterführende Ausbildung oder Studium nach der Schule, verbergen sich die Absicht das staatliche Bildungssystem, vor allem im Hochschulsektor zu privatisieren. Wenn von „finanzieller Autonomie“ der Bildungsinstitutionen gesprochen wird, so ist gemeint, dass diese sich durch Drittmittel oder höhere Studiengebühren selbst finanzieren müssen. Das ist eine Katastrophe für angehende Studierende aus unterdrückten Kasten oder armen Familien – war es vorher schon schwierig einen Studienplatz gegen hunderte Mitbewerber zu ergattern so kommen nun mit dem Auslaufen der kostenlosen staatlichen Stipendien und wegfallenden Quoten für „benachteiligte“ Klassen weitere Hürden hinzu. Mayukh Biswas, der Generalsekretär der Student’s Federation of India (SFI), kritisierte die neue Richtlinie als undemokratisch, die sozialen Widersprüche vertiefend und die unabhängige Forschung unterminierend.Auch der renommierte marxistische Professor Prabhat Patnaik und die Jawarharlal Nehru University Student‘s Union (JNUSU) bezeichneten die Reform als einen reaktionären, großen Schritt zurück.</p>
<h5><b>Was bleibt der ist Kampf </b></h5>
<p>Trotz der zahlreichen neoliberalen und reaktionären Vorstöße der Modi-Regierung, reißen die Proteste nicht ab. In diesen Wochen finden in allen Teilen des Landes Kundgebungen und Demonstrationen gegen kasten-basierte Gewalt statt. Auch einige Bundesstaaten wie beispielsweise Kerala, zeigen, dass es besser gehen kann. Der Kampf ist noch lange nicht verloren!</p>
<p>Selma, Leipzig und Max, Freiburg</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2020/12/02/neoliberale-offensive-in-indien/">Neoliberale Offensive in Indien</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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		<title>Falscher Frieden &#8211; Zu den jüngsten Entwicklungen in Nahost</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2020/11/29/falscher-frieden-zu-den-juengsten-entwicklungen-in-nahost/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2020 09:34:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im September unterzeichneten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Bahrain und Israel im Weißen Haus eine Reihe an Abkommen, die neben der Normalisierung diplomatischer Beziehungen auch neue Möglichkeiten zur politischen und wirtschaftlichen Kooperation schaffen. Die US-Regierung – unter deren Vermittlung besagte Deals zustande kamen – feiert sich selbst als großer Friedensstifter. Dabei bestätigt die so öffentlich [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2020/11/29/falscher-frieden-zu-den-juengsten-entwicklungen-in-nahost/">Falscher Frieden &#8211; Zu den jüngsten Entwicklungen in Nahost</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im September unterzeichneten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Bahrain und Israel im Weißen Haus eine Reihe an Abkommen, die neben der Normalisierung diplomatischer Beziehungen auch neue Möglichkeiten zur politischen und wirtschaftlichen Kooperation schaffen. Die US-Regierung – unter deren Vermittlung besagte Deals zustande kamen – feiert sich selbst als großer Friedensstifter. Dabei bestätigt die so öffentlich zur Schau getragene Übereinkunft letztlich nur eine bereits bestehende politische Realität.</p>
<h5><b>Gemeinsam gegen den Iran</b></h5>
<p>Nachdem Jordanien und Ägypten schon seit langem offizielle Kontakte zu Israel unterhalten, bemüht sich seit einiger Zeit eine ganze Reihe anderer arabischer Staaten ebenfalls darum, die Beziehungen zum einst isolierten Nachbarn auszubauen. Angeführt wird dieses Sammelsurium aus reaktionären Golfmonarchien, schrillen Militärdiktatoren und pragmatischen Islamisten von Saudi-Arabien und in Teilen auch den VAE. All diesen Staaten ist gemein, dass ihnen sowohl revolutionäre Unruhen, türkische Großmachtbestrebungen sowie der iranische Einfluss in der Region zuwider sind. Im letzteren Fall gibt es eine tieferliegende Überschneidung von Interessen mit Israel und den USA. Seit Jahren zielen daher beide Seiten darauf ab, Möglichkeiten für eine Allianz zu schaffen, um gezielt gegen den Iran vorgehen zu können. Die öffentlich als Friedensinitiative inszenierten diplomatischen Akte sind kein Frieden zwischen den Völkern, sondern eine Verständigung zwischen den Herrschenden, um sich auf neue Kriege vorzubereiten. <strong>Die großen Verlierer in diesem Zusammenhang sind erneut die PalästinenserInnen.</strong> Nicht nur waren sie in keinster Weise politisch in den Prozess eingebunden, auch konkrete Lösungsansätze oder Perspektiven, die auf die Gleichstellung in Israel oder auf das Ende der Besatzung und die Aussicht auf einen eigenen Staat abzielen, sucht man vergeblich in den jüngst beschlossenen Vereinbarungen. Stattdessen steht immer noch der vergangenen Sommer durch die Trump-Regierung vorgelegte &#8222;Friedensplan&#8220; im Raum, der jedoch in seiner Gänze einer bedingungslosen Kapitulation gleichkommt und nicht im Ansatz das Recht auf wirkliche Selbstbestimmung beinhaltet.</p>
<h5><b>Legitimation der israelischen Besatzung</b></h5>
<p>Indirekt wird mithilfe der getroffenen Abkommen die israelische Politik gegenüber den PalästinenserInnen gestärkt. Während Israel früher noch internationalen Druck und sogar Kritik aus den Reihen der eigenen Verbündeten fürchten musste, steht der Staat aktuell diplomatisch so gut da wie wahrscheinlich noch nie. Rechte Hardliner in Israel sehen sich vor dem Hintergrund außenpolitischer Erfolge umso mehr bestätigt, weitere Annexionen voranzutreiben und die Besatzung bis hin zu großangelegten Vertreibungen zu verschärfen. Ein Frieden im Sinne der Zweistaatenlösung scheint damit auf längere Sicht unmöglich.</p>
<p>In der Vergangenheit nutzten arabische Regime die PalästinenserInnen noch gerne als außenpolitisches Druckmittel oder um von innenpolitischen Problemen abzulenken. Echte Hilfe oder Unterstützung gab es historisch gesehen jedenfalls kaum. Heute taugen sie den Herrschenden der Region nicht mal mehr zur Instrumentalisierung. Es wurde abermals deutlich, dass die Befreiung von der Besatzung und die Erlangung politischer Souveränität nur das eigene Werk sein kann und auf arabische Reaktionäre dabei kein Verlass ist. Diese Einsicht spürt man derzeit auch auf den Straßen im Westjordanland und überall dort, wo aktuell Tausende PalästinenserInnen gegen eben jene Abkommen lautstark protestieren.</p>
<p>Leo, München</p>
<p>Dieser Artikel erschien in der aktuellen Position, dem Magazin der SDAJ.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2020/11/29/falscher-frieden-zu-den-juengsten-entwicklungen-in-nahost/">Falscher Frieden &#8211; Zu den jüngsten Entwicklungen in Nahost</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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		<title>Friedrich Engels und der Marxismus &#8211; Wer war dieser Mann?</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2020/11/28/friedrich-engels-und-der-marxismus-wer-war-dieser-mann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2020 09:23:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Friedrich Engels, am 28. November 1820 in Barmen geboren, sollte die Firma seines Vaters (Baumwollverarbeitung) weiterführen. Während einer Kaufmannslehre in Bremen löste er sich vom heimischen orthodoxen Christentum (konkret dem Pietismus) und öffnete sich radikaldemokratischen Positionen. Danach leistete er Wehrdienst in Berlin und entdeckte sein lebenslanges Interesse an militärischen Fragen. Gleichzeitig besuchte er als Gasthörer [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="western"><a name="_Hlk51408865"></a> <span style="font-family: Times New Roman, serif"><span style="font-size: medium">Friedrich Engels, am 28. November 1820 in Barmen geboren, sollte die Firma seines Vaters (Baumwollverarbeitung) weiterführen. Während einer Kaufmannslehre in Bremen löste er sich vom heimischen orthodoxen Christentum (konkret dem Pietismus) und öffnete sich radikaldemokratischen Positionen. Danach leistete er Wehrdienst in Berlin und entdeckte sein lebenslanges Interesse an militärischen Fragen. Gleichzeitig besuchte er als Gasthörer die Universität und wurde zum Anhänger der Philosophie des 1831 verstorbenen Georg Wilhelm Friedrich Hegel. 1842-1844 lebte Engels in Manchester, wo er seine kaufmännische Laufbahn fortsetzen sollte. <strong>Er stieß auf das Elend des englischen Proletariats und kam in Fühlung mit den utopischen Kommunisten um Robert Owen sowie einer Arbeiter-Massenbewegung, dem Chartismus, der für die Senkung der täglichen Arbeitszeit auf zehn Stunden und das allgemeine Wahlrecht eintrat.</strong> Zugleich studierte er die Klassiker der britischen Nationalökonomie. Ein Ergebnis seiner Lektüren und Erfahrungen war das 1845 erschienene Buch „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“. Dort kam er zu dem Schluss, dass eine Revolution unvermeidlich sein werde, wenn nicht bald Reformen einträten. In einem Aufsatz „Umrisse zu einer Kritik der Nationalökonomie“ (1844) wandte er die Hegelsche Dialektik auf die Wirtschaft an: zügellose Konkurrenz schlage ins Monopol um, dieser Prozess führe zu neuen Widersprüchen. Dieser Artikel erschien 1844 in den von Karl Marx mitherausgegebenen „Deutsch-Französischen Jahrbüchern“.</span></span></p>
<p class="western"><span style="font-family: Times New Roman, serif"><span style="font-size: medium">Umgekehrt fand er dort u.a. den Aufsatz „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung“ von Marx. </span></span></p>
<h5 class="western"><strong><span style="font-family: Times New Roman, serif"><span style="font-size: medium">Die gemeinsame Arbeit mit Marx</span></span></strong></h5>
<p class="western"><span style="font-family: Times New Roman, serif"><span style="font-size: medium">Damit berührten sich zwei Denkbewegungen: Marx begründete die Notwendigkeit einer alle Herrschaft beendenden Revolution und machte als deren Subjekt das Proletariat aus. Dieses war damals aber für ihn nur ein geschichtsphilosophisches Konstrukt, mit dem er keine empirischen Erfahrungen hatte. Anders Friedrich Engels, der überdies inzwischen eine Verbindung mit der irischen Fabrikarbeiterin Mary Burns eingegangen war. Sein Aufsatz zur Kritik der Nationalökonomie lenkte Marx´ Aufmerksamkeit auf die wirtschaftliche Basis von Politik. Dessen Geschichtsphilosophie hinwiederum beendete Engels´ bisherige Ambivalenz zwischen Reform und Revolution zugunsten der Letzteren. Bei einem Treffen der beiden in Paris 1844 entwarfen sie in wenigen Tagen die Grundzüge ihrer gemeinsamen Theorie, des Historischen Materialismus. Zugleich entstand dort schon der Plan eines ökonomischen Grundlagenwerks, das Marx verfassen sollte. Fortan drängte Engels ihn zu dessen Abschluss, der sogar schon für das nächste Jahr geplant war. Dies waren die ersten Überlegungen zum „Kapital“, das allerdings erst viel später, 1867, erscheinen sollte, und auch da nur der erste Band. 1845 veröffentlichten Marx und Engels ihr gemeinsames Grundlagenwerk des Historischen Materialismus, eine Kritik des Idealismus, unter dem Titel „Die Heilige Familie“. </span></span></p>
<h5 class="western"><span style="font-family: Times New Roman, serif"><span style="font-size: medium"><b>Kein Stubengelehrter, sondern Revolutionär</b></span></span></h5>
<p class="western"><span style="font-family: Times New Roman, serif"><span style="font-size: medium">Sie gründeten in Brüssel ein international agierendes „Kommunistisches Correspondenzbüro“, formten einen zunächst utopisch-kommunistischen „Bund der Gerechten“ in einen „Bund der Kommunisten“ um, in dessen Auftrag sie im März 1848 gemeinsam das „Manifest der Kommunistischen Partei“ veröffentlichten. In diesem und im folgenden Jahr nahmen sie an der deutschen Revolution teil, Engels 1849 sogar mit der Waffe in der Hand in Elberfeld, der Pfalz und in Baden. 1850 emigrierten beide nach England und einigten sich auf eine Arbeitsteilung: Marx sollte sich auf sein ökonomisches Werk konzentrieren. Ab 1864 setzte er in der von ihm mitbegründeten Internationalen Arbeiter-Assoziation („Erste Internationale“) die praktisch-organisierende Arbeit fort. Engels trat in Manchester in eine Firma, deren Teilhaber sein Vater war, ein und finanzierte mit einem Teil seines Einkommens Marx und dessen Familie sowie ihr gemeinsames politisches und theoretisches Projekt. 1869 schied er aus dem Unternehmen, dessen Miteigentümer er inzwischen geworden war, aus, ließ sich auszahlen und zog 1870 nach London. Er wurde Mitglied im Generalrat der Internationalen Arbeiter-Assoziation.</span></span></p>
<h5 class="western"><span style="font-family: Times New Roman, serif"><span style="font-size: medium"><b>Ohne Engels kein Marxismus</b></span></span></h5>
<p class="western"><a name="_Hlk51408799"></a> <span style="font-family: Times New Roman, serif"><span style="font-size: medium">Ein eigenes Buchprojekt: „Die Dialektik der Natur“ brach er bald nach dem Tod von Marx (1883) ab. Hier wies er – ebenso wie Marx an einer Stelle des „Kapital“ – darauf hin, dass der Kapitalismus die Biosphäre ruiniere. 1884 veröffentlichte er – u.a. auf der Grundlage von Exzerpten von Marx aus einer Untersuchung des US-amerikanischen Ethnologen Lewis H. Morgan – mit seiner Schrift „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“ eine grundlegende Kritik nicht nur der kapitalistischen, sondern auch der vorkapitalistischen Zivilisation und des Patriarchats. Eine weitere eigenständige theoretische Leistung erbrachte er mit der Analyse der Rüstung und der Perspektiven des modernen Krieges. Schon seit seiner Übersiedlung nach London hatte er von Marx die Hauptlast in der Beratung und Mit-Organisierung der internationalen Arbeiterbewegung übernommen. Hierzu gehörten auch diejenigen seiner Schriften, in denen er den Historischen Materialismus popularisierte und massenhaften Einfluss gewann, darunter bereits in den siebziger Jahren „Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft“ („Anti-Dühring“). Die hauptsächliche Leistung seiner späten Jahre aber ist die Edition des zweiten und dritten Bandes des „Kapital“ (1885 bzw. 1894), die Marx nicht mehr hatte vollenden können. Dieser hatte gewusst, dass auch der erste Band von 1867 ohne Engels nicht erschienen wäre. <strong>Der Marxismus und die an ihm orientierte Arbeiterbewegung sind ohne Engels undenkbar.</strong></p>
<p>Georg Fülberth </span></span></p>
<p>Dieser Artikel erschien in der aktuellen Position, dem Magazin der SDAJ.</p>
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		<title>Wozu brauchen wir eine wissenschaftliche Weltanschauung?</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2020/11/26/wozu-brauchen-wir-eine-wissenschaftliche-weltanschauung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2020 09:55:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 4/2020]]></category>
		<category><![CDATA[Marxistische Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der utopische Sozialismus Marx und Engels waren nicht die Ersten, die den Kapitalismus und seine Ungerechtigkeiten angriffen und ihm eine andere, freiere Gesellschaftsformation gegenüberstellten. Die brutale Ausbeutung und Verelendung der Arbeiterklasse im sich entwickelnden Kapitalismus brachte zahlreiche DenkerInnen hervor, die Entwürfe einer besseren Gesellschaft skizzierten. Diese DenkerInnen werden „utopische Sozialisten“ genannt. Sie kritisierten das Elend [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5><b>Der utopische Sozialismus</b></h5>
<p><a name="_Hlk51252001"></a>Marx und Engels waren nicht die Ersten, die den Kapitalismus und seine Ungerechtigkeiten angriffen und ihm eine andere, freiere Gesellschaftsformation gegenüberstellten. Die brutale Ausbeutung und Verelendung der Arbeiterklasse im sich entwickelnden Kapitalismus brachte zahlreiche DenkerInnen hervor, die Entwürfe einer besseren Gesellschaft skizzierten.</p>
<p>Diese DenkerInnen werden „utopische Sozialisten“ genannt. Sie kritisierten das Elend der Arbeiterklasse scharf. Dem gegenüber stellten sie ihre eigenen Vorstellungen davon, wie eine gerechtere Gesellschaft aussehen könnte. Dabei appellierten sie oft direkt an die Kapitalisten und versuchten, diese von der moralischen Verwerflichkeit der Ausbeutung zu überzeugen. Sie erkannten die Arbeiterklasse lediglich als Opfer von Unterdrückung, aber nicht als die Klasse, die ihre eigene Unterdrückung überwinden muss, also nicht als revolutionäres Subjekt. Stark verkürzt gesagt: Die utopischen Sozialisten stellten ihre Ideale einfach in den Raum. Sie machten sich Gedanken über ihre Ziele aber nicht darum, wer sie durchsetzen sollte und wie der Weg dorthin aussehen müsste. In ihren Vorstellungen sollte allein die Überzeugung Aller von der Notwendigkeit einer besseren Welt zu einer einvernehmlichen Schaffung ebendieser führen.</p>
<p>Das heißt nicht, dass sich die Vertreter des utopischen Sozialismus nur auf das Reden und Schreiben beschränkten. Es gab konkrete Ansätze zur Umsetzung. Ein Beispiel war die „New Harmony“-Kommune, die Robert Owen 1825 als Modellprojekt in den USA gründete. Dort gab es deutlich bessere Arbeits- und Lebensbedingungen als andernorts. So gab es z.B. Programme zur Kindererziehung und verhältnismäßig kurze Arbeitszeiten. Trotz des anfangs starken Zuwachses an SiedlerInnen scheiterte „New Harmony“ bereits nach zwei Jahren. Einerseits war das Projekt wirtschaftlich nicht lebensfähig, andererseits konnten die SiedlerInnen ihr kapitalistisch geprägtes Bewusstsein nicht von heute auf morgen abwerfen. Schnell kam es zu Verteilungsstreitigkeiten und weiteren Konflikten, die innerhalb kurzer Zeit zu unüberwindlichen Zerwürfnissen führten. Die Owen’sche Konzeption von der bloßen Überzeugung durch das gute Beispiel scheiterte.</p>
<h5><b>Von der Utopie zur Wissenschaft – Marxismus kontra Wohlfühl-Linke</b></h5>
<p>Wir lernen daraus, dass schöne Ideale einer besseren Gesellschaft allein noch kein sinnvolles politisches Programm sind. Marx und Engels entwickelten erstmals eine wissenschaftliche Analyse des Kapitalismus und seiner revolutionären Überwindung. Dafür nutzten sie die Methode des dialektischen Materialismus. Dieser ermöglicht es, die Widersprüche zu erfassen, die Triebkraft der gesellschaftlichen Entwicklung sind: Klassengegensätze. Im Kapitalismus ist der Hauptgegensatz der zwischen Kapitalisten- und Arbeiterklasse.</p>
<p>Daraus ergibt sich jedoch noch nicht unmittelbar ein politisches Programm. Die dialektische Methode ist für uns ein Werkzeug zur Analyse der konkreten historischen Situation. Das bedeutet zum Beispiel die Beantwortung der folgenden Fragen:</p>
<ul>
<li>Wer sind die bestimmenden Kapitalisten in Deutschland?</li>
<li>Wer ist der „Kern“ der Arbeiterklasse in Deutschland?</li>
<li>Wie können wir diesen für den Kampf um den Sozialismus gewinnen?</li>
<li>Welche Schritte müssen auf dem Weg zum Sozialismus gegangen werden?</li>
<li>Welche Bündnisse mit anderen Klassen und Schichten muss die Arbeiterklasse dazu eingehen?</li>
</ul>
<p><a name="_Hlk51252059"></a>Aus den Antworten auf diese und viele andere Fragen leitet sich unsere langfristige Strategie und aus dieser wiederum unsere kurzfristigere Taktik auf dem Weg zum Sozialismus ab. <strong>Das Vorhandensein einer klaren Strategie und Taktik unterscheidet MarxistInnen von der „Wohlfül-Linken“, die sich etwa in linken Hochschulgruppen, der Grünen Jugend, etc. tummelt.</strong> MarxistInnen erkennen an, dass die Interessen der arbeitenden Menschen immer gegen die Interessen der Kapitaleigner durchgesetzt werden müssen. Sie erkennen an, dass der Kapitalismus nicht heil-reformiert werden kann und sehen gleichzeitig, dass der Kampf um Reformen innerhalb des Kapitalismus notwendig ist, um unsere Lebensbedingungen zu verbessern und um in der Arbeiterklasse Kampferfahrung zu sammeln.</p>
<p>MarxistInnen haben den Anspruch, als „Avantgarde“ der Arbeiterklasse dazu beizutragen, dass diese ihre eigenen Interessen erkennt und für deren Durchsetzung gegen das Kapital kämpft. Das bedeutet konkret, in ökonomischen Kämpfen (wie etwa Tarifauseinandersetzungen) und politischen Bewegungen mitzuarbeiten und dafür zu sorgen, dass aus diesen Bewegungen langfristige Kämpfe entstehen, deren Forderungen über den Kapitalismus hinausweisen.</p>
<h5><b>Die wissenschaftliche Weltanschauung- keine Glaskugel, sondern ein Werkzeug</b></h5>
<p>Es gibt zahlreiche Beispiele für das Schicksal politischer Bewegungen ohne klare Strategie und Taktik. Aktuell lässt sich etwa an den zahleichen Initiativen für die Einführung eines „bedingungslosen Grundeinkommens“ (BGE) beobachten, wohin so etwas führt. Die BefürworterInnen eines BGE wollen die Missstände, die der Kapitalismus zwangsläufig mit sich führt, dadurch überwinden, jedem Menschen monatlich einen bestimmten Sockelbetrag zur Verfügung zu stellen. Dabei setzen sie in der Regel auf moralische Argumente („es wäre doch besser, wenn niemand arm sein müsste“) oder versuchen durch Modellprojekte zu beweisen, dass ein BGE selbst im kapitalistischen Rahmen zu mehr Produktivität und somit einer Verbesserung der Verwertungsbedingungen für das Kapital führt. Oft führt das zu einer kruden Mischung aus gefühlsmäßigem Antikapitalismus und Anbiederung an kapitalistische Kennziffern für Konkurrenzfähigkeit (also etwa höhere Arbeitsproduktivität).</p>
<p><a name="_Hlk51251904"></a>Die Idee eines BGE ist dabei durchaus für viele Menschen attraktiv. Die Hoffnung, jedem Menschen ein würdiges Leben zu ermöglichen und die Arbeitenden von der Notwendigkeit prekäre Drecksjobs ausüben zu müssen, zu entbinden, hat eine hohe Anziehungskraft. Leider lassen die vorhandenen BGE-Konzepte außer Acht, dass ein <i>echtes</i> bedingungsloses Grundeinkommen dem Kapitalismus die Grundlage seiner Funktionsweise (nämlich den Zwang der Arbeiterklasse, ihre Arbeitskraft zu verkaufen) entziehen würde. Ein solches BGE, von dem tatsächlich ein würdiges Leben möglich wäre, ist mit einer kapitalistischen Wirtschaftsweise schlicht unvereinbar. Andere BGE-Varianten wären tatsächlich einfach eine Abschaffung von Sozialleistungen durch die Hintertür, indem sie Leistungen wie die Sozialversicherungen durch einen einzigen, vergleichsweise niedrigen Betrag bündeln. Den verschiedenen Verfechtern der sympathischen Varianten eines BGE ist gemeinsam, dass sie keine zutreffende Analyse der Ursache gesellschaftlicher Missstände und der Möglichkeit von deren Überwindung haben. <strong>Ähnlich wie die utopischen Sozialisten hoffen sie, Kapitalisten und Arbeitende gleichermaßen von ihrem Ideal einer besseren Gesellschaft überzeugen zu können. Damit sind sie zum Scheitern verurteilt.</strong></p>
<p>Die Aufgabe der deutschen kommunistischen Bewegung ist es nun natürlich nicht, BGE-BefürworterInnen dies süffisant vorzuhalten und ihnen einfach unseren Masterplan zu servieren. Man wirft uns MarxistInnen häufig vor, wir hätten den Anspruch alles, inklusive dem zukünftigen Verlauf der Geschichte, konkret zu wissen und zu kennen. Das behaupten wir nicht. Was wir jedoch haben ist die marxistische Weltanschauung, die es uns als Werkzeug ermöglicht beispielsweise die hinter verschiedenen BGE-Konzepten stehenden Interessen zu erkennen, Anknüpfungspunkte für antikapitalistische Kämpfe zu erkennen und mögliche BündnispartnerInnen zu identifizieren. Gleichzeitig führt die Anwendung dieser Weltanschauung uns zu der Notwendigkeit, das auch zu tun und nicht nur vom Elfenbeinturm aus eine bessere Welt zu predigen.</p>
<p>Leon, Hamburg</p>
<p>Dieser Artikel erschien in der aktuellen Position, dem Magazin der SDAJ.</p>
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		<title>Likes und Dislikes: 100 Seiten gelungene Hegel-Annäherung</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2020/11/21/likes-und-dislikes-100-seiten-gelungene-hegel-annaeherung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Nov 2020 10:07:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 4/2020]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
		<category><![CDATA[Dietmar Dath]]></category>
		<category><![CDATA[Hegel]]></category>
		<category><![CDATA[Likes und Dislikes]]></category>
		<category><![CDATA[neue Position]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Wer ihn [Hegel] nicht weiterdenkt, versteht ihn nicht.“ So schreibt Dietmar Dath über Georg Wilhelm Friedrich Hegel in seinem neuen Buch, in dem er folglich auch nicht den unmöglichen Versuch unternimmt, Hegels Werk zusammenzufassen und auszulegen, sondern stattdessen eine Einordnung Hegels in den Kontext seiner Zeit, eine „Bestimmung der inneren Beziehungen der Ideen Hegels zueinander“ [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Wer ihn [Hegel] nicht weiterdenkt, versteht ihn nicht.“ So schreibt Dietmar Dath über Georg Wilhelm Friedrich Hegel in seinem neuen Buch, in dem er folglich auch nicht den unmöglichen Versuch unternimmt, Hegels Werk zusammenzufassen und auszulegen, sondern stattdessen eine Einordnung Hegels in den Kontext seiner Zeit, eine „Bestimmung der inneren Beziehungen der Ideen Hegels zueinander“ und eine Konfrontation dieser mit unserer heutigen Perspektive erprobt, so Dath selbst. Was auch drinsteckt in diesem Büchlein ist darüber hinaus die Antwort auf die Frage, die sich wohl viele KomunnistInnen stellen, wenn sie mit Hegel in Kontakt geraten, meist über die vielen Empfehlungen der großen DenkerInnen unserer Bewegung, Hegel doch unbedingt selbst zu lesen: Warum eigentlich Hegel lesen, wo doch so wenig davon auf die heutige Zeit anwendbar scheint? Dath erläutert dies am Beispiel seiner eigenen Frustration mit und Kritik an Hegel bei seinen ersten Leseversuchen der Werke des großen deutschen Idealisten und seiner darauffolgenden Annäherung an diese, die er als Vorbereitung auf die Zukunft betrachtet: „Vielleicht wird man ihn erst in einer Zeit wahrhaft produktiv machen, die wir uns noch gar nicht vorstellen können“ – in einer Zeit also, in der wir, wie Hegel, „ums Ganze“ denken werden. Neben dieser individuellen Perspektive zeigt Dath auf, wo Hegel heute noch und/oder wieder aktuell ist, sei es in der Mathematik, in der Kunst oder dort, wo Hegel zuhause ist, in der Philosophie. All das erweckt beim Lesen tatsächlich die Lust, sich doch einmal selbst an die Werke Hegels zu wagen – damit gelingt Dath sein schwieriges Unterfangen.</p>
<p>Flo, Düsseldorf</p>
<p>Die Kategorie &#8222;Likes und Dislikes&#8220; ist fester Bestandteil der Position, dem Magazin der SDAJ.</p>
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		<title>Likes und Dislikes: Official Secrets</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2020/11/21/likes-und-dislikes-official-secrets/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Nov 2020 09:28:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 4/2020]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
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		<category><![CDATA[POSITION]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Irakkrieg ab 2003 begann mit einer ganzen Reihe von Lügen. Um eine davon geht es im Film „Official Secrets“ (2019), der sich nah an den realen Begebenheiten entlanghangelt. Katharine Gun, Übersetzerin des britischen Geheimdiensts GCHQ, bekommt ein Memo der NSA zu lesen, aus dem hervorgeht, dass die Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen erpresst [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2020/11/21/likes-und-dislikes-official-secrets/">Likes und Dislikes: Official Secrets</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Irakkrieg ab 2003 begann mit einer ganzen Reihe von Lügen. Um eine davon geht es im Film „Official Secrets“ (2019), der sich nah an den realen Begebenheiten entlanghangelt. Katharine Gun, Übersetzerin des britischen Geheimdiensts GCHQ, bekommt ein Memo der NSA zu lesen, aus dem hervorgeht, dass die Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen erpresst werden sollen, um für den Irakkrieg zu stimmen. Gun möchte verhindern, dass ein Krieg unter einem Vorwand angezettelt wird. Kurzerhand entschließt sie sich, das Memo an die Presse zu geben. Die Regierung versucht die Lügen zu verleugnen, Gun wird unter Druck gesetzt und angeklagt. Der Film zeigt, wie der Irak-Krieg mit Lügen durchgesetzt, wie die Bevölkerung bewusst getäuscht und UN-Mitglieder erpresst wurden – usual Business der Geheimdienste – und lohnt sich allein schon deshalb. Allerdings verbleibt die Hauptdarstellerin bei dem Versuch, den völkerrechtswidrigen Krieg durch Gerichtsprozesse zu verhindern. Die Massenproteste gegen den Irak-Krieg, die weltweit Millionen Menschen umfasste, spielen nur am Rande eine Rolle. Ungewollt macht der Film aber deutlich, dass sich die Kriege der Imperialisten eben nicht mit Gerichtsprozessen verhindern lassen. Das müssen wir eben immer noch selbst erkämpfen. Insofern: Klare Filmempfehlung!</p>
<p>Andrea, Frankfurt</p>
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		<title>Likes und Dislikes: The Last of Us – PART II</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Nov 2020 09:13:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 4/2020]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
		<category><![CDATA[Likes und Dislikes]]></category>
		<category><![CDATA[neue Position]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION]]></category>
		<category><![CDATA[The Last Of Us Part 2]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Jahr 2039 geht die Geschichte vom Schwarzhändler Joel und der mittlerweile zum Teenager gewordenen Ellie weiter. In den postapokalyptischen USA, deren Bevölkerung größtenteils durch einen mutierten Pilz in zombieähnliche Menschen verwandelt wurde, versuchen die Überlebenden in Kollektiven dem Mangel an Vorräten, Krankheiten und dem Winter zu trotzen. Die beiden Protagonisten haben sich, fünf Jahre [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2020/11/21/likes-und-dislikes-the-last-of-us-part-ii/">Likes und Dislikes: The Last of Us – PART II</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Jahr 2039 geht die Geschichte vom Schwarzhändler Joel und der mittlerweile zum Teenager gewordenen Ellie weiter. In den postapokalyptischen USA, deren Bevölkerung größtenteils durch einen mutierten Pilz in zombieähnliche Menschen verwandelt wurde, versuchen die Überlebenden in Kollektiven dem Mangel an Vorräten, Krankheiten und dem Winter zu trotzen. Die beiden Protagonisten haben sich, fünf Jahre nach der Handlung des ersten Teils der Videospielreihe, in der Siedlung „Jackson“ ein einigermaßen normales Leben aufgebaut. In „Jackson“ gibt es wieder Elektrizität, ausreichend Lebensmittel, Familien mit Kindern, sogar ein Bildungssystem und das ganz ohne Geld. Doch weil eine Handlung in einer „klassenlosen Kommune“ langweilig wäre, dreht sich „The Last of Us II“ um einen Rachefeldzug der weiblichen Hauptdarstellerin, was neben der festgefahrenen Spielmechanik die größte Schwäche des zweiten Teils bleibt. Mühevoll im ersten Teil aufgebaute Charaktere entfremden sich ohne ersichtlichen Grund immer weiter und der Plot wirkt im Allgemeinen sehr erzwungen. Von einem Titel, an dem sieben Jahre gearbeitet und in den viele Hoffnungen gesteckt wurden, hatten wir Fans uns mehr erwartet. Scheiße ist auch, dass die gerechtfertigte Kritik an diesem Teil in einer homophoben Debatte um Ellis Beziehung mit einer Frau unterging. Dennoch kann das Spiel mit Altbewährten unterhalten: Mit guter Grafik, emotionalen Dialogen und Liebe zum Detail. Weil man dafür aber zwingend eine Playstation 4 benötigt und das Spiel mit 40 Euro (gebraucht) immer noch zu teuer ist, empfehle ich lieber, die Handlung als „Let’s Play“ auf YouTube zu verfolgen.</p>
<p>Domi, Neumarkt</p>
<p>Die Kategorie &#8222;Likes und Dislikes&#8220; ist fester Bestandteil in der Position, dem Magazin der SDAJ.</p>
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