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	<title>Monopol Archive - SDAJ</title>
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		<title>Schönes, neues Privatgeld</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Apr 2020 16:13:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 1/2020]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Herrn Zuckerberg mangelt es nicht an Selbstvertrauen. Nachdem er das größte Informationsnetz („Facebook“ genannt) in die Welt gesetzt hat, aus den daraus fließenden Werbeerlösen sensationell hohe Gewinne abgegriffen und sich selbst zu einem der reichsten Männer der Welt gemacht hat, will er nun auch Notenbanker werden. Im Juni kündigte er eine eigene Währung an, „Libra“ [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Herrn Zuckerberg mangelt es nicht an Selbstvertrauen. Nachdem er das größte Informationsnetz („Facebook“ genannt) in die Welt gesetzt hat, aus den daraus fließenden Werbeerlösen sensationell hohe Gewinne abgegriffen und sich selbst zu einem der reichsten Männer der Welt gemacht hat, will er nun auch Notenbanker werden. Im Juni kündigte er eine eigene Währung an, „Libra“ (lateinisch: Waage und Pfund) genannt. Sie soll, so sagt er, es Milliarden Menschen, die über wenig Dollar und nicht einmal ein Bankkonto verfügen, ermöglichen zu bezahlen. Der Zahlungsvorgang wird dann von einem Konsortium mit Mark Zuckerberg an der Spitze abgewickelt. Dazu wird die raffinierte „Blockchain“-Technik verwendet, die ja schon bei dem seit 2009 bestehenden Pseudogeld „Bitcoins“ angewendet wird. Guthaben in Bitcoins werden dabei durch eine verschlüsselte Rechenoperation dargestellt, die bei einem Zahlungsvorgang von Zahler und Empfänger – anonym &#8211; nachvollzogen und authentifiziert werden.  Anders als die Bitcoins, deren Preis, in Dollar oder Euro gerechnet, wild schwankt, soll die Libra wertbeständig sein, weil das Zuckerberg-Konsortium für jede gekaufte Libra in genau festgelegtem Verhältnis Dollar, Euro und andere etablierte Währungen kauft, und so eine Preisgarantie für die Libra übernimmt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Eine bunte Truppe</strong></h4>
<p>Im von Zuckerberg versammelten Konsortium finden sich illustre Adressen wie zum Beispiel Microsoft, Uber, Paypal, Vodafone, Ebay und die beiden großen Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard. Die letzten beiden und Paypal haben sich nach erster Kritik an dem Vorhaben wieder verabschiedet. Die Notenbanker der Westlichen Welt, also diejenigen, die nach Recht und Gesetz das Monopol zur Ausgabe von Geld haben, sind von Zuckerbergs Plänen zwar nicht begeistert, aber sie haben gleichzeitig deutlich gemacht, dass sie die neue Privatwährung nicht verbieten werden. Sie schwafeln von der Notwendigkeit, die neue, schöne Währung strikt zu regulieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Angriff auf die Entwicklungsländer</strong></h4>
<p>Die Gefahr ist allerdings für Entwicklungsländer mit einer schwachen Währung und ineffizienten Zahlungssystemen viel größer. Dort wird ohnehin oft neben und statt der heimischen Währung in der Weltwährung Dollar, gelegentlich wohl auch in Euro abgerechnet und bezahlt. Auf diese Länder zielt das neue Konsortium ohnehin, und eine Regulierung derselben durch die imperialen Zentralbanken würde die Sache keinen Deut besser machen. Dabei geht es nicht nur um die Geschäftsdaten der künftigen Libra-Nutzer. Die hat Facebook bereits und macht Geschäfte damit. <strong>Es geht um die Kontrolle der Zahlungs- und Bankensysteme dieser Länder.</strong> Und es geht um den Notenbankgewinn. Jeder Kunde, der in Libra zahlt, muss diese erst für Dollar oder heimische Währung kaufen. Für Zuckerberg &amp; Co. fallen bei der Libra-Ausgabe nicht einmal Druckkosten an. Was ist ein Einbruch in eine <em>Bank</em> gegen die <em>Gründung einer Bank, fragte Brecht.</em> Und was ist die Gründung einer Bank, verglichen mit der einer Notenbank?</p>
<p>Lucas Zeise</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Dating im Kapitalismus &#8211; Ein Kommentar zu Dating-Monopolen</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2020/04/08/dating-im-kapitalismus-ein-kommentar-zu-dating-monopolen/</link>
		
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		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 07:40:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 1/2020]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dating-Apps wie Tinder, Grindr und OkCupid haben seit Jahren massiven Auftrieb. Ob man sie benutzt oder nicht, wir alle kennen sie. Ein guter Grund mal zu schauen, warum wir diese kostenlosen Apps zur Verfügung gestellt bekommen. Auch für Internetunternehmen gilt meistens, was wir in allen großen Industrien beobachten können: Die „freie Konkurrenz“ wurde immer mehr [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dating-Apps wie Tinder, Grindr und OkCupid haben seit Jahren massiven Auftrieb.</p>
<p>Ob man sie benutzt oder nicht, wir alle kennen sie. Ein guter Grund mal zu schauen, warum wir diese kostenlosen Apps zur Verfügung gestellt bekommen.</p>
<p>Auch für Internetunternehmen gilt meistens, was wir in allen großen Industrien beobachten können: Die „freie Konkurrenz“ wurde immer mehr zur Legende und immer weniger real, einige wenige große Konzerne verleiben sich kleinere Unternehmen ein, neu gegründete Firmen werden entweder direkt aufgekauft oder vom Markt verdrängt. Auch bei Dating-Apps ist das so.</p>
<p>So gehören beispielsweise die scheinbaren Konkurrenten OkCupid, Hinge und Tinder zur Match-Group, die wiederum der InterActiveCorp, einem us-amerikanischen Internetriesen gehört. Damit besitzt dieser Monopolist vier der fünf in den USA meistgenutzten Dating-Apps.</p>
<p>Soweit so schlecht.</p>
<h5><strong>Daten und Privatsphäre als Ware</strong></h5>
<p>Weiterhin ist das Interesse der Konzerne hinter diesen Apps natürlich nicht, uns alle nett zu verkuppeln, sondern vor allem Daten zu sammeln. So sammelt Tinder beispielsweise laut Datenschutzerklärung nicht nur den Standort, den Namen und die Mail-Adresse, sondern auch Fotos und Videos, Finanzdaten, Chatinhalte, die Interessen und Lebensstile, Daten von Facebook und sexuelle Orientierung seiner User.</p>
<p>Und weil Datensammeln kein Hobby oder Selbstzweck ist, werden diese Infos auch mit den 45 weiteren Unternehmen der Match-Group geteilt und weitergegeben.</p>
<p>Mit der weitestgehend fehlenden Belehrung der Nutzer, an wen die Daten genau weitergegeben werden und dem Austausch der Infos zwischen den einzelnen Unternehmen, verstoßen die allermeisten Dating-Apps, allen voran Tinder und seine Schein-Konkurrenten, gegen die Datenschutz-Grundverordnung der EU. Doch selbst wenn sie das nicht täten, zeigt das, wie im Kapitalismus alles zur Ware wird, auch unsere Daten. Wir haben längst keine Kontrolle mehr darüber, welche Informationen wir über uns preisgeben. Der Ausverkauf unserer Privatsphäre, intimsten Details unseres Liebeslebens und unserer Gefühle zugunsten der Profitinteressen weniger großer Konzerne sind dabei nicht Folge moralischer Verkommenheit oder irgendwelcher illegaler Aktivitäten dieser Monopolisten, sondern die logische Konsequenz dieses Systems.</p>
<p>Dagegen helfen weder Boykottaufrufe gegen Datenbunkerer, noch irgendwelche moralischen Belehrungen wie „Du entscheidest, was du über dich preisgibst“, denn das stimmt leider einfach nicht mehr. Wir haben meist einfach keinen Einblick, welche Infos wir wie und für wen über uns preisgeben. <strong>Das Problem ist also nicht das Nutzverhalten von uns Konsumenten, sondern dieses System!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Max, Köln</p>
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