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	<title>Frauenkampf Archive - SDAJ</title>
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	<description>Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend</description>
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	<title>Frauenkampf Archive - SDAJ</title>
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		<title>Mit Clara Zetkin starb heute vor 89 Jahren eine der bedeutendsten deutschen Kommunistinnen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jun 2022 20:20:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unsortiert]]></category>
		<category><![CDATA[1. Weltkrieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neben vielen bedeutenden Schriften (erinnert sei hier nur an das Referat „Der Kampf gegen den Faschismus“) hinterlässt sie eine beeindruckende Biographie von der alle und insbesondere diejenigen „Linken“, die jetzt in die Kriegshetze gegen Russland einstimmen, viel lernen können. Als sie die rechte, den Weltkrieg mittragende Führung der SPD 1917 als Chefredakteurin der Proletarierinnenpublikation „Die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Neben vielen bedeutenden Schriften (erinnert sei hier nur an das Referat „Der Kampf gegen den Faschismus“) hinterlässt sie eine beeindruckende Biographie von der alle und insbesondere diejenigen „Linken“, die jetzt in die Kriegshetze gegen Russland einstimmen, viel lernen können. Als sie die rechte, den Weltkrieg mittragende Führung der SPD 1917 als Chefredakteurin der Proletarierinnenpublikation „Die Gleichheit, Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“ absägte, machte Zetkin ihren Abschied von der „Gleichheit“, zum Abschied der deutschen Sozialdemokratie vom Streben nach eben jener Gleichheit des Menschen. Die SPD-Führung würde, so schreibt Zetkin in ihrem Abschiedsschreiben in Heftbeilage, die „Gleichheit“ von „einer freien Dienerin des internationalen Sozialismus“ zu einer „gehorsame Magd der Vorstandspolitik“ herabknechten.</p>
<p>Mit der „Gleichheit“ stellte sie sich den kriegstreiberischen, klassenverräterischen Positionen der Burgfrieden-Politiker in der SPD entgegen – das war denen nicht lieb. Die revolutionäre Antimilitaristin ging mit einem klassenbewussten Mic Drop:</p>
<blockquote><p>„Würde ich anders gehandelt haben, so hätte ich meine Grundsätze als internationale Sozialistin verleugnen, meiner Vergangenheit, meinem Lebenswerk, meinem Wesen ins Gesicht schlagen müssen. Ich wäre mir unwürdig des Namens Sozialistin erschienen, unwürdig des Vertrauens breiter proletarischer Massen und der führenden Stellung, die ich in der sozialistischen Arbeiterbewegung, namentlich aber in der internationalen sozialistischen Frauenbewegung innehatte. Sozialismus verpflichtet!“</p></blockquote>
<p>Clara Zetkin kämpfte bis zu ihrem Lebensende gegen Revisionismus und Reaktion – als Mitglied der USPD, des Spartakusbund und als Gründungsmitglied und Reichstagsabgeordnete der KPD. Als Antifaschistin analysierte und bekämpfte sie den deutschen Faschismus. Als Internationalistin tauschte sie sich mit Lenin und den Bolschewiki aus und verteidigte die Sowjetunion gegen antikommunistische Anfeindungen aus vielen Lagern.</p>
<div></div>
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		<title>Stop being an ally, start being a comrade! Die Geschichte der Frauenbewegung</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2022/02/04/stop-being-an-ally-start-being-a-comrade-die-geschichte-der-frauenbewegung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Feb 2022 14:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 5/2021]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kamala Harris ist die erste weibliche Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten, ein symbolischer Gewinn für die liberale westliche Linke. Das ist doch der beste Beweis dafür, dass wir ganz nah dran sind an der Gleichstellung der Geschlechter, oder? Nein. Sehen wir mal genauer hin. Hat sich durch diese Wahl irgendwas an den materiellen Bedingungen für die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">Kamala Harris ist die erste weibliche Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten, ein symbolischer Gewinn für die liberale westliche Linke. Das ist doch der beste Beweis dafür, dass wir ganz nah dran sind an der Gleichstellung der Geschlechter, oder? Nein. Sehen wir mal genauer hin. Hat sich durch diese Wahl irgendwas an den materiellen Bedingungen für die Mehrheit der Frauen verbessert? Nein. Wir müssen verstehen: Frauen werden im Kapitalismus unterdrückt und daran ändert sich auch nichts, wenn jetzt neuerdings immer mehr Frauen daran beteiligt sind, diesen Unterdrückungsapparat aufrecht zu erhalten.</span></span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">Es gehört heute zum guten Ton sich als Feministin zu bezeichnen. Angela Merkel tut es. Ivanka Trump tut es. Beyoncé tut es. Und: alle Linken tun es. Aber irgendwie können die doch nicht alle den gleichen Feminismus meinen. Gucken wir also genauer hin: </span><span lang="de-DE">W</span>oher kommt der Feminismus überhaupt historisch und welchen Standpunkt nehmen KommunistIinnen dazu ein?</span></span></p>
<p><b>Die Anfänge der Frauenbewegung</b></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">Die Forderung nach einer, im Gesetz verankerten, Egalität von Frauen geht auf die Französische Revolution zurück, genauer gesagt auf die „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ von Olympe de Gouge. Die Erklärung nimmt an, dass Männer eben nicht von Natur aus den Frauen überlegen sind und es deshalb einer Gleichstellung beider Geschlechter vor dem Staat bedarf</span><span lang="de-DE"><i>.</i></span><span lang="de-DE"> Teile dieser Forderungen finden sich auch in den Anfängen der bürgerlichen Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts wieder. Zu ihren Belangen gehörte das gleiche Recht auf Eheschließung (sprich die freie Wahl des Ehepartners), gleicher Lohn für gleiche Arbeit, sowie der Anspruch auf Eigentum. Bemühungen um politische Teilhabe blieben bis Anfang des 20. Jahrhunderts zweitrangig, wenn nicht ungeachtet – die Forderung nach dem Wahlrecht, wurde erst am Anfang des 20. Jahrhunderts lauter.</span> Dieser bürgerlichen Frauenbewegung stand <span lang="de-DE">eine</span> proletarische<span lang="de-DE">n</span> Arbeiterinnnebewegung gegenüber. Letztere war eingebettet in die internationale sozialistische Bewegung und wurde in Deutschland von Clara Zetkin angefü<span lang="de-DE">hr</span>t. Sie konzentrierte sich eben nicht auf ein “Recht auf Arbeit”, sondern <span lang="de-DE">auf das Erkämpfen besserer Arbeitsbedingungen in den Fabriken, Mutterschutz sowie einer generellen Verbesserung der Lohnsituation für Frauen. Zusammengefasst: Reformen, die das Leben irgendwie erträglich machen sollten. Aber die proletarische Frauenbewegung wäre nicht sozialistisch gewesen, wenn sie nicht verstanden hätte, dass Reformen nur bedingt etwas ändern können und dass es eine an die Wurzel gehende Veränderung braucht, um die Frauen zu befreien: </span><span lang="de-DE">E</span><span lang="de-DE">ine sozialistische Revolution.</span></span></span></p>
<p><span lang="de-DE"><b>Ursache: Kapitalismus</b></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">Die zwei Werke „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“ von Friedrich Engels und „Die Frau und der Sozialismus“ von August Bebel bildeten die theoretische Basis der Frauenfrage innerhalb der sozialistischen Bewegung.</span> Sie leiten her, dass die Unterdrückung der Frau aus dem Kapitalismus rührt. Die Frau arbeitet nicht nur in der Fabrik für weniger Geld als ihre Arbeit wert ist, sondern zuhause sogar ganz ohne Lohn. Sie wird doppelt ausgebeutet. Diese Zusammenhänge zu erkennen ist bis heute für KommunistInnen <span lang="de-DE">entscheidend</span> – die Stellung der Frau hat einen ökonomischen Ursprung. KommunistInnen wird nicht selten vorgeworfen, dass sie die Klassenfrage über alles stellen und die Frauenfrage zu unrecht vernachlässigen. Hier geht es aber nicht um Priorisierung, sondern um Zusammenhänge.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Frauen sind nicht nach Gottes Willen benachteiligt, sie sehnen sich auch nicht nach der schwächeren Position in der Gesellschaft und es sind auch keine abstrakten patriarchalen Strukturen, die aus dem Nichts heraus die Frauen unterdrücken. Die Unterdrückung der Frau hat eine ökonomische Grundlage und nur wer diese versteht kann auch die Befreiung der Frau erkämpfen.</span></span></p>
<p><b>Das öknomische Verhältnis</b></p>
<p lang="de-DE"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Die Elemente aus der bürgerlichen Frauenbewegung, sprich die Trennung der Frauenfrage von Klassenverhältnissen, kennzeichnen auch den heutigen Mainstream Feminismus. Repräsentation in staatlichen Institutionen als auch in den Medien, werden als essenzielle Bedingungen für eine Gleichberechtigung dargestellt; ökonomische Missstände wie die sogenannte „Gender Pay Gap“ sollen über Gesetze geregelt werden. Das moderne Verständnis, eine Frau sei dann emanzipiert, wenn sie ihre eigenen Entscheidungen treffen kann, ist Symptom dieser Isolierung der Frauenfrage von ökonomischen Verhältnissen.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Die Illusion, dass die Befreiung der Frau erlangt werden kann, wenn Frauen den gleichen Zugriff auf Machtpositionen wie Männer haben, ist die perfekte Verschleierung der Herrschenden um die Klassenfrage auszublenden. Statt des kapitalistischen Systems wird der Mann als Individuum zum Feindbild gemacht. Dadurch werden patriarchale Unterdrückungsstrukturen von ihrer Funktion für das System losgelöst und ihre Ursache in der Boshaftigkeit von Männern lokalisiert. Die aus dem Sexismus resultierenden Ungerechtigkeiten werden so nur oberflächlich versucht zu beseitigen: Genereller Männerhass mag eine nachvollziehbare Reaktion auf eine Welt sein, die Frauen ausbeutet und unterdrückt, verkennt aber die ideologische Funktion des Sexismus, die er im Erhalt bestehender Herrschaftsverhältnisse einnimmt.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><br />
<b>Gemeinsam kämpfen!</b></span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">Wir sehen also: </span></span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">D</span></span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">ie ökonomische Schlechterstellung der Frau hat ihre Wurzeln nicht darin, dass Männer irgendwie scheiße sind, sondern in der kapitalistischen Logik (die historisch gesehen immer von Männern in Entscheidungspositionen aufrechterhalten wurde und wird). Die Linie verläuft demnach nicht zwischen Männern und Frauen, sondern wenn man genau hinsieht zwischen oben und unten. Das erklärt auch, warum die proletarische Frauenbewegung &#8211; und in ihr und mit ihr die Kommunist</span></span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">I</span></span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">nnen &#8211; immer stark gemacht haben, dass der Kampf um die Befreiung der Frau nicht die Aufgabe der Frauen sein kann, sondern die Aufgabe all derjenigen sein muss, die nicht vom kapitalistischen System profitieren. </span></span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">Moderne Feministinnen sind manchmal schon einen Schritt weiter und rufen Männer dazu auf, als ally (eng.; Verbündete:r) die Frauen zu unterstützen. Das ist schon mal besser, als der Männerhass, der lange propagiert wurde – verkennt aber, dass wir einen gemeinsamen Kampf zu führen haben. Denn wie Alexandra Kollontai schon sagte: „</span></span></span><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">Ohne Sozialismus keine Befreiung</span></span></span></em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE"> der </span></span></span><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">Frau</span></span></span></em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE"> – und </span></span></span><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">ohne Befreiung</span></span></span></em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE"> der </span></span></span><em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">Frau kein Sozialismus</span></span></span></em><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">.“ Also: </span></span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">S</span></span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">top being an ally, start being a comrade! Kämpfen wir gemeinsam Seite an Seite für die Geschlechtergerechtigkeit und gleichzeitig für die Abschaffung der binären Geschlechtsnormen. Kämpfen wir Seite an Seite für die Abschaffung des Kapitalismus und gleichzeitig für die Verbesserung der Lage der Frauen in diesem System.</span></span></span></p>
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		<title>Arbeiterin oder Hausfrau? Oder doch Beides? &#8211; Wie Frauen im Kapitalismus doppelt ausgebeutet werden und was das für die Arbeiterklasse bedeutet.</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2022/01/29/arbeiterin-oder-hausfrau-oder-doch-beides-wie-frauen-im-kapitalismus-doppelt-ausgebeutet-werden-und-was-das-fuer-die-arbeiterklasse-bedeutet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Jan 2022 13:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 5/2021]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbeutung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon im Kindesalter wird von uns Frauen erwartet, empathisch und sozial zu sein. Es gab Puppen zu Weihnachten und wer Glück hatte bekam eine kleine Küche zum Geburtstag. Viele würden jetzt sagen, dass sich bei den Rollenbildern einiges geändert hat und es mittlerweile auch nicht mehr komisch sei, einem Mädchen ein paar Hotwheels zu schenken. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schon im Kindesalter wird von uns Frauen erwartet, empathisch und sozial zu sein. Es gab Puppen zu Weihnachten und wer Glück hatte bekam eine kleine Küche zum Geburtstag. Viele würden jetzt sagen, dass sich bei den Rollenbildern einiges geändert hat und es mittlerweile auch nicht mehr komisch sei, einem Mädchen ein paar Hotwheels zu schenken. Toll! Aber ist das wirklich unser einziger Weg zur Gleichberechtigung? Es lässt den Anschein erwecken, dass wenn wir Rollenbilder überwinden und damit die Aufteilung in Männer- und Frauenberufe abschaffen, wir auch erreichen, dass die Frau in nicht mehr schlechter, sondern genauso schlecht verdient wie der Mann. Rollenbilder sind aber nicht einfach nur ein konservatives Überbleibsel aus früheren Gesellschaftsformationen, sondern haben auch ihre Funktion im Kapitalismus.</p>
<p><b>Gemeinsam für den Sozialismus</b></p>
<p>Arbeiterinnen werden einerseits als Lohndrückerinnen eingesetzt, andererseits dient die Einteilung nach Geschlecht als Spaltungsmechanismus: Verbündeter einer Arbeiterin ist nicht länger ihr männlicher Kollege, sondern nun ihre Chefin. Denn so wie sie, kann sie mal werden, wenn sie nur hart genug arbeitet. Dabei muss sie genau wie der Arbeiter ihre Arbeitskraft verkaufen, während sich der Kapitalist den Mehrwert aneignet. Nun ist es aber auch so, dass sie zusätzlich noch weniger Lohn bekommt als ihr Kollege. Aber wie kommt es zu dieser Überausbeutung? Heutzutage können Frauen doch alles werden, was sie wollen! Und trotzdem wird in typische Frauen- und Männerberufe unterschieden. Die meisten Frauen arbeiten im sozialen- oder im Servicebereich. Nur sehr wenige im technischen Sektor, im Handwerk oder der Produktion. Männer wählen häufiger Berufe, die besser bezahlt sind und konzentrieren sich auf ihre „Karriere“. Eine Arbeiterin macht sich bei ihrer Berufswahl eher Gedanken darum, ob z.B. eine Kinderpause und ein Wiedereinstieg möglich ist. Sie wird also finanziell von ihrem Mann abhängig und ist neben ihrem Arbeitsalltag für die Hausarbeit, die Versorgung der Kinder etc. verantwortlich oder ist als Alleinerziehende einem noch höheren Armutsrisiko ausgesetzt. Sowohl Männer als auch Frauen werden als Teil der Arbeiterklasse politisch und sozial unterdrückt. Diese besondere Form der Benachteiligung der die Arbeiterin ausgesetzt ist, bezeichnen wir als doppelte Unterdrückung, die auf die unbezahlte Übernahme der Reproduktionsarbeit durch die Frau begründet ist. Die Normalisierung von Alltagsexismus, Gewalt an Frauen und frauenverachtender Pornographie, aber auch Gesetzgebungen wie das Strafgesetz zu Schwangerschaftsabbrüchen fußen auf dieser Ideologie. Es geht sogar soweit, dass Frauen, die ja die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, in der männlich dominierten Forschung, wie z.B. in medizinischen Studien zur Verträglichkeit von Medikamenten einfach übergangen werden. Wir müssen uns klar machen, dass wir die doppelte Unterdrückung der Frau nur gemeinsam und im ökonomischen und politischen Kampf überwinden können, ein paar Wohlfühlappelle reichen da nicht aus. Klasse und Geschlecht können wir nicht einfach voneinander trennen. Erst mit der Überwindung des Kapitalismus, auf dessen ökonomische Basis die Politik und die Rollenbilder aufbauen und der Errichtung des Sozialismus können wir die Unterdrückung der Frau voll und ganz bekämpfen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2022/01/29/arbeiterin-oder-hausfrau-oder-doch-beides-wie-frauen-im-kapitalismus-doppelt-ausgebeutet-werden-und-was-das-fuer-die-arbeiterklasse-bedeutet/">Arbeiterin oder Hausfrau? Oder doch Beides? &#8211; Wie Frauen im Kapitalismus doppelt ausgebeutet werden und was das für die Arbeiterklasse bedeutet.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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		<title>Kämpfende Frauen, Damals wie heute &#8211; Kurzportraits weiblicher kommunistischer Vorbilder</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2022/01/19/kaempfende-frauen-damals-wie-heute-kurzportraits-weiblicher-kommunistischer-vorbilder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jan 2022 13:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 5/2021]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbild]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alexandra Kollontai, oder: Den Fortschritt zwingen lernen März 1872: Es ist vermutlich tierisch kalt in Sankt Petersburg (formerly und later known as Leningrad), der Fortschritt pennt noch in Russland, der Zar regiert mit blutiger Faust und Alexandra Kollontai wurde geboren. Der Vater war General, die Bildung entsprach einem bürgerlichen Bildungsstandard (also humanistisch aber den ArbeiterInnen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="western"><b>Alexandra Kollontai, oder: Den Fortschritt zwingen lernen<br />
</b>März 1872: Es ist vermutlich tierisch kalt in Sankt Petersburg (formerly und later known as Leningrad), der Fortschritt pennt noch in Russland, der Zar regiert mit blutiger Faust und Alexandra Kollontai wurde geboren. Der Vater war General, die Bildung entsprach einem bürgerlichen Bildungsstandard (also humanistisch aber den ArbeiterInnen gegenüber zugesperrt, aus Geldgründen) und alles in allem geht alles seinen Gang. Mit 26 beginnt Kollontai das Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, nachdem sie ihre ersten Kontakte mit der sozialistischen Bewegung knüpfen konnte. Ein Jahr später wird sie Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands, stellt sich in den Parteiauseinandersetzungen zunächst auf die Seite der Menschewiki, lernt Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg kennen, wird später Mitglied der Bolschewiki und wird eine der Wenigen sein, die sich 1917, aus dem norwegischen Exil zurückkehrend, zu Beginn der Revolution auf der Seite Lenins und seiner „April-Thesen“ wiederfindet, als dieser den Bruch mit der provisorischen Regierung forderte. So weit, so konsequent. Doch was macht sie für uns heute so spannend?</p>
<p class="western">Kollontai war maßgeblich beteiligt an der Gründung einer Art Frauenkomitee im Zentralkomitee der KPdSU(B). In den 11 Jahren ihres Bestehens nahm sich diese Arbeitsgemeinschaft zentraler Probleme der kämpfenden Frauen in der Sowjetunion an, etwa in Sachen Alphabetisierung, Zurückdrängung religiöser Einmischung, Ehe- und Arbeitsrecht und vielem Mehr. Weitergehend stieß Kollontai zahlreiche Diskussionen um die Zukunft von Ehe- und Liebesleben im Sozialismus an, in denen man wohl teils über ihren Standpunkt streiten kann, etwa bei der sogenannten „Glas-Wasser-Theorie“ (ein Plädoyer dafür, Sexualität wie ein sprichwörtliches „Glas Wasser“ zu genießen, das sie nicht erfunden, wohl aber übernommen hatte), um die es einige Debatten mit Lenin gab. Doch trotzdem wurde hier ein Thema angegangen, das die alte, kapitalistische Welt zu berühren längst nicht mehr gewagt hatte, zumindest nicht in einem solchen Umfang.</p>
<p class="western">Schlussendlich war sie eine der ersten Frauen weltweit, die in diplomatischen Dienst traten und konnte hier eine herausragende Arbeit für die junge Sowjetunion im Kampf um die Anerkennung auf globaler Ebene führen, etwa in Mexiko, Norwegen und Schweden. Nun war Kollontai ein streitbarer Mensch, ging in einzelnen politischen Fragen auf Opposition und öfter auch mal auf Holzwege. Nichtsdestotrotz arbeitete sie auf vielen Ebenen solidarisch am Aufbau mit, befreite sich und Millionen von Frauen in Russland und den Schwesterrepubliken vom Joch der alten Knechtschaft an Heim und Herd und strahlte als Vorbild der kämpfenden kommunistischen- und Frauenbewegung international aus.</p>
<p class="western"><b>Hilde Benjamin oder: Tougher als Beton<br />
</b>Hilde Benjamin ist heute mehr oder weniger aus dem Bewusstsein der deutschen Frauenbewegung(en) verdrängt worden. Das ist ein ziemlich fatales Zeichen und Grund genug, sich klar zu machen, dass und warum Benjamin eine wichtige Bezugsperson der Arbeiterbewegung sein müsste und ist. Geboren als Tochter eines Angestellten studierte sie Rechtswissenschaften, wurde Mitglied der SPD, verließ diese Mitte der 20er um Mitglied der KPD zu werden, wurde Mitglied des Vorstands der Roten Hilfe und referierte neben ihrer Rechtsanwaltstätigkeit auf den Marxistischen Arbeiterschulen. Zu dieser Zeit verteidigte sie vor Allem ArbeiterInnen und eine Angeklagte im Prozess um die Tötung des ekelhaften Faschistenidols Horst Wessel. Ihr Mann, übrigens der Bruder Walter Benjamins (Philosoph der Frankfurter Schule), wurde von den Faschisten nach deren Machtübergabe aufgrund seiner jüdischen Herkunft und weil er Kommunist war, ins KZ verschleppt und ermordet, sie erhielt ein Berufsverbot und hat trotzdem den Faschisten nicht nachgegeben.</p>
<p class="western">Nach der Niederschlagung Hitlerdeutschlands durch die Alliierten, allen voran der Roten Armee, wurde sie schnell eine zentrale Funktionärin in der Justiz der Sowjetischen Militäradministration und später der DDR. Hier war sie Mitglied des Zentralkomitees der SED, Vizepräsidentin des Obersten Gerichts, Abgeordnete der Volkskammer und federführend beteiligt am Aufbau eines neuen, humanistischen Justizsystems für ein neues, sozialistisches, im Erbe des Humanismus stehendes Deutschland. Sie festigte, trotz oder wegen manches umstrittenen Urteils, den sozialistischen Aufbau und die Einheit der Partei, was ihr die bürgerlichen Rechtswissenschaften bis heute nicht verziehen haben und verzeihen konnten, sonst wären sie nämlich keine bürgerlichen Rechtswissenschaften. Weder Verleumdungs- und Hetzkampagnen der bundesrepublikanischen Medien, noch die Anfeindungen einiger Opportunisten konnten an diesen zentralen Errungenschaften rütteln.</p>
<p class="western">Hilde Benjamin zeigt damit exemplarisch, dass die Rolle der Frau in der kommunistischen Bewegung sich keineswegs auf rein frauenpolitische Fragen beschränkt, sondern dass sie im politischen Klassenkampf und im sozialistischen Aufbau mindestens eine genauso wichtige Rolle spielen wie ihre männlichen Counterparts &#8211; eine Erkenntnis, die selbst in den fortschrittlichen Reihen in den 50ern bis heute vielerorts nicht in ausreichendem Maße durchgedrungen ist. Sie zeigt weiterhin, dass, wo Charakter, Haltung und ökonomische und politische Rahmenbedingungen zusammentreffen, der Fortschritt in allen Bereichen des menschlichen Lebens unter sozialistischen Vorzeichen zu gigantische Schritten fähig ist, vor Allem im Vergleich mit dem feigen Rückwärtsgetrippel der kapitalistischen Nationen. Grund genug, sich diese konsequente Genossin von Zeit zu Zeit wieder in Erinnerung zu rufen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2022/01/19/kaempfende-frauen-damals-wie-heute-kurzportraits-weiblicher-kommunistischer-vorbilder/">Kämpfende Frauen, Damals wie heute &#8211; Kurzportraits weiblicher kommunistischer Vorbilder</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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		<item>
		<title>Wenn die Uhren rückwärts drehen &#8211; Die Tricks der Kapitalisten im Kampf gegen Emanzipation</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2022/01/16/wenn-die-uhren-rueckwaerts-drehen-die-tricks-der-kapitalisten-im-kampf-gegen-emanzipation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Jan 2022 14:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 5/2021]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland hatte 16 Jahre eine Kanzlerin und eine „Verteidigungs“ministerin. Die EU hat eine Kommissionspräsidentin. Frauenlohngruppen gehören der Vergangenheit an. Schwangerschaftsabbrüche sind, wenn auch nicht legal, so doch zumindest straffrei zugänglich und zum Frauentag gibt es nicht nur so viele Specials im Supermarkt, wie sonst nur am Valentinstag, sondern ist in Berlin und nach dem Willen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschland hatte 16 Jahre eine Kanzlerin und eine „Verteidigungs“ministerin. Die EU hat eine Kommissionspräsidentin. Frauenlohngruppen gehören der Vergangenheit an. Schwangerschaftsabbrüche sind, wenn auch nicht legal, so doch zumindest straffrei zugänglich und zum Frauentag gibt es nicht nur so viele Specials im Supermarkt, wie sonst nur am Valentinstag, sondern ist in Berlin und nach dem Willen der neuen Rot-Roten Regierung bald auch in Meckelnburg-Vorpommern, gesetzlicher Feiertag. Glatt könnte der Eindruck entstehen, wir seien ganz schön weit gekommen, im Kampf um die Rechte der Frau, um ein befreites Leben, um Brot und Rosen eben. Leider ist dieser Eindruck falsch. Während an der Tür von Edeka, neben der flatternden Diversitätsregenbogenfahne, für die tollen Angebote zum Frauentag geworben wird, sitzt an der Kasse die personifizierte Armut. Und die ist meistens weiblich. Karge 1.770 Euro Brutto verdient sie in Vollzeit, gewünscht und viel lieber eingestellt, werden aber meistens Teilzeitkräfte.</p>
<p>Nach Steuern und Großstadtmieten, bleibt da kaum was zum Leben übrig, auch der Frauentagsgruß vom Konkurrenten Rewe (Blumenstrauß plus Kirschblütensecco ab 23,99 Euro) ist davon nicht zu bezahlen. Die Altersarmut ist in der Bezahlung von sogenannten „frauentypischen“ Berufen schon angelegt, da hilft auch die Abschaffung von Frauenlohngruppen nichts. Wenn dann noch Elternzeitjahre oder eine dauerhafte Teilzeittätigkeit dazukommen, sind Frauen im Alter endgültig in der Armut gefangen.</p>
<p><b>Rollback durch die Konterrevolution</b></p>
<p>Seitdem vor 30 Jahren die Konterrevolution gesiegt hat, hat sich die ökonomische Lage der Arbeiterklasse konstant verschlechtert und mit der Erpressungsmaschinerie namens Hartz IV, haben SPD und Grüne dafür gesorgt, dass das auch so bleibt. Damit wir das nicht so merken, greifen die Herrschenden in diesem Land zu genauso hässlichen, wie einfachen Tricks. Neben Rassismus, ist einer der Beliebtesten, das Schlechtmachen von Alternativen. Damit die Ausgebeuteten in diesem Land der Ansicht bleiben, die Gesellschaft, wie sie hier ist, ist das Happy End der Geschichte, muss vergessen werden, dass es 40 Jahre lang ein Deutschland gab, in dem Frauenrechte in der Verfassung standen, in dem Kinderbetreuung nicht nur kostenlos, sondern für alle zugänglich und pädagogisch sinnvoll war, in dem es das Recht auf Schwangerschaftsabbruch ohne Zwangsberatung gab, in dem Frauen gleichberechtigt am Erwerbsleben teilgenommen haben und die Reproduktionsarbeit nicht nur geteilt, sondern staatlich organisiert wurde. Also installiert man Ost- und Stasi-Beauftragte und die Medien überfluten uns mit als Wahrheit getarnten Lügen über die DDR. Darin wird dann nicht nur von Diktatur und Stasi-Verbrechen gefaselt, sondern auch Frauen weisgemacht, dass ihresgleichen zum Arbeiten gezwungen wurde. Dabei wären doch alle viel lieber mit ihren Kindern zu Hause geblieben. Für immer. Der andere Trick, zu dem die Herrschenden greifen, um uns glauben zu machen, wir lebten in der besten aller möglichen Welten, ist die Pseudogleichberechtigung. Wenn das Land von einer Frau regiert wird, in Aufsichtsräten Frauen per Quote zu ihrem Recht kommen, Feminismus ein Dauerthema in den Feuilletons ist und selbst die CDU darüber diskutiert, dass eine Quote für Vorstände sinnvoll sein kann, dann ist doch alles im Lot in Sachen Gleichberechtigung, oder? Spoiler: Ist es nicht.</p>
<p><b>Weibliche Ausbeuter bleiben Ausbeuter</b></p>
<p>Um den Quatsch mal direkt loszuwerden: Kann uns doch egal sein, was die herrschende Klasse mit ihren Frauen macht. Frauen in kapitalistischen Herrschaftspositionen verhindern keinen Krieg, verbessern kein Gesundheitssystem und bescheren der Kassiererin keinen Cent mehr zu ihrem mageren Lohn. Im Gegenteil, möchte man mit Blick auf Margaret Thatcher, Ursula von der Leyen und Annalena Baerbock hinzufügen. Aber was ist mit dem Feminismus von Alphamädchen bis zur gruseligen Alice Schwarzer? Könnte hilfreich sein, ist es aber nicht. Heute ist Feminismus etwas, womit Firmen ihre Webseiten und Männer wie Frauen ihre Instagram-Accounts schmücken, an den bestehenden Verhältnissen ändert dies aber nichts. Solange die Rechtsentwicklung in diesem Land und weltweit den Sexismus von Herrenwitzen bis „Lebensschutz“ nach oben spült, haben wir mit bürgerlichen Feministinnen zwar eine ganze Menge gemeinsamer Forderungen – unser grundsätzliches Ziel bleibt ein anderes.Während die bürgerliche Frauenbewegung sich darauf verlässt, dass Proteste, so sie denn lautstark, andauernd und zahlreich genug sind, sowohl die Gesetzeslage als auch den Chauvinismus im Land ändern werden, ist uns klar, dass nicht nur das Geschlechterverhältnis die Unterdrückung der Frau bestimmt, sondern vor allem das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit. Die Analyse Clara Zetkins ist noch genauso goldrichtig wie vor 100 Jahren: „Im Proletariat ist es das Ausbeutungsbedürfnis des Kapitals, das die Frau zur Erwerbsarbeit zwingt und die Familie zerstört. Durch ihre Erwerbsarbeit wird die proletarische Frau dem Manne ihrer Klasse wirtschaftlich gleichgestellt. Aber diese Gleichstellung bedeutet, dass sie, wie der Proletarier, nur härter als er, vom Kapitalisten ausgebeutet wird. Der Emanzipationskampf der Proletarierinnen ist deshalb nicht ein Kampf gegen die Männer der eigenen Klasse, sondern ein Kampf im Verein mit den Männern ihrer Klasse gegen die Kapitalistenklasse.“</p>
<p><b>Spaltungsinstrument Sexismus</b></p>
<p>Das Ausspielen der Geschlechter gegeneinander hat denselben Grund – und denselben Effekt, wenn es erfolgreich ist – wie das Ausspielen von deutschen gegen migrantische ArbeiterInnen: Der gemeinsame Kampf soll erschwert, wenn nicht sogar verhindert werden, das Kapital ist der lachende Dritte. Denn solange wir nicht gemeinsam mit den Männern unserer Klasse gegen die Ausbeuter kämpfen, werden wir uns die Zähne ausbeißen an Themen wie gerechter Bezahlung, verdienen wir doch immer noch 18 Prozent weniger als Männer und arbeiten damit 69 Tage im Jahr faktisch ohne Entlohnung. Um diesen gemeinsamen Kampf der ausgebeuteten Klasse zu verhindern nutzt das Kapital jede Möglichkeit. Und eine davon ist, so lange in ihre Zeitungen zu schreiben, dass man sich der Problemen von Emanzipation und Gleichberechtigung bewusst ist und daran arbeitet, bis wir es glauben. Die Offizierinnen und Unteroffizierinnen des Kapitals, ob sie jetzt Angela Merkel oder Alice Schwarzer heißen, sind unsere Klassengegnerinnen. Sie stehen auf der anderen Seite der Barrikade, auch wenn sie noch so viel mit Gleichberechtigung winken.</p>
<p>Wenn die wahren Probleme der Gleichberechtigung &#8211; Care-Arbeit, Sexismus, Frauenfeindlichkeit und weibliche Armut &#8211; von Gendersternchen und Co. nur zugedeckt werden, hilft das der Befreiung der Frau aus der doppelten Ausbeutung im Kapitalismus nicht weiter. Es war richtig, dass die Textilarbeiterinnen, die 1912 in Lawrence für mehr Lohn und gegen Kinderarbeit streikten, zum Brot auch die Rosen dazu forderten. Nur &#8211; ohne Brot nützen die Rosen nichts. Von den Rosen sind wir hierzulande also noch weit entfernt. Gerade auch, weil man zu unserem internationalen Kampftag Kirschblütensecco mit „einem lieben Gruß zum Frauentag“ kaufen kann.</p>
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		<title>Sexismus in der Schule</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2022/01/10/sexismus-in-der-schule/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Jan 2022 14:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 5/2021]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung und Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagssexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir haben mit Freya aus Kassel zu Sexismus in der Schule gesprochen und wie dagegen Widerstand geleistet werden kann. Position: Wie äußert sich Sexismus in der Schule? Freya: Wir leben in einer Gesellschaft, in der klassische Frauenberufe schlechter entlohnt werden als klassische Männerberufe, Frauen auch bei gleicher Arbeit weniger verdienen und ganz überwiegend den Haushalt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Calibri, serif;">Wir haben mit Freya aus Kassel zu Sexismus in der Schule gesprochen und wie dagegen Widerstand geleistet werden kann.</span></p>
<h2 class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;"><b>Position: Wie äußert sich Sexismus in der Schule?</b></span></h2>
<p class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;">Freya: Wir leben in einer Gesellschaft, in der klassische Frauenberufe schlechter entlohnt werden als klassische Männerberufe, Frauen auch bei gleicher Arbeit weniger verdienen und ganz überwiegend den Haushalt schmeißen, die Erziehung der Kinder und die Pflege von Angehörigen übernehmen. Davon profitieren die Konzerne, die sich Lohnkosten sparen und die die Milliarden Subventionen bekommen, die der Staat dank der Arbeit der Frauen einsparen kann. Die Realität der doppelten Ausbeutung der Frau hat eine lange Geschichte und Tradition und spiegelt sich in allen Bereichen unseres Lebens wieder. So auch in der Schule. Egal, ob in Erwartungshaltungen von Lehrern, dass die Schülerinnen besonders fleißig, höflich und ordentlich sein müssen oder in Schulbüchern, in denen klassische Rollenbilder dargestellt werden, aber nicht, dass auch Frauen sich gemeinsam mit ihren männlichen Kollegen erfolgreich für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Kita-Plätze und für ein Recht auf Abtreibung einsetzen können. Besonders ätzend wird es, wenn sich die gesellschaftliche Abwertung der Frau als Sexobjekt in der Schule zeigt und es zu Grabschereien und entwürdigenden Anmachsprüchen durch Lehrer und Mitschüler kommt.  Die immer krassere Konkurrenz in der Schule begünstigt so ein abwertendes Verhalten. Schulen reagieren zum Beispiel so darauf, dass „nuttige“ Kleidung durch die Kleiderordnung verboten wird, weil sich die männlichen Schüler sonst nicht konzentrieren könnten. Damit wird dieses gesellschaftliche Problem individualisiert. </span></p>
<h2 class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;"><b>Hast du während deiner Schulzeit auch Sexismus erlebt?</b></span></h2>
<p class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;">Freya:Ich denke, jeder hat das</span><span style="font-family: Calibri, serif;">. Ein besonders krasses Problem hatten wir mit unseren Physiklehrer in der neunten Klasse. Er hat eigentlich in jeder Stunde irgendeinen sexistischen Spruch rausgehauen. Zum Beispiel hat er einer Schülerin unterstellt, sie hätte eine Schaltung aus Zufall richtig aufgebaut. Als die Schülerin das bestritten hat, fiel irgendwann der Satz: „Sagst du das auch, wenn dein Mann dir Haushaltsgeld gibt und du dir davon Schuhe kaufst?“. Einmal kam er in der Pause zu uns Mädchen und hat mir und einer Freundin seinen Arm um die Hüfte gelegt und uns aufgefordert uns stärker vorzubeugen (also den Hintern rauszustrecken). Dazu passte gut, dass er auf seinem Youtube-Channel sexistische Schlager gesungen hat (zum Beispiel „Willenlos“ von Westernhagen). </span></p>
<h2 class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;"><b>Wie habt ihr euch dagegen gewährt und wie könnte zu dem Thema an Schulen gearbeitet werden?</b></span></h2>
<p class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;">Freya:</span><b> </b><span style="font-family: Calibri, serif;">Irgendwann hat sich in einer Freistunde die Gelegenheit ergeben, dass wir mit den meisten Mädchen aus unserer Klasse darüber gesprochen haben. Wir haben darüber gesprochen, wie ätzend wir das Verhalten finden, dass uns das nicht nur in der Schule begegnet und dass man sich das nicht gefallen lassen darf. Wir haben vereinbart, dass wir probieren, immer etwas gegen seine Sprüche zu sagen. Direkt in der nächsten Stunde haben wir, als es um berufliche Vorstellungen ging, ihm alle nacheinander gesagt, dass wir Bauarbeiter oder ähnliches werden wollen. Diese gemeinsame Solidarität hat gut getan und Mut gemacht. Eine weiterer guter Anlass um an der Schule zu dem Thema aktiv zu werden, ist der internationale Frauenkampftag (8. März). In der Vergangenheit haben wir als SDAJ Gruppe gemeinsam mit mehreren Schülervertretungen Durchsagen und Quizwettbewerbe dafür vorbereitet. </span></p>
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		<title>Internationaler Tag der sicheren Schwangerschaftsabbrüche</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2021/09/28/internationaler-tag-der-sicheren-schwangerschaftsabbrueche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Sep 2021 17:55:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenunterdrückung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt gegen Frauen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieser steht in diesem Jahr unter dem Motto &#8222;150 Jahre Kampf gegen Paragraph 218&#8220;. Dieser Paragraph sowie der Paragraph 219a des Strafgesetzbuches verbieten ÄrztInnen auch heute noch, umfassende Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zur Verfügung zu stellen. Das Resultat ist, dass Frauen in Deutschland auch 2021 Schwierigkeiten haben, sich über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren oder eine Stelle zu [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser steht in diesem Jahr unter dem Motto &#8222;150 Jahre Kampf gegen Paragraph 218&#8220;. Dieser Paragraph sowie der Paragraph 219a des Strafgesetzbuches verbieten ÄrztInnen auch heute noch, umfassende Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zur Verfügung zu stellen. Das Resultat ist, dass Frauen in Deutschland auch 2021 Schwierigkeiten haben, sich über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren oder eine Stelle zu finden, die diese durchführt.</p>
<p>Dass diese Paragraphen keine reinen Papiertiger sind, sondern real zu Verurteilungen führen, zeigt unter anderem der Fall Kristina Hänel. Die Gießener Ärztin wurde Ende 2021 rechtskräftig nach Paragraph 219a StGB verurteilt &#8211; Hänel hatte auf ihrer Website darüber informiert, dass sie in ihrer Praxis Abbrüche vornimmt und Hintergrundinformationen über Abbrüche zur Verfügung gestellt. Das reicht aus, um von Menschenfeind:innen verklagt und einem deutschen Gericht verurteilt zu werden.</p>
<p>Das Urteil führte zu einem Aufschrei, die #GroKo aus (S)PD und CDU sah jedoch keinen Anlass, den frauenfeindlichen Paragraphen zu streichen, sondern nahm lediglich kleinere Änderungen vor, welche die Situation für ÄrztInnen sogar noch verschlechterten: &#8222;der unsägliche Kompromiss der großen Koalition zum Paragrafen 219a hat die rechtliche Situation für uns Ärz­t:in­nen letztlich nur verschlechtert: Mit ihm wurde klar, dass auch die sachliche Information über das „Wie“ von Schwangerschaftsabbrüchen in jedem Fall bestraft wird.&#8220; sagte Kristina Hänel dazu im Interview mit der TAZ.</p>
<p>Ebenso aus der Zeit gefallen wirkt Paragraph 218, der Frauen zu einer Beratung vor einem Schwangerschaftsabbruch verpflichtet. Nicht nur sind die Beratungsstellen verpflichtet, de facto in Richtung der Vermeidung eines Abbruches zu beraten. Die Zwangsberatung führt auch zu Wartzeiten und einer demütigenden Situation, in der betroffene Frauen auf einen Berechtigungsschein angewiesen sind, bevor sie einen Abbruch vornehmen dürfen.</p>
<p>Beide Paragraphen führen in der Konsequenz dazu, Schwangerschaftsabbrüche möglichst schwer und unangenehm zu gestalten. Als SDAJ stehen wir für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung von Frauen und fordern eine Abschaffung der Beratungspflicht. Frauen zu unterstellen, sie würden sich vor einem Abbruch nicht informieren und sie in &#8222;neutrale&#8220; Beratungsstellen zu zwingen, die oft kirchlich finanziert und organisiert sind und vor allem der Beratung gegen einen Abbruch dienen ist zynisch und menschenverachtend.</p>
<h5>
&#8211; Paragraph 218 und 219a StGB abschaffen!<br />
&#8211; Für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung!</h5>
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		<item>
		<title>Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2020/11/25/internationaler-tag-gegen-gewalt-an-frauen-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Nov 2020 20:02:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt gegen Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Marxistischer Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[tag gegen gewalt an frauen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Viele meinen, das sei hierzulande kein so großes Problem. Ein Blick auf die Zahlen zeigt sofort, dass das nicht stimmt: Knapp ein Viertel aller Frauen in Deutschland erleben im Laufe ihres Lebens irgendwann einen sexuellen Übergriff. Ob sexuelle oder nicht-sexuelle Gewalt, ein Großteil der Gewalt gegen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2020/11/25/internationaler-tag-gegen-gewalt-an-frauen-2/">Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Viele meinen, das sei hierzulande kein so großes Problem. Ein Blick auf die Zahlen zeigt sofort, dass das nicht stimmt: Knapp ein Viertel aller Frauen in Deutschland erleben im Laufe ihres Lebens irgendwann einen sexuellen Übergriff.</p>
<p>Ob sexuelle oder nicht-sexuelle Gewalt, ein Großteil der Gewalt gegen Frauen spielt sich im eigenen Haushalt ab, oft geht sie vom Partner aus: Allein 2019 registrierten Polizei und Justiz über 140.000 Fälle von Gewalt in der Partnerschaft, wobei die Opfer in 81% der Fälle weiblich waren. Die Dunkelziffer dürfte noch weit höher liegen. Etwa jeden dritten Tag wurde eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet.</p>
<p>Durch die Corona-Pandemie verschärft sich diese Problematik noch: Während der Pandemie verzeichneten Hilfe-Telefone einen deutlichen Anstieg der Anrufe von Frauen, die sich häuslicher Gewalt ausgesetzt sahen. Einerseits führt die durch Corona verschärfte Wirtschaftskrise zu erhöhter ökonomischer Unsicherheit. Finanzielle Sorgen verschärfen familiäre Konflikte und begünstigen häusliche Gewalt. Andererseits entfällt durch die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung ein wesentlicher Teil der sozialen Kontrolle: Frauen, die in missbräuchlichen Partnerschaften leben, sind ihren Partnern in noch stärkerem Maße ausgeliefert, je mehr Zeit gemeinsam in der Wohnung verbracht wird und je weniger soziale Kontakte außerhalb der Wohnung stattfinden. Gewalt ist eben keine reine Privatangelegenheit, sondern hat oft gesellschaftliche Ursachen.</p>
<p>Die Aufrufe in Politik und Medien, die vor diesen Zuständen warnen, sind vor allem eines: heuchlerisch! Diejenigen, die genau die unsoziale Politik machen und propagieren, die so viele Frauen in ein ökonomisches Abhängigkeitsverhältnis von ihren Partnern zwingt und deren Corona-Bekämpfung auf dem Rücken der arbeitenden Menschen stattfindet, anstatt sie zu entlasten, wundern sich nun anscheinend darüber, dass Frauen noch mehr Gewalt erleben.</p>
<p>Was wirklich gegen häusliche Gewalt helfen würde, wäre eine Politik, die Frauen aus der ökonomischen Abhängigkeit von ihren Partnern befreit und die Familien in der Pandemie entlastet, anstatt Krisenkosten auf den Einzelnen abzuwälzen.</p>
<p>&#8211; Schaffung von Rückzugsräumen für betroffene Frauen: Leerstehende Hotels müssen zur Verfügung gestellt werden!</p>
<p>&#8211; Sofortige Entlastung von Familien: Pandemiegerechte Betreuung in Schule und KiTa statt wackelige Hygienekonzepte ohne ausreichende Ausstattung!</p>
<p>&#8211; Die Befreiung von Frauen aus Abhängigkeit und Unterdrückung braucht vor allem ökonomische Unabhängigkeit: Echte Gleichstellung statt Nebelkerzen-Diskussionen um Frauenquoten in Vorständen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2020/11/25/internationaler-tag-gegen-gewalt-an-frauen-2/">Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Befreiung erkämpfen – heraus zum 8. März!</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2016/03/08/die-befreiung-erkaempfen-heraus-zum-8-maerz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Mar 2016 05:53:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 1/2016]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Frauentag]]></category>
		<category><![CDATA[internationaler Frauentag]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.sdaj.org/?p=6309</guid>

					<description><![CDATA[<p>Interview mit Erika Baum zur Bedeutung des Frauenkampftages. POSITION: Bereits 1908 beschlossen in den USA Frauen der sozialistischen Partei Amerikas sich für das Frauenstimmrecht einzusetzen, Ende Februar 1909 demonstrierten sie mit einem nationalen Kampftag für dieses Ziel. Nach einem Beschluss auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen gab es im März 1911 auch in [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2016/03/08/die-befreiung-erkaempfen-heraus-zum-8-maerz/">Die Befreiung erkämpfen – heraus zum 8. März!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2016/01/womansplaceisinthestruggle.jpg" rel="attachment wp-att-6310"><img decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-6310" src="/wp-content/uploads/2016/01/womansplaceisinthestruggle-225x300.jpg" alt="womansplaceisinthestruggle" width="225" height="300" srcset="https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2016/01/womansplaceisinthestruggle-225x300.jpg 225w, https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2016/01/womansplaceisinthestruggle.jpg 720w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a></p>
<p><strong>Interview mit Erika Baum zur Bedeutung des Frauenkampftages.</strong></p>
<p>POSITION: Bereits 1908 beschlossen in den USA Frauen der sozialistischen Partei Amerikas sich für das Frauenstimmrecht einzusetzen, Ende Februar 1909 demonstrierten sie mit einem nationalen Kampftag für dieses Ziel. Nach einem Beschluss auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen gab es im März 1911 auch in einigen Ländern Europas erste Frauentage, die für die Agitation für das Frauenwahlrecht genutzt wurden. Heute gibt es schon lange das allgemeine Wahlrecht. Worin siehst du die Notwendigkeit des 8. März als Frauenkampftag heute?</p>
<p><strong>Erika:</strong> Schon vor der Einführung des Wahlrechts auch für Frauen hat dieser Tag eine Bedeutung als Aktionstag für den Frieden bekommen. Seit dem Beginn des ersten Weltkrieges 1914 spielte er eine bedeutende Rolle im Kampf gegen den Krieg. Die internationale Frauenbewegung machte diesen Tag zu einem aktiven Antikriegstag. Und die reale Gefahr des Krieges existiert weiterhin und wir müssen uns dagegen organisieren. Daher ist der 8. März auch heute noch der Tag der Frauen, die um das Leben kämpfen, gegen die Gefahr des Krieges.<br />
Des Weiteren spielte und spielt auch immer noch der Kampf um wirkliche Gleichstellung eine große Rolle, denn die Gleichberechtigung der Frau existiert an vielen Stellen nur auf dem Papier als rein formale Gleichstellung. Es gibt hingegen so viele Gesetze, die die Ausbeutung um verschiedene Teilaspekte verschärft. Von der Kinderbetreuung, über Qualifizierungsmaßnahmen und unbezahlte Praktika. Die bürgerliche Auffassung von Freiheit und Emanzipation beruht auf einer rein formalen Gleichstellung, die aber nichts an der Ungleichbehandlung in manchen Lebensbereichen ändert. Sie verschärft durch diesen formalen Deckmantel eher das Problem. Die Frauenquote wird beispielsweise auch nur zur Verdeckung der wirklichen Herrschaftsverhältnisse genutzt. Immer noch findet man Frauen wenig in Führungspositionen und wenn dann noch eher in der Politik als in der Wirtschaft. Angela Merkel vertritt als Kanzlerin auf das Beste die Interessen des Monopolkapitals und unter Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin wird die kriegerische und ausbeuterische Politik des Kapitalismus noch auf die Spitze getrieben. So wird mit der Besetzung dieser Positionen durch eine Frau die Kriegspolitik noch verharmlost.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Was sind deiner Meinung nach Voraussetzungen für eine wirkliche Gleichberechtigung.</p>
<p><strong>Erika:</strong> Eine wirkliche Gleichberechtigung erreichen wir erst, wenn wir als Gesellschaft die materiellen Bedingungen dafür bereitstellen. Auch im Osten haben sich zu DDR Zeiten die Ökonomen darüber aufgeregt, dass es viel teuer ist Kindergärten zu finanzieren, als einfach nur das Kindergeld zu erhöhen. Dennoch haben wir das Ziel der gesellschaftlich organisierten Kinderbetreuung durchgesetzt, um allen Frauen eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen und aktiven Berufsleben zu ermöglichen. Außerdem muss klar sein, dass im Kapitalismus die Unterdrückung der Frau Methode hat. Sie wird genutzt um die Arbeiterklasse zu spalten.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> In vielen politischen Organisationen ist der Anteil von Frauen geringer als der der Männer. Was meinst du, wie man Frauen erreichen kann?</p>
<p><strong>Erika:</strong> Wenn ich mich heute mit jungen Frauen unterhalte höre ich immer wieder eine gewisse Perspektivlosigkeit heraus, die Schwierigkeiten einen Arbeitsplatz – trotz erfolgreich abgeschlossener Ausbildung bzw. Studium – zu finden. Dasselbe gilt natürlich auch für junge Männer, aber dennoch lastet die Aufgabe der Reproduktionsarbeit, also der Pflege und Erziehung von Kindern oft noch zum großen Teil auf den Frauen. Um Frauen zu erreichen müssen wir sie fragen, was ihre Sorgen und Nöte sind, um daran ansetzen zu können. Wir müssen herausfinden, was ist an der Lage der Frauen momentan das charakteristische ist um gemeinsame Kämpfe zu organisieren.<br />
Ich sehe da als ein Problem die voranschreitende Individualisierung: In der Gesellschaft nimmt die Vereinzelung zu. In den Medien wird das Bild des Individualisten vermittelt, der selbst für seine Taten verantwortlich sein. Diese theoretische Heraushebung des Individuums trägt zu einer Entsolidarisierung bei und das ist das gefährliche an dieser Demagogie. Wir müssen an dieser Stelle überlegen, wie wir Bedingungen schaffen, die das Alleinsein aufbrechen können. Ich sehe da als eine wichtige Sache den gemeinsam erlebten Kampf. Die Teilnahme an Demonstrationen und Streiks bei denen man die Kraft der Solidarität ganz praktisch erleben kann. Das ist innerhalb dieses von Konkurrenzkämpfen lebenden Kapitalismus notwendig.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Aus deiner Erfahrung heraus, wie muss sich die junge Arbeiterin heute zum Kampf für ihre Interessen organisieren?</p>
<p><strong>Erika:</strong> Wir müssen genau analysieren, wie die Lage der Frauen heute ist. Wir dürfen die allgemeinen Fragen des Klassenkampfes nicht aus dem Auge verlieren. Ich könnte es begrüßen, wenn ein paar Genossinnen und Genossen sich zusammen hinsetzen und gemeinsam überlegen, wie wir als kommunistische Partei oder als sozialistischer Jugendverband mehr Frauen erreichen können. Man müsste vorher die Inhalte solch einer Arbeitsgruppe formulieren und es muss klar sein, dass es nicht nur die Sache der Frauen allein ist, um eine stärkere Organisation unter Frauen zu kämpfen, sondern die aller GenossInnen. Unsere Stärke ist dabei, wie Clara Zetkin schon analysierte, dass wir als Proletarier gegen Ausbeutung und um Gleichberechtigung der Frauen gemeinsam mit den Männern unserer Klasse kämpfen. Im Gegensatz zu den Frauen des Bürgertums, welche die Emanzipation gegen die Männer ihrer Klasse durchsetzen müssten.<br />
Ich möchte auch jungen Menschen vermitteln, dass der Kampf um die Emanzipation der Frau auch der Kampf um das Menschsein ist. Wir kämpfen auch um das Recht der Männer, sich nicht in das klischeehafte Bild des Mannes im Gegensatz zur Frau einspannen lassen zu müssen. Auch dafür, dass man sich als Mann zu Warmherzigkeit und Zärtlichkeit öffentlich bekennen kann.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> „Unter den Bedingungen der Ausbeuterordnung waren und sind Frauen nie so frei wie im Kampf.“ Wie verstehst du diese Aussage?</p>
<p><strong>Erika:</strong> An dieser Stelle denke ich immer an das Bild der Rotarmistin auf dem Weg nach Berlin. Es verdeutlicht sehr gut, dass diese als Teil einer Bewegung eine starke Frau geworden ist, die sich nicht so einfach unterdrücken lässt. Sie ist Beispielgebend, bereit für die Menschen einzutreten und sich für ihre Interessen einzusetzen.<br />
Es ist unsere Aufgabe als KommunistInnen nicht nur beim Singen zu betonen, dass die Internationale das Menschenrecht erkämpft. Wir müssen in Gesprächen mit den Menschen, mit Männern wie Frauen die Ansatzpunkte entdecken, die sie uns zu Genossen und Genossinnen macht. Dabei ist es wichtig die Erfahrung der Menschen zu beachten und gemeinsam zu nutzen. Diese Anknüpfungspunkte in der Masse zu finden, das ist unsere Aufgabe.</p>
<p>Das Interview führte<br />
Tine, Berlin</p>
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