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	<title>Ausgabe 3/2023 Archive - SDAJ</title>
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	<description>Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend</description>
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	<title>Ausgabe 3/2023 Archive - SDAJ</title>
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		<title>Das, was man bei uns so Freiheit nennt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Jul 2023 14:54:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 3/2023]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Freie Zeit, Freizeit &#38; das JZ „Es versteht sich von selbst, daß die time of labour selbst, dadurch, daß sie auf normales Maß beschränkt, ferner nicht mehr für einen anderen, sondern für mich selbst geschieht, zusammen mit der Aufhebung der sozialen Gegensätze zwischen Master and men etc., als wirklich soziale Arbeit, endlich als Basis der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2></h2>
<h2>Freie Zeit, Freizeit &amp; das JZ</h2>
<p>„Es versteht sich von selbst, daß die time of labour selbst, dadurch, daß sie auf normales Maß beschränkt, ferner nicht mehr für einen anderen, sondern für mich selbst geschieht, zusammen mit der Aufhebung der sozialen Gegensätze zwischen Master and men etc., als wirklich soziale Arbeit, endlich als Basis der disposable time einen ganz andern, freieren Charakter erhält, und dass die time of labour eines man, der zugleich der man of disposable time ist, viel höhere Qualität besitzen muss als die des Arbeitstiers“, so Marx im Kapital zur Freizeit. Doch nicht nur er – alle reden von Freizeit. Die Konsumindustrie, Urlaubsagenturen, Vergnügungsparks und sonstigen Zerstreuungsangebote im Kapitalismus leben von ihr. Für sie leben außerdem die 99% der Gesellschaft, deren Arbeitsleben aus Stress, Frustration, Anstrengung und allen anderen unschönen Begleiterscheinungen der</p>
<p>Unterordnung unter Chef, Behörden und die anderen Verwalter des kapitalistischen Systems fallen. Grund genug, sich das Phänomen Freizeit und die Frage, warum wir so wenig von ihr haben, einmal ein bisschen genauer anzuschauen.</p>
<h2></h2>
<h2></h2>
<h2>Was ist Freizeit?</h2>
<p>Von Freizeit zu sprechen, lohnt sich nur, wenn man sie im Verhältnis zur Gesamttageszeit versteht. Freizeit ist hier die Zeit, die wirklich frei, sprich: frei von äußeren Notwendigkeiten, selbst gestaltet werden kann. Äußeren Notwendigkeiten unterliege ich beispielsweise auf der Arbeit – wenn ich nicht auftauche und arbeite, dann krieg ich keinen Lohn, kann meine Miete nicht mehr zahlen und so weiter. Äußere Notwendigkeiten begegnen mir aber auch in der Zeit, in der ich nicht arbeite – ich muss Behördengänge erledigen, Einkaufen, Wäsche waschen, schlafen, essen. Das Maß an Zeit, das am Ende übrigbleibt, das ist die eigentliche Freizeit. Gar nichtmal so viel, wenn man drüber nachdenkt. In dieser Zeit wiederum müssen wir ganz schön viele weitere, auch soziale, (Grund-)Bedürfnisse befriedigen: FreundInnen treffen, Daten, Zeug mit der Familie, entspannen, lesen, up-to-date bleiben – kurzum: Wir sind so ziemlich rundum beschäftigt. Wo soll da Zeit bleiben zum sich-Organisieren, sich- Wehren?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Wo ist Freizeit?<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></h2>
<p>Dazu kommt noch, dass Freizeit zunehmend vereinzelt stattfindet. In einer Statistik von 2006 gaben nur rund 6% der Jugendlichen an, regelmäßig Einrichtungen wie Jugendzentren zu besuchen. Das verwundert nur wenig, ebenso wie das Datum der letzten auffindbaren Statistik zum Thema, wenn man bedenkt, wie viele Jugendzentren in den letzten Jahren, Jahrzehnten dicht gemacht wurden. Ursprünglich waren das keine kirchlichen oder kommunalpädagogischen Einrichtungen, in denen der Bürgermeister alle zwei Jahre ein nettes Foto fürs Lokalschmierblatt machen durfte, um sich den Stempel „Auch für Jugendliche sympathisch“ geben zu lassen, sondern mehrheitlich selbstverwaltete Räumlichkeiten, die von der Lehrlings- und SchülerInnenbewegung der 60er und 70er Jahre erkämpft wurden. Hier fanden politische Treffen, eine gemeinsame, attraktive Freizeitgestaltung, Konzerte, Vernetzung statt. Hier wurde wirklich von und für Jugendliche gearbeitet. Heute wiederum kann man froh sein, wenn man ein paar Kilometer außerhalb des eigenen Dorfs überhaupt eins findet, doch die beiden PädagogInnen, die sich die Stadt gerade noch so leistet, machen den Laden nach gemeinsamem Bastelspaß und Fingermalen um 18 Uhr dicht, in ein paar Monaten vielleicht auch für immer, wenn der SPD-Kämmerer vorne und hinten kein Geld mehr findet oder sich das JuZe nun mal einfach als nicht profitabel erweist. Der vielerorts stattgefundene Übergang aus der Selbstverwaltung in kommunale oder kirchliche Obhut hat diese Zentren aber ohnehin so unattraktiv gemacht, dass niemand mehr ernstlich hingeht. Dem Freibad, das im Sommer beliebter gemeinsamer Treffpunkt war, ergeht es ähnlich. Allein in den letzten 20 Jahren haben 17 % dicht gemacht, Tendenz steigend. Der Grund auch hier ist: Der Staat steckt sein Geld woanders hin, etwa in Subventionen für Großkonzerne, in die Rüstung, in den Rachen seiner Interessenvertreter deutscher Monopolisten in den deutschen Parlamenten. Die Kommunen haben zunehmend kein Geld und das, was da ist, fließt lieber in Subventionspaketen für die Industrie statt ins lokale Freibad. Das macht dann halt dicht, ein weiterer Treffpunkt ist weg. Bleiben noch die Discos, so sie nicht während der Covid-Pandemie weggebrochen sind (in Solingen beispielsweise hat die letzte richtige Disco vor einigen Jahren zugemacht), mit Mindestverzehr und steigenden Eintrittspreisen, und der Park, der zwar während des Lockdowns ein notgedrungenes Revival erlebte, weil der einzige Ort, wo man sich treffen konnte, der jedoch mit den neuen Regeln fürs Ordnungsamt, Nutzungsverordnungen etc. dann leider doch ziemlich unattraktiv wurde. Es kam, wie es kommen musste: Freizeit findet zunehmend vereinzelt statt, Videospiele, Social-Media und Fitnessstudios füllen die entstandene Lücke mit individuellen Zerstreuungsangeboten, die Zeit der Sportvereine, Spieleabende und so weiter scheint vorüber.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Das Problem</h2>
<p>In der Freizeit trinkt und spielt man ja nicht nur gemeinsam, man tauscht sich auch aus über Stress in Schule und Ausbildung, man lernt sich kennen, man entdeckt gemeinsame Interessen. Diese Punkte finden nun zunehmend nicht mehr statt, es fehlen die Orte und die Zeit dafür. Während die deutschen „Arbeitgeber“ sich dran machen, unter dem Vorwand der „Flexibilisierung“ nach und nach die Regeln für den 8-Stunden-Arbeitstag weiter aufzuweichen und klammheimlich die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in die Höhe schrauben, fällt zwar in der Schule immer mehr Unterricht in Ermangelung von LehrerInnen aus, doch das Mehr an freier Zeit, das sich daraus ergibt, muss dann eben genutzt werden, um die Inhalte nachzuholen. Wer keine Zeit hat, der oder die hat eben auch keine Gelegenheit, sich über seine oder ihre Lage klar zu werden. Die Freizeit ist nun mal auch der Zeitraum, in dem Demonstrationen, erweiterte SV-Treffen und auch große Teile der gewerkschaftlichen Vernetzung stattfinden. Die Generaloffensive der Herrschenden gegen die Freizeit ist auch die Generaloffensive gegen die organisierte Arbeiterjugend, denn ohne Vernetzung gibt es keinen Widerstand, ohne Widerstand steigt die Arbeits- und Lernzeit und sinkt die Freizeit. Dieser Teufelskreis dreht sich immer weiter, ihn brechen können aber auch nur wir. Wir haben am Anfang eine Kurzdefinition festgehalten, was eigentlich so als Freizeit zählt. Wir können jetzt festhalten: Wir haben nur und genauso viel Freizeit, wie wir uns von den Herrschenden erkämpfen, und wenn wir mehr davon haben wollen, müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie man diese Freizeit sinnvoll nutzen kann, etwa für Kampf um freien Zugang zu Kunst und Kultur, zu attraktiven Freizeitangeboten, für Vernetzung und solidarisch erlebte Freiheit. So heißt es in einem alten Arbeiterlied:</p>
<p>„Wir brauchen deine freie Zeit, die du mit Recht genießt. Denn unsre Gegner schlafen nicht, die haben ein Lachen im Gesicht, wenn du so kleinlaut bist.“</p>
<p>Sinnvoll Freizeit nutzen, das heißt, sie gemeinsam zu nutzen mit den KollegInnen, mit den MitschülerInnen, in der Gewerkschaftsjugend, der SV, in der SDAJ – Zusammenhalt, Spaß, Freizeit, politische Arbeit – all das gestalten wir hier gemeinsam, sinnvoll, nutzbringend, nicht individualistisch und so, dass wir den Herrschenden das Fürchten lehren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Max, Solingen</strong></p>
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		<title>Kampf um Arbeitszeitverkürzung seit jeher? Vom Beginn der aufgestellten Forderung bis heute</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Jul 2023 12:34:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 3/2023]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Thema „Arbeitszeit“ ist momentan wieder in aller Munde: In den Zeitungen diskutieren Journalisten, dass der heutigen Generation die Lust an der 40 Stunden- Woche verloren gegangen sei. Man wolle jetzt weniger arbeiten, mehr Zeit für die Familie, Hobbys und Freunde haben. Manche von ihnen finden das gut, andere schimpfen darüber, dass „die jungen Leute“ [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 28">
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<p>Das Thema „Arbeitszeit“ ist momentan wieder in aller Munde: In den Zeitungen diskutieren Journalisten, dass der heutigen Generation die Lust an der 40 Stunden- Woche verloren gegangen sei. Man wolle jetzt weniger arbeiten, mehr Zeit für die Familie, Hobbys und Freunde haben. Manche von ihnen finden das gut, andere schimpfen darüber, dass „die jungen Leute“ doch alle „faul“ geworden seien. Das habe etwas mit dem „Wertewandel“ und dem Verständnis von „gutem Leben“ der „Generation Z“ oder Ähnlichem zu tun. Das Bedürfnis nach einem kürzeren Arbeitstag ist allerdings alles andere als ein neues Phänomen. In Wahrheit gibt es den Kampf um die Länge des Arbeitstages schon solange es Ausgebeutete und Ausbeuter gibt. Darunter fallen ebenso Schilderungen von SklavInnen und Sklavenhaltern, Bauern und Adeligen; wir betrachten in diesem Artikel jedoch die Geschichte dieses Kampfes in dem System, in dem wir heute noch eben: Im Kapitalismus.</p>
<h2></h2>
<h2></h2>
<h2>Schaffen bis zum &#8222;Geht nicht mehr.&#8220;</h2>
<p>Zu Beginn des Kapitalismus waren der Länge des Arbeitstages die Grenzen in der physischen Belastbarkeit der ArbeiterInnen gesetzt. Das bedeutet, die ArbeiterInnen haben in der Regel so lange gearbeitet, wie es ihnen irgendwie „zuzumuten“ war. Und zuzumuten bedeutet hier Arbeitstage von mehr als 14 Stunden. Das ging so weit, dass beispielsweise der englische Staat die Arbeitszeit begrenzen musste, damit es ihm nicht an wehrfähigen Rekruten für die Armee fehlt. Viel entgegenzusetzen hatten die ArbeiterInnen dem selbst aber nicht. Wer sich geweigert oder zu viel beschwert hat, der wurde auf die Straße gesetzt. Erst als die ArbeiterInnen begonnen haben, sich zusammenzuschließen, konnten sie den Chefs die Stirn bieten. Eine der zentralen Forderungen der aufkommenden Arbeiterbewegung war die nach dem acht Stundentag. Acht Stunden schlafen, acht Stunden arbeiten und acht Stunden Freizeit – das war die Forderung, die die Arbeiterbewegung 1889 international aufstellte. Bis zu ihrer Durchsetzung bei uns in Deutschland brauchte es die Revolution von 1918. Als es den ArbeiterInnen und Soldaten gelang, das Kaiserreich zu stürzen, bekamen es die Kapitalisten mit der Angst zu tun. Mit dem Zugeständnis des Achtstundentags versuchten sie die ArbeiterInnen zu besänftigen. Achtstundentag heißt wohlgemerkt keine 40-Stunden-Woche. Samstags- und teils auch Sonntagsarbeit waren die Regel. Während des Faschismus stiegen in Folge der Vernichtung der Arbeiterbewegung sowie einer erhöhten Rüstungsproduktion die durchschnittliche Arbeitszeit auf ca. 50 Stunden die Woche.</p>
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<h2></h2>
<h2>Der Kampf um Arbeitszeitverkürzung nach dem Zweiten Weltkrieg</h2>
<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die deutsche Arbeiterbewegung das Thema Arbeitszeit wieder ganz oben auf die Agenda. Der 1. Mai 1956 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) stand unter dem Motto „Samstag gehört Vati mir!“, also der Forderung nach dem arbeitsfreien Samstag und damit der 40 Stunden Woche. Vorreiterrolle hatte dabei die IG Metall als größte deutsche Gewerkschaft mit einer starken Basis in den wichtigsten deutschen Konzernen. Stück für Stück setzte sie die Arbeitszeitreduzierung für die Tarifbeschäftigten auf formal 40 Stunden die Woche bis 1967 durch. Real aber, d.h. unter Berücksichtigung der Überstunden und Wochenendschichten, lag sie in vielen Fällen darüber. Zudem wurde durch die zunehmende Automatisierung der Produktion die Arbeit intensiver, stressiger, dichter. Außerdem ging diese Arbeitszeitverkürzung weder mit einem relevanten Personalausgleich einher (die Arbeitslosigkeit stieg Mitte der 70er Jahre auf Rekordhöhen), noch mit einer Reduktion der täglichen Arbeitszeit (sondern durch den Entfall der Samstagsarbeit). 1977 waren es dann erneut die ArbeiterInnen der IG Metall, die den Vorstoß wagten. Entgegen der Empfehlung des Gewerkschaftsvorstandes forderten sie die 35-Stunden Woche und den Siebenstundenarbeitstag zur Tarifforderung zu erklären. Und setzten sich durch. Ein Jahr später beschloss der Gewerkschaftstag des DGB das Gleiche, wieder gegen die Empfehlung vieler Gewerkschaftsvorstände und der Antragskommission.</p>
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<p>Vor knapp 40 Jahren kam es dann zu einem der härtesten Streikkämpfe der Bundesrepublik. Sieben Wochen lang wurde in der Metall- und 13 Wochen in der Druckindustrie gestreikt. Einer der zentralen Forderungen war die 35h-Woche. Es streikten 58.000 MetallarbeiterInnen und 45.000 Beschäftigte der Druckerindustrie. Mehr als eine halbe Millionen Menschen wurden von den Chefs „ausgesperrt“ (d.h. sie durften nicht arbeiten, standen also ohne Lohn da). Die Regierung griff in den Arbeitskampf ein und setzte eine Schlichtung an. Deren Ergebnis war die Einführung der 38,5 &#8211; Stunden-Woche, wobei dieser Wert als zu erreichender Durchschnitt galt, deren konkrete Umsetzung auf Betriebsebene zu regeln war. Das Ergebnis war ein zweischneidiges Schwert: Einerseits gelang es den ArbeiterInnen der IG Metall bis 1995 Schritt für Schritt die 35h-Woche einzuführen. Andererseits öffnete das Ergebnis Tür und Tor für eine weitreichende „Verbetrieblichung“ der Arbeitszeitregeln. Sprich: Immer öfter wurde von Betrieb zu Betrieb entschieden, wie lange und wie genau gearbeitet werden sollte. Das erschwert den Gewerkschaften den Kampf um eine einheitliche Reduktion der Arbeitszeit. Sowieso gilt die 35h-Woche nur für die Druck-, Elektro-, Metall-, Stahl- und Holzindustrie. Alle anderen Branchen stehen für sich.</p>
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<p>Anders lief das in der DDR ab: Hier wurde die Wochenarbeitszeit qua Gesetz schrittweise gesenkt &#8211; 1957 auf 45 Stunden, 1967 die Fünftagewoche und eine weitergehende Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich. Die Arbeitszeit sank weiter, da es in der DDR nicht um den größtmöglichen Profit, sondern um gute Lebensbindungen der Bevölkerung bei großer Produktivität ging.</p>
<p>Einen weiteren Rückschlag erlitt der Kampf um die Arbeitszeitverkürzung mit der Niederlage der IG Metall im Kampf um die 35h-Woche auch in den „neuen Bundesländern“, also Ostdeutschland. Sie brach den Streik 2003 trotz kämpferischer ostdeutscher ArbeiterInnen, auch auf Druck westdeutscher Betriebsratsvorsitzender, ab. Seit den 2000ern gab es zudem, auch im Zuge der Agenda 2010, eine massive Zunahme an Outsourcing (hin zu weniger gut organisierten Betrieben, teils ganz ohne Tarifverträge), Flexibilisierung und Zunahme von Überstunden. So ist auch die 35h-Woche für viele ArbeiterInnen und Angestellte der Metall- und Elektroindustrie nur eine Zahl auf dem Papier.</p>
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<div class="column">
<h2></h2>
<h2>Was bedeutet der Kampf für uns?</h2>
<p>In jüngster Zeit rückte der Kampf um die Arbeitszeit wieder in den Fokus der Gewerkschaften. Hierbei handelt es sich im Ergebnis aber oft nicht um eine fortschrittliche Arbeitszeitverkürzung. Die würde bedeuten, dass alle weniger arbeiten bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Stattdessen dominieren „Wahlmodelle“, bei denen man sich entweder für wen Arbeitszeit oder mehr Lohn entscheiden kann, zudem oftmals nur für einen kleinen Teil der Beschäftigten. Diese Modelle der Arbeitszeitverkürzung und die mit ihnen verbundenen Diskussionen müssen für uns aber Anlass sein, die Debatte um die „echte“ Arbeitszeitverkürzung wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Und um sie zu kämpfen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Michael, Kassel</strong></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2023/07/02/kampf-um-arbeitszeitverkuerzung-seit-jeher-vom-beginn-der-aufgestellten-forderung-bis-heute/">Kampf um Arbeitszeitverkürzung seit jeher? Vom Beginn der aufgestellten Forderung bis heute</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Arbeitszeitverkürzung und die Realität</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2023/07/02/arbeitszeitverkuerzung-und-die-realitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Jul 2023 12:17:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 3/2023]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gewerkschaften und die Verkürzung der Arbeitszeit heute Historisch ist das Thema Arbeitszeitverkürzung sehr präsent in den Gewerkschaften. Sei es der Kampf um den 8 Stunden Tag, die 35 Stunden Woche der westdeutschen Metall- und Elektroindustrie oder der arbeitsfreie Samstag, die Gewerkschaft ohne das Thema Arbeitszeitverkürzung ist nicht vorstellbar. Schaut man sich heute jedoch in den [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2></h2>
<h2>Gewerkschaften und die Verkürzung der Arbeitszeit heute</h2>
<p>Historisch ist das Thema Arbeitszeitverkürzung sehr präsent in den Gewerkschaften. Sei es der Kampf um den 8 Stunden Tag, die 35 Stunden Woche der westdeutschen Metall- und Elektroindustrie oder der arbeitsfreie Samstag, die Gewerkschaft ohne das Thema Arbeitszeitverkürzung ist nicht vorstellbar. Schaut man sich heute jedoch in den Gewerkschaften um, kann man misstrauisch werden. Der 8-Stunden-Tag ist über 100 Jahre alt, die DGB-Kampagne „Samstags gehört Vati mir“ war in den 50ern und auch die 35h-Woche der IG Metall gibt es inzwischen länger, als für sie gekämpft wurde. Die Frage, die sich stellt: Haben die Gewerkschaften den Kampf um die Arbeitszeit aufgegeben? Und es stimmt: Große Erfolge bei der Senkung der Arbeitszeit gab es länger keine mehr. Das heißt aber nicht, dass das Thema Arbeitszeit in den Gewerkschaften tot wäre. Ganz im Gegenteil, in quasi jeder Gewerkschaft ist Arbeitszeit ein Thema, doch wie sieht das genau aus?</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Die 35h Woche Ost&#8230; auf betrieblicher Basis</h2>
<p>Fangen wir in der IG Metall an: Diese hat auf ihrem Gewerkschaftstag 2019 beschlossen, dass sie sich wieder für die 35h Woche in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie stark machen will. Ein Kampf, den man Anfang der 2000er Jahre verloren hatte. Die Forderung nach der sogenannten Angleichung Ost fand sich dann auch in den Forderungen der ostdeutschen Tarifgebiete wieder und in den Tarifrunden 2020, 2021 und 2022. Das Problem: In Ostdeutschland sind in erster Linie Automobilzulieferer arbeitskampffähig, die ihre Teile an die großen Automobilisten in Westdeutschland (v. a. Bayern und BaWü) liefern. Das bedeutet zweierlei Dinge: Zum einen richten Streiks in Ostdeutschland weniger Schaden an, da es um weniger Geld geht. Zum anderen werden die westdeutschen Automobilisten auf Streiks im Osten mit Gegenmaßnahmen wie Aussperrungen reagieren, was die Solidarität untergräbt, weil sich viele KollegInnen die Solidarität schlichtweg nicht leisten können. Was man deswegen seit Anfang 2021 macht, ist die 35h Woche Ost in Haustarifverträgen auf betrieblicher Ebene abzuschließen. Klingt erstmal gut, hat allerdings einen Haken: Nicht alle Belegschaften sind gleich stark. Heißt, dass die starken Belegschaften die 35h Woche bekommen, während man in der Fläche nicht mehr dafür mobilisieren kann, da die starken Betriebe die 35h Woche ja schon haben. Gewerkschaftlicher Solidarität entspricht das nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Arbeitszeiten, die zum Leben passen&#8230; oder auch nicht</h2>
<p>Einen anderen Weg ist die IG Metall 2018 gegangen. Anstatt für alle die Arbeitszeit abzusenken, hat man sich entschieden, flexiblere Arbeitszeiten zu fordern. So kann man seine Arbeitszeit vorübergehend auf 28 h pro Woche „verkürzte Vollzeit“ absenken und hat 2 Jahre lang ein Rückkehrrecht auf tarifliche Vollzeit. Auch in der EVG hat man Gefallen an diesem Gedanken gefunden. Hier hat man zwei Tarifrunden hintereinander Wahlmodelle abgeschlossen, wo man sich der einzelne Beschäftigte zwischen 2% mehr Lohn, 1 h weniger Arbeit pro Woche oder 6 Tagen mehr Urlaub pro Jahr entscheiden konnte. Modelle, die die Arbeitszeit flexibilisieren, haben im Prinzip immer die gleichen zwei Probleme: Zum einen muss man sich die Flexibilisierung leisten können – wer auf den Lohn angewiesen ist, kann die Arbeitszeit nicht absenken. Zum anderen erschweren solche Abschlüsse immer zukünftige Forderungen zum Thema Arbeitszeit, da es schwer ist, einheitliche Forderungen bei unterschiedlichen Voraussetzungen aufzustellen.</p>
<h2></h2>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Wie man für die 4-Tage-Woche kämpft&#8230; und wie nicht</h2>
<p>Eine Idee, die die IG Metall das erste Mal im Frühjahr 2020 auf den Weg gebracht hat, war die Idee einer 4-Tage-Woche. Jörg Hofmann, der Vorsitzende der IG Metall, hatte sie damals vorgeschlagen, um Arbeitsplätze zu retten. Sein konkreter Vorschlag war damals, ein Angebot an die Betriebe zu machen, die 4-Tage-Woche bei einem Teillohnausgleich wahlweise auf freiwilliger Basis für einzelne Abteilungen oder gleich für ganze Betriebe einzuführen. Kurzum: Man wollte der Verzichtslogik der Betriebe folgen. Zwar etwas irreführend, aber wesentlich interessanter ist der aktuelle Ansatz in der norddeutschen Stahlindustrie. Hier fordert die IG Metall eine 4-Tage-Woche. Das Problem ist, dass es kein vollständiger Tag weniger ist, sondern je nach Schichtmodell maximal 3h, im ungünstigsten Fall sogar nur noch weniger pro Woche. Ein Risiko daran ist auch, dass die IG Metall zwar durchaus vollen Lohnausgleich fordert, allerdings bisher keine Rede von einem Personalausgleich ist. Das bedeutet, dass die Beschäftigten die Arbeitszeitverkürzung im Zweifelsfall zwar nicht mit ihrem Lohn bezahlen, aber dafür mit der Verdichtung ihrer eigenen Arbeit. Von einer 4-Tage-Woche, in der man die Arbeit von 5 Tagen zu erledigen hat, hat man im Endeffekt relativ wenig. Man bezahlt sie zwar nicht mit Geld, sondern mit Überstunden und einem eventuellen Burn-out.</p>
<h2></h2>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Was jetzt?</h2>
<p>Wenn man sich die verschiedenen Modelle anschaut, sieht man, dass Arbeitszeitverkürzung durchaus noch Thema in den Gewerkschaften ist. Und es ist auch dringend notwendig. Das Arbeitsvolumen in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Würde man die Anzahl der in Deutschland geleisteten Arbeitsstunden gleichmäßig auf alle arbeitenden und arbeitssuchenden Menschen verteilen, entspräche das 25h Arbeit pro Person und Woche. Was stattdessen passiert, ist, dass sich Menschen auf der einen Seite aufarbeiten mit teilweise deutlich über 40 h die Woche und andere von ihren Teilzeitjobs nicht mehr leben können. Wenn wir das verändern wollen, müssen wir die Arbeitszeit verkürzen. Ein sinnvoller erster Schritt könnte die flächendeckende Einführung der 35h-Woche sein. Längerfristig muss das Ziel für jede/-n KollegIn, der es ernst meint, die 30h Woche sein. Diese muss bei vollem Lohn- und Personalausgleich passieren, damit wir sie am Ende nicht auf die eine oder andere Weise selbst bezahlen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Nikos, Nürnberg</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2023/07/02/arbeitszeitverkuerzung-und-die-realitaet/">Arbeitszeitverkürzung und die Realität</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Aufbrechen von traditionellen Geschlechterrollen &#8211; Wie der Kampf um Arbeitszeitverkürzung und Emanzipation zusammenhängen</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2023/07/02/aufbrechen-von-traditionellen-geschlechterrollen-wie-der-kampf-um-arbeitszeitverkuerzung-und-emanzipation-zusammenhaengen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Jul 2023 11:16:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 3/2023]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Obwohl Frauen genauso viel zum Leben und Überleben der Gesellschaft beitragen, setzen sich bis heute immer wieder Rollenbilder durch. Nach diesen hätten Mädchen und Frauen eine natürliche Neigung zur Reproduktionsarbeit könnten deshalb ihren Beitrag nur putzend und mit Kind auf der Hüfte leisten. Mit der Aufklärung, dem aufkommenden Kapitalismus und der Industrialisierung wurden diese Ideen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2023/07/02/aufbrechen-von-traditionellen-geschlechterrollen-wie-der-kampf-um-arbeitszeitverkuerzung-und-emanzipation-zusammenhaengen/">Aufbrechen von traditionellen Geschlechterrollen &#8211; Wie der Kampf um Arbeitszeitverkürzung und Emanzipation zusammenhängen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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<p>Obwohl Frauen genauso viel zum Leben und Überleben der Gesellschaft beitragen, setzen sich bis heute immer wieder Rollenbilder durch. Nach diesen hätten Mädchen und Frauen eine natürliche Neigung zur Reproduktionsarbeit könnten deshalb ihren Beitrag nur putzend und mit Kind auf der Hüfte leisten. Mit der Aufklärung, dem aufkommenden Kapitalismus und der Industrialisierung wurden diese Ideen und Normen aber nicht radikal verändert und überwunden. Im Gegenteil &#8211; diesen Spaltpilz galt und gilt es immer noch seitens der Herrschenden gegen die Arbeiterklasse, also uns, einzusetzen.</p>
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<h2>Frauenarbeit damals</h2>
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<p class="docdata">In Schulbüchern lernen wir, dass Frauen früher den Haushalt geschmissen und die Kinder erzogen haben, während die Männer im Blaumann morgens in die Fabrik rein, abends wieder raus sind und das Geld mit nach Hause gebracht haben. Ein kurzer Blick in die Geschichte zeigt aber, dass dieses fragwürdige Familienidyll ein bürgerlich-kapitalistisches war. Proletarische Frauen verkauften ihre Arbeitskraft in Fabriken und Manufakturen, arbeiteten als Haushaltsgehilfinnen, weil ein Gehalt nicht zum Überleben ausreichte. „Bereits 1875 arbeiteten rund eine Million Frauen in der Industrie, dies entsprach etwa 20 Prozent aller dort Beschäftigten“. Vor allem in der Textilindustrie, die eine der größten und wichtigsten Industrien des 19. Jahrhunderts und damit des aufstrebenden Kapitalismus war, waren sie besonders stark vertreten, aber auch in anderen, „klassisch männlichen“ Berufen, arbeiteten sie Schulter an Schulter mit lohnabhängigen Männern, sogar mit Kindern. Dabei wurden Frauen (und Kinder) gezielt als billigere und angeblich weniger qualifizierte Arbeitskraft eingesetzt. Gemessen am Gehalt der männlichen Kollegen erhielten Frauen nur 35 bis 50 Prozent des Lohns. Dieser Lohnunterschied, den es heute mit dem Unterschied von 19 Prozent immer noch gibt, bedeutet damals wie heute, dass Frauen von den Kapitalisten als Lohndrückerinnen eingesetzt werden. Konkret hieß es, dass das niedrigere Gehalt, das Frauen ausgezahlt wurde, die Profite maximierten und den Besserverdienenden eine Warnung sein sollte: Die Arbeit ließe sich auch für weniger Geld verrichten.</p>
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<p>Und als ob das nicht genug wäre, galt die Reproduktionsarbeit in der gesamten Gesellschaft, also auch in der arbeitenden Klasse, als Frauensache. Der Tag war für Mädchen und Frauen nach 12 Stunden in der Fabrik nicht vorbei, sondern ging für viele von ihnen dann unentgeltlich weiter.</p>
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<h2>8 Stunden</h2>
<p>8 Stunden schlafen, 8 Stunden arbeiten, 8 Stunden (Kinderbetreuung, Angehörige pflegen, Haushalt, Care-Arbeit) &#8222;Freizeit&#8220;. Der Kampf der ArbeiterInnen um den 8-StundenTag war nicht zuletzt ein kollektiver und erfolgreicher Kampf der Klasse um eine Arbeitszeitverkürzung. Die gewonnene Zeit verbessert bis heute die Situation aller Werktätigen und ist ein wichtiger Hebel im Klassenkampf. Die 8 Stunden Freizeit ermöglichten die ersten Schritte hin zu einer nicht gerechten, aber gerechteren Aufteilung von Sorge- und Reproduktionsarbeit zwischen Frauen und Männern.</p>
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<p>Die langsame Angleichung von Männern und Frauen der letzten 70 Jahre wäre bei höheren Arbeitszeiten undenkbar. Nicht nur, weil alle mehr Zeit haben sich in Haushalt und Kin- dererziehung einzubringen, sondern auch, weil kürzere Arbeitszeit mehr Zeit für politi- sche Tätigkeiten bedeutet. Die Veränderung des Bewusstseins dieser Rollenbilder ist ein andauernder politischer Kampf. Das Mehr an Zeit nutzten und nutzen viele Menschen, um genau diese und andere gesellschaftliche Verhältnisse zu erkennen, sich zusammenzu- schließen und etwas dagegen zu tun.</p>
<p>In der Arbeitswelt tut sich gerade auch viel. Nur etwa die Hälfte der beschäftigten Frau- en arbeiten in Vollzeit. Sie sind nicht nur öfter in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen, Teilzeit oder nicht sozialversicherungspflich- tigen Arbeitsverhältnissen und geraten da- durch in Altersarmut, sondern sind überwiegend in den „systemrelevanten“ Berufen in Deutschland beschäftigt.</p>
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<h2>Der Niedriglohnsektor</h2>
<p>Kinderbetreuung, Kranken- und Altenpflege, Erziehung – das sind dazu auch alles Berufe, die oft schlecht bezahlt sind. Hausarbeit und anderweitige Reproduktionsarbeit kommen heute wie damals noch obendrauf. Bereits vor Corona haben Frauen im Schnitt drei Mal mehr Sorgearbeit geleistet als Männer. Die erkämpften 8 Stunden für Freizeit gehen bei Frauen viel zu häufig für genau diese Arbeit drauf.</p>
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<p>Umso wichtiger sind vor allem die Entlastungsbewegungen der letzten Jahre in diesen Berufen. Seien es die Entlastungskämpfe an den Krankenhäusern, die aktuellen Streiks der Lehrkräfte in Berlin, die für kleinere Klassen, mehr Personal und höhere Löhne oder die ErzieherInnen, die für Gesundheitstarifverträge kämpfen. Sie alle kämpfen für mehr als nur ein höheres Gehalt. Unsere Aufgabe als KommunistInnen ist es, die Arbeitszeitverkürzung einzubringen, wo das nicht der Fall ist. Denken wir alle drei Komponenten zusammen, die Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich, erreichen wir mit diesem Mittel eine Stärkung der Arbeiterklasse, denn wir trotzen den Kapitalisten und ihrem Staat mehr von dem Reichtum ab, den wir produzieren, und bauen so die Kapazitäten für Sorge- und Reproduktionsarbeit auf gesellschaftlicher Ebene aus. Diese und über den Kapitalismus hinausweisende Losungen wollen wir in diesen Auseinandersetzungen mit allen diskutieren und im Bewusstsein der Klasse verankern.</p>
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<p>Dabei schüren wir keine Illusionen in den Kapitalismus. Die Fortschritte, die wir machen, werden uns immer wieder abgetrotzt werden, wenn wir sie nicht mit aller Kraft verteidigen. Denn Spaltungsmechanismen sind ein wichtiges Mittel zur Herrschaftssicherung und werden uns immer wieder begegnen. Auch werden wir die doppelte Unterdrückung der Frau nur im Sozialismus überwinden können und eine gerechte Verteilung von Sorge- und Reproduktionsarbeit erlangen, denn die Spaltung der Geschlechter wird so lange aufrechterhalten werden, wie die herrschenden Gedanken die Gedanken der Herrschenden sind.</p>
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<p><strong>Anne, Essen</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2023/07/02/aufbrechen-von-traditionellen-geschlechterrollen-wie-der-kampf-um-arbeitszeitverkuerzung-und-emanzipation-zusammenhaengen/">Aufbrechen von traditionellen Geschlechterrollen &#8211; Wie der Kampf um Arbeitszeitverkürzung und Emanzipation zusammenhängen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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		<title>Held der Freizeit – Gemeinsam für Arbeitszeitverkürzung</title>
		<link>https://www.sdaj.org/?p=19242</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[redcat]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jun 2023 23:12:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 3/2023]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/?p=19242">Held der Freizeit – Gemeinsam für Arbeitszeitverkürzung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/?p=19242">Held der Freizeit – Gemeinsam für Arbeitszeitverkürzung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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