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	<title>Damaskus Archive - SDAJ</title>
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	<description>Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend</description>
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	<title>Damaskus Archive - SDAJ</title>
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		<title>„Wir möchten in Frieden leben“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[karlquarx]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Dec 2018 12:34:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 5/2018]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg und Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
		<category><![CDATA[Damaskus]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Solidarität]]></category>
		<category><![CDATA[Syrien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Reisebericht: Wie sieht es heute im vom Krieg zerstörten Syrien aus? Wir haben uns selbst ein Bild gemacht Nach mehr als sieben Jahren krieg steht Syrien für viele hierzulande als Synonym für Tod, Flucht und Zerstörung. Das Land entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit nicht nur zum Schauplatz eines blutigen Bürgerkrieges sondern auch zu einem internationalen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3></h3>
<h3>Reisebericht: Wie sieht es heute im vom Krieg zerstörten Syrien aus? Wir haben uns selbst ein Bild gemacht</h3>
<p>Nach mehr als sieben Jahren krieg steht Syrien für viele hierzulande als Synonym für Tod, Flucht und Zerstörung. Das Land entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit nicht nur zum Schauplatz eines blutigen Bürgerkrieges sondern auch zu einem internationalen Konflikt in dem bis heute eine Vielzahl ausländischer Akteure involviert ist. In Syrien ging es von Anfang an um mehr als um einen innenpolitischen Konflikt zwischen Regierung und sogenannten Rebellen.</p>
<p>Als iranischer und russischer Verbündeter war Syrien der NATO und EU seit langem ein Dorn im Auge. Gemeinsam mit Staaten wie Saudi-Arabien, Katar und der Türkei führte man einen Krieg auf politischer, wirtschaftlicher, ideologischer und militärischer Ebene, der direkt die territoriale Integrität und politische Souveränität des Landes zum Ziel hatte.</p>
<p>Wenn in diesem Zusammenhang bis heute noch von „Demokratie“ und „Freiheit“ geredet wird grenzt das an Zynismus. Nicht nur im Bezug auf die Verbündeten des Westens und diejenigen Kräfte die vor Ort Waffen und Gelder erhielten. auch der Rückblick auf andere Beispiele für „Demokratieexporte“ wie Libyen, Afghanistan und Irak zeigen letztlich, dass es in Syrien nicht um Menschenrechte sondern um Ressourcen, geostrategische Interessen und die politische Dominanz in der umliegenden Region geht.</p>
<h4><strong>Flucht nach Damaskus</strong></h4>
<p>Im Rahmen einer Solidaritätsmission des Weltbundes der demokratischen Jugend (WBDJ) und des Weltfriedensrates hatte ich die Möglichkeit mir selbst ein Bild über die Lage im Land zu machen. Unter anderem habe ich an offiziellen Treffen teilgenommen und auch einige Orte innerhalb und außerhalb der Hauptstadt Damaskus besucht. Im Stadtzentrum tummeln sich neben den ursprünglichen Bewohnern der Stadt auch tausende Flüchtlinge aus allen Landesteilen die aufgrund der größeren Sicherheit und den besseren Chancen Arbeit zu finden in die Stadt gekommen sind.</p>
<p>Viele Menschen haben Freunde und Verwandte verloren, mussten selbst fliehen oder haben seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihren Familien.</p>
<p>Alaa beispielsweise stammt ursprünglich aus der Stadt Deir-ez Zor und studierte 2011 zu Beginn des Konflikts in Damaskus. Während sie sich dazu entschied im Land zu bleiben, floh ihre damals nach wie vor in Deir-ez Zor lebende Familie ins Ausland. Seitdem hat Alaa ihre Familie nicht mehr gesehen und nur über Telefon und Sykpe Kontakt aufnehmen können. Ein anderes Beispiel wäre Fawzi der als Spanisch-Übersetzer arbeitet. Er lebte mit seiner Familie einst in Duma, einem Vorort von Damaskus, musste 2011 aber mit seinen Angehörigen ins Stadtzentrum fliehen nachdem er von bekannten Islamisten Todesdrohungen erhalten hatte.</p>
<h4><strong>Endlich ein normales Leben</strong></h4>
<p>Die meisten syrischen Jugendlichen wie Alaa und Fawzi wollen vor allem eins: Ein Ende des Krieges und damit die Möglichkeit endlich wieder ein normales Leben führen zu können. „Die Leute kümmert es nicht, mich kümmert es nicht, wer am Ende regiert, wir möchten in Frieden leben ohne uns jeden Tag davor fürchten zu müssen das wir sterben könnten. Die Menschen wollen das Alte hinter sich lassen und nach vorne schauen“ erzählt mir Alaa.</p>
<p>Viele Syrer haben seit Beginn des Krieges keine zivilen Ausländer mehr zu Gesicht bekommen. Syrische Jugendliche hatten wenig bis keine Möglichkeiten sich mit Gleichaltrigen anderer Länder auszutauschen und selbst Reisen in die unmittelbare Region waren über lange Zeit kaum bis gar nicht möglich. Die syrische Jugend ist seit teilweise sieben Jahre von der Außenwelt abgeschnitten und nicht wenige fühlen sich politisch im Stich gelassen vor allem im Hinblick auf die anhaltenden Sanktionen, die politischen Strafmaßnahmen und die anhaltende Förderung islamistischer Kämpfer durch NATO, EU und Drittstaaten.</p>
<h4><strong>Mehr politische Freiräume</strong></h4>
<p>Bereits jetzt hat sich einiges im Vergleich zur Vorkriegssituation getan. Sowohl syrische Jugendliche als auch mehrere arabische Delegierte die das Land bereits vor dem Krieg besucht hatten, berichteten mir von mehr politischen Freiräumen. Ein Großteil der Posten in Verwaltung und Politik wurde zudem in den vergangenen Jahren neu besetzt, mehrere Syrer berichteten mir das sich damit bereits das Problem der Korruption gebessert hat. Auch wurden die alten Machtstrukturen aufgebrochen, ein Umstand der nicht unbedingt viele Syrer traurig stimmt.</p>
<p>Der lange und blutige Bürgerkrieg hat aber unübersehbare Risse innerhalb der syrischen Gesellschaft hervorgerufen. Viele Bewohner von Damaskus sind misstrauisch gegenüber Syrern die über längere Zeit in aufständischen Gebieten gelebt haben, andere wollen Rache für vergangene Verbrechen und diejenigen die außer Landes geflüchtet sind werden nicht selten als Verräter angesehen.</p>
<h4><strong>Schleppender Wiederaufbau</strong></h4>
<p>Auch wenn der IS militärisch weitgehend besiegt ist und andere islamistische Banden mit russischer Unterstützung weitgehend zurückgedrängt wurden, der Großteil des Landes wieder unter Kontrolle der Regierung steht und viele Flüchtlinge im Inland wie auch in der Region in ihre Heimat zurückkehren, ist der Krieg in Syrien nach wie vor nicht vorbei. Die türkische Besatzung im Nordwesten des Landes dauert an, der schwellende Konflikt zwischen Zentralregierung und kurdischer Selbstverwaltung im Nordosten droht aufgrund der im kurdischen Gebiet stationierten US-amerikanischen Truppen zu eskalieren und in der nach wie vor umkämpften Provinz Idlib dürfte sich die wohl aktuell weltweit größte Konzentration islamistischer Kämpfer erfolgt haben.</p>
<p>Noch folgenreicher für die syrische Bevölkerung ist aber der Umstand, dass der Wiederaufbau des Landes aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Sanktionen und politischen Isolierung des Landes nur schleppend vorankommt. Denn es sind die einfachen Syrerinnen und Syrer die von den Sanktionen am härtesten betroffen sind und die durch die imperialistischen Aggressionen gegenüber ihrer Heimat am meisten verloren haben. Gerade jetzt ist unsere Solidarität mehr denn je gefragt.</p>
<p>[Leo, Damaskus]</p>
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<div style="padding-left: 30px;"><span style="color: #808080;"><strong>Soziale und politische Missstände&#8230;</strong></span></div>
<div style="padding-left: 30px;">
<p style="padding-left: 30px;"><span style="color: #808080;">&#8230;gibt es in Syrien nach wie vor. Aber grundlegende Veränderungen in diesem Bereich und gesellschaftlicher Fortschritt im Inneren werden nicht durch NATO-Interventionen und die von reaktionären arabischen Regimen finanzierten Dschihadisten erfolgen. „Es geht hier schon lange nicht mehr wirklich um Politik, es gab gute Rebellen, vielleicht ein paar in den ersten Wochen, aber das war es dann auch“ meint Fawzi zu mir als ich mich mit ihm über den Ursprung des Krieges unterhalte. Es hat Gründe warum sich viele Oppositionelle und auch unsere GenossInnen dazu entschieden haben sich weiter auf ihre Art und Weise für Veränderungen einzusetzen anstatt einen regime change herbeizusehnen wie er von EU, NATO und anderen propagiert wird.</span><br />
<span style="color: #808080;">So waren die zwei großen syrischen Kommunistischen Parteien während der Solidaritätsmission ebenfalls durch offizielle Vertreter anwesend. Beide Parteien kritisieren die Regierung und taten dies bereits vor 2011 beispielsweise im Hinblick auf die damals eingeleiteten Wirtschaftsreformen. Sie weisen dennoch darauf hin das das Hauptaugenmerk in der gegenwärtigen Situation auf den Aggressionen von außen und auf dem Kampf gegen reaktionäre Kräfte im Inneren liegen muss.</span></p>
<p><span style="color: #808080;"><strong>Deutsche Waffen, deutsches Geld</strong> </span></p>
<p style="padding-left: 30px;"><span style="color: #808080;">Die BRD beteiligte sich von Anfang an an dem vielschichtigen Krieg gegen Syrien. Neben den mitgetragenen Wirtschaftssanktionen, politischen Maßnahmen und ideologischer Beeinflussung sind es auch deutsche Waffen die in Syrien zum Einsatz kommen. Es sind deutsche Gewehre die über die Golfdiktaturen an Islamisten in Syrien gelangten und es sind deutsche Panzer mit denen die türkischen Armee ihre Invasion Nordsyriens bestritt. Deutschland ist außerdem seit 2013 auch militärisch direkt vor Ort präsent. Erst durch die Stationierung der „Patriot“-Raketenabwehrsystemen in der Türkei und dann ab 2015 durch den völkerrechtswidrigen Bundeswehreinsatz in Syrien.</span></p>
</div>
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			</item>
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		<title>»Internationale Solidarität gerade jetzt wichtig«</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2018/11/06/internationale-solidaritaet-gerade-jetzt-wichtig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[international]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Nov 2018 07:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Internationale Solidarität]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg und Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[Antiimperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Antimilitarismus]]></category>
		<category><![CDATA[Damaskus]]></category>
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		<category><![CDATA[Internationalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>
		<category><![CDATA[Syrien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unser Genosse Leo hat einer Solidaritätsdelegation der World Federation of Democratic Youth WFDY in Syrien teilgenommen. Im Interview mit der Tageszeitung junge Welt erzählt er von seinen Erfahrungen. Wir dokumentieren hier die Langfassung des Interviews: &#160; &#160; Sie haben sich an einer internationalen Solidaritätsdelegation nach Syrien beteiligt, die unter anderem vom Weltbund der Demokratischen Jugend [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2018/11/06/internationale-solidaritaet-gerade-jetzt-wichtig/">»Internationale Solidarität gerade jetzt wichtig«</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Genosse Leo hat einer Solidaritätsdelegation der <a href="https://www.facebook.com/wfdyfmjd/?ref=gs&amp;__tn__=%2CdK-R-R&amp;eid=ARDTMY9_q4OF602lj2_f83UoRVE6FJN3nqi97f7bXEQgOFyFvPjBq5dfp454zX21Yez_9OqAnnBC4mzW&amp;fref=gs&amp;dti=757131684351613&amp;hc_location=group" class="broken_link">World Federation of Democratic Youth WFDY</a> in Syrien teilgenommen. Im Interview mit der Tageszeitung <a href="https://www.facebook.com/junge.welt/?ref=gs&amp;__tn__=%2CdK-R-R&amp;eid=ARDlo31UR5KMLUQIXvdrxegbS4lxoAJjBwz3oVXn_R1gIuFziaT3duRN_szleIDSqv4jJ9iePvM0prpu&amp;fref=gs&amp;dti=757131684351613&amp;hc_location=group" class="broken_link">junge Welt</a> erzählt er von seinen Erfahrungen. Wir dokumentieren hier die Langfassung des Interviews:</p>
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<li><strong>Sie haben sich an einer internationalen Solidaritätsdelegation nach Syrien beteiligt, die unter anderem vom Weltbund der Demokratischen Jugend und dem Weltfriedensrat organisiert wurde. Wie kam es dazu?</strong></li>
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<p>Sowohl der Weltbund der Demokratischen Jugend als auch der Weltfriedensrat haben in der Vergangenheit bereits mehrere Solidaritätsmissionen nach Syrien entsandt. Nach mehr als sieben Jahren hat der Konflikt immer noch kein Ende gefunden und gerade jetzt wo in vielen Teilen Syriens der Wiederaufbau beginnt, ist internationale Solidarität besonders wichtig. Als Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) sind wir seit unserer Gründung Mitglied im WBDJ und aktuell auch in dessen Vorstand. Im Hinblick auf die Rolle der BRD im Konflikt um Syrien war es uns besonders wichtig an der Delegation teilzunehmen.</p>
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<p>Insgesamt haben 92 Delegierte, die 55 Organisationen aus 37 Ländern vertreten, an der Solidaritätsmission teilgenommen. Über drei volle Tage verteilt haben wir an einer Vielzahl offizieller Treffen teilgenommen. Weiterhin fanden Zusammenkünfte mit mehreren hundert Studenten sowie Gewerkschaftsvertretern und Angehörigen des Parlaments statt. Aber auch abseits davon hatten wir die Möglichkeit Gespräche mit syrischen Jugendlichen auf der Straße zu führen und uns ohne größere Einschränkungen im Stadtzentrum von Damaskus zu bewegen.</p>
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<li><strong>Was war das Ziel der Reise?</strong></li>
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<p>Der Krieg der NATO gegen Syrien hat zu Tod, Zerstörung, Flucht und Vertreibung sowie zur Entfesselung reaktionärer terroristischer Kräfte geführt. Die deutsche Regierung ist an diesen Verbrechen beteiligt. Auch wenn in Damaskus mittlerweile wieder Schritt für Schritt ein gewisses Maß an Normalität einkehrt, sollte man nicht vergessen, dass die Stadt über Jahre nahezu täglich durch Mörser und Granaten beschossen wurde und die umliegende Umgebung erst seit Mai diesen Jahres sich wieder unter vollständiger Kontrolle der Regierung befindet. Die meisten Menschen, mit denen ich persönliche Gespräche führte, haben tote Verwandte und Freunde zu beklagen, wurden teilweise über Jahre hinweg von ihren Familien getrennt und mussten aufgrund des Krieges nicht selten innerhalb des Landes in eine andere Region oder Stadt flüchten.</p>
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<p>Die Aggression gegenüber Syrien hat aber nicht nur einen militärischen, sondern auch einen ökonomischen und politischen Charakter. Wirtschaftliche Sanktionen und die politische Isolierung des Landes haben erhebliche Auswirkungen auf die Bevölkerung und betreffen in erster Linie die einfachen Menschen in Syrien. Die auch von der deutschen Bundesregierung mitgetragenen Maßnahmen erschweren das Leben und Überleben enorm und der Wiederaufbau kommt derzeit aufgrund mangelnder internationaler Hilfe nur schleppend voran. Die politische Isolierung Syriens durch den Abbruch diplomatischer Kontakte, dem Ausschluss des Landes aus internationalen wie regionalen Zusammenschlüssen sowie erschwerten Reisemöglichkeiten schneiden die syrische Bevölkerung vom Kontakt zur Außenwelt weitgehend ab. Vor allem syrische Jugendliche haben darunter zu leiden, dass sie sich nicht mit Gleichaltrigen anderer Länder austauschen können.</p>
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<p>Umso größer waren mitunter die Freude oder zumindest Neugier der Menschen vor Ort bezüglich unseres Besuchs. Bei unseren Rundgängen und einer Fahrt durch die Innenstadt von Damaskus sind Dutzende Menschen angehalten um uns zu beobachten und teilweise auch zu grüßen. Für viele von ihnen dürften wir seit sieben Jahren die ersten Fremden gewesen sein, die sie zu Gesicht bekamen. Wir wollten deutlich machen: Diejenigen, die Raketen auf euer Land abschießen, die es ökonomisch in die Knie zwingen wollen, die offen und verdeckt die terroristischen Mörderbanden unterstützen und finanzieren, die viele von euch zur Flucht gezwungen haben, das sind die Regierungen der NATO-Staaten. Doch es gibt in diesen Staaten auch uns &#8211; Jugendliche, die sich gegen diese Verbrechen und aktiv sind gegen den Krieg gegen Syrien!</p>
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<ol>
<li><strong>Sie solidarisieren sich also mit der Regierung des syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad? Haben sie an ihm keine Kritik?</strong></li>
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<p>Unsere Solidarität gilt in erster Linie der syrischen Bevölkerung und insbesondere den Werktätigen, der syrischen Jugend und unseren GenossInnen vor Ort. Die syrische Regierung ist nicht nur auf dem Papier und nach internationalem Recht offizieller Vertreter Syriens, sondern verfügt auch ganz real über weitaus mehr Legitimität als die in Syrien ansässigen einheimischen oder ausländischen islamistischen Kämpfer.</p>
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<p>Die Mehrheit der Millionen Binnenflüchtlinge hat sich bewusst in Städten wie Damaskus niedergelassen, eben weil es dort mehr Sicherheit, persönliche Freiheiten und Perspektiven gibt als in den von Rebellen kontrollierten Gebieten. Ebenso kehren bereits Tausende Flüchtlinge aus dem Libanon zurück und aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass viele in Jordanien ansässige Syrer die vor kurzem erfolgte Wiedereröffnung der syrisch-jordanischen Grenze nutzen, um ihre Familien, Freunde und Verwandte in den von der Regierung kontrollierten Gebieten zu besuchen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kritik ist selbstverständlich angebracht und notwendig – aber vor allem an der Bundesregierung, an der NATO und allen anderen Kriegstreibern im gesamten Nahen Osten. Wir wollen uns nicht zu Erfüllungsgehilfen von heimischen Kriegstreibern oder den Interessen deutscher Banken und Konzerne machen, indem wir uns an der Aggression gegenüber Syrien beteiligen. Das Geschrei bürgerlicher Medien und Politiker ist an Heuchelei kaum zu überbieten. Syrien muss sich von Staaten wie Saudi-Arabien und Katar nicht erklären lassen was Freiheit bedeutet und Staaten wie Deutschland, die mit Militärdiktaturen und reaktionären Monarchien in der Region zusammenarbeiten und dabei keinerlei Probleme mit Folter, Massakern oder beispielsweise dem derzeit stattfindenden Völkermord im Jemen haben, sollen einem nichts von Demokratie erzählen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Man darf auch nicht vergessen, dass sich in Syrien politisch in den letzten Jahren viel getan hat.</p>
<p>Sowohl in Gesprächen mit gewöhnlichen syrischen Jugendlichen die nicht Teil irgendeiner Organisation waren als auch basierend auf den Erfahrungen einiger arabischer Delegierter, die Syrien noch vor dem Krieg besucht hatten, lässt sich sagen, dass es heutzutage politisch mehr Freiräume gibt und vor allem der Einfluss der Geheimdienste im öffentlichen Leben zurückgegangen ist Ein Großteil der politischen und vor allem administrativen Posten wurde in den letzten Jahren neu besetzt und einst einflussreiche Familien in Politik und Militär wie die Sippe des von 1972 bis 2004 amtierenden Verteidigungsministers Mustafa Tlass ist durch ihr Überlaufen zu den Aufständischen praktisch in Bedeutungslosigkeit versunken, ein Umstand der nicht unbedingt viele Syrer traurig stimmt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Kampf für soziale und politische Rechte in Syrien wird und muss weitergehen, aber er kann und wird nicht durch das Wüten islamistischer Banden im Dienste reaktionärer arabischer Regime und imperialistischer Staaten erfolgen.</p>
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<li><strong>Wie geht es nach der Reise jetzt weiter?</strong></li>
</ol>
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<p>Unsere wichtigste Aufgabe ist es jetzt die durch die Reise gewonnen Erlebnisse und Erfahrungen in unsere jeweiligen Länder zu tragen und unsere Freunde sowie Kollegen in Schule, Uni und Betrieb über die Lage in Syrien zu informieren und damit der hierzulande verbreiteten Darstellung des Konflikts etwas entgegenzusetzen.</p>
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<p>Für uns als Jugendliche in Deutschland muss dabei der Fokus der politischen Arbeit auch weiterhin auf der Rolle der BRD liegen, die sich seit Beginn des Konflikts an Sanktionen, politischen Strafmaßnahmen und der direkten oder indirekten Bewaffnung von Islamisten beteiligt hat. Deutschland ist außerdem seit 2013 auch militärisch direkt vor Ort präsent. Zuerst durch die Stationierung von „Patriot“-Raketenabwehrsystemen in der Türkei und später dann ab 2015 durch den völkerrechtswidrigen Bundeswehreinsatz in Syrien. In diesem Zusammenhang wurden Daten, die durch Aufklärungsflüge der deutschen Tornados gesammelt worden sind, auch an die USA und die Türkei weitergegeben, also an Staaten, die wiederholt Luftschläge gegen Stellungen der syrischen Armee oder Positionen der im Norden des Landes aktiven kurdischen YPG ausführten.</p>
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<p>Erst vor wenigen Tagen berichtete zudem der Tagesspiegel basierend auf einer Anfrage der Bundestagsabgeordneten Evrim Sommer (Die Linke) davon, dass die Bundesregierung plant, rund 49 Millionen Euro an Hilfsgeldern in die neben der türkischen Besatzungszone letzte Hochburg der islamistischen Rebellen Idlib zu entsenden. Laut offizieller Begründung durch Außenamtsstaatssekretär Walter Lindner (SPD) will man „zivile Akteure, die sich extremistischen Einflüssen in der Region Idlib entgegenstellen“ unterstützen. Wer meint, dass man in einem hart umkämpften Kriegsgebiet unter Kontrolle bewaffneter Gruppen, die quasi-staatliche Strukturen aufgebaut haben, Hilfsgelder von außen einfach so gezielt „verteilen“ kann, ist entweder absolut dämlich oder lügt bewusst. In Idlib geben nicht „zivile Akteure“ den Ton an, sondern hochgerüstete dschihadistische Milizen wie der de-facto Al-Qaida Ableger Haiʾat Tahrir al-Sham oder die salafistische Gruppierung Ahrar al-Sham.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und in unserer Rolle als Internationalisten bleibt letztlich unsere größte Verantwortung die durch die Reise gewonnenen Kontakte zu Jugendlichen in Syrien nicht abreißen zu lassen. Ganz im Sinne der gemeinsamen Interessen von Jugendlichen weltweit wollen wir den gemeinsamen Austausch im Kampf für eine bessere Welt vorantreiben.</p>
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		<title>Resolution der Internationalen Solidaritätskonferenz mit der syrischen Jugend und dem syrischen Volk</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2018/11/05/resolution-der-internationalen-solidaritaetskonferenz-mit-der-syrischen-jugend-und-dem-syrischen-volk/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[international]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Nov 2018 08:47:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Internationale Solidarität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf Initiative des Weltbundes der Demokratischen Jugend (WFDY/WBDJ) und des Weltfriedensrates (WPC) versammelten sich vom 29. bis 31. Oktober 2018 92 Vertreter von Mitgliedern und Freunden von WPC und WFDY in der syrischen Hauptstadt Damaskus, um ihre Solidarität mit dem syrischen Volk und der Jugend auszudrücken. Die Teilnehmer der Solidaritätsmission, die 55 Organisationen aus 37 [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Initiative des Weltbundes der Demokratischen Jugend (WFDY/WBDJ) und des Weltfriedensrates (WPC) versammelten sich vom 29. bis 31. Oktober 2018 92 Vertreter von Mitgliedern und Freunden von WPC und WFDY in der syrischen Hauptstadt Damaskus, um ihre Solidarität mit dem syrischen Volk und der Jugend auszudrücken. Die Teilnehmer der Solidaritätsmission, die 55 Organisationen aus 37 Ländern vertraten, veranstalteten am 30. Oktober eine internationale Konferenz an der Universität von Damaskus mit 400 teilnehmenden syrischen Jugendlichen und Studierende. Dabei wurde die die folgende Erklärung beschlossen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir grüßen die mutigen Menschen, Jugendlichen und Studierenden Syriens und bekunden unsere uneingeschränkte Solidarität für das Leid und die Not der mehr als sieben Jahre, in denen Syrien einer beispiellosen und koordinierten Aggression des Imperialismus gegenüberstand: Die USA, die NATO, die EU, die Türkei, der zionistische Staat Israel und die reaktionären Golfmonarchien bewaffneten Tausende von extremistischen Söldnern, um das Land zu verwüsten und zu zerstören.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir drücken den Familien der Tausenden Todesopfer und den vielen Verletzten und ihren Familien unser Mitgefühl aus. Wir prangern die imperialistische Einmischung, die Sanktionen und Manöver an, die versuchen das syrische Volk durch terroristische Aktionen, mit falschen Vorwänden und fake news zu besiegen. Ziel des Imperialismus die Kontrolle der Energieressourcen sowie Pipelines und Märkte der Region, um die Profite der multinationalen Konzerne zu sichern. Massive Vertreibung und Flucht vieler Menschen im Land und in die Nachbarländer sind das Ergebnis dieses Kampfes um Einflusssphären.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir drücken dem syrischen Volk, seiner Führung und Armee unsere Unterstützung aus, und wir stellen mit Wut fest, dass trotz der wichtigen Siege noch immer Tausende bewaffneter fundamentalistischer Terroristen auf syrischem Boden sind, wie z.B. in der syrischen Provinz Idlib. Wir verurteilen die Invasion und die Besetzung des Nordens Syriens durch türkische Truppen sowie die Präsenz von US- und NATO-Truppen in der Region östlich des Euphrat und ihrer Militärbasis in Al Tanaaf an der Grenze zwischen Syrien, Jordanien und dem Irak. Wir verurteilen die Pläne und Aktionen der Imperialisten zur Destabilisierung und Spaltung des Landes, die zudem das Völkerrecht verletzen. Die Teilnehmer der Solidaritätsmission stellten mit Genugtuung fest, dass die Rückkehr zum normalen Leben für das syrische Volk und die Jugend nach der Niederlage des IS und anderer terroristischer Gruppen schon weit fortgeschritten ist. Das unterstreicht die Forderung, dass das syrische Volk selbst bei voller Souveränität und territorialer Integrität über seine Zukunft und sein Schicksal entscheiden können muss. Wir drücken unseren tiefen Respekt vor der Standhaftigkeit und dem festen Widerstand des syrischen Volkes und seiner Armee aus. Viele Städte und Gebiete wurden befreit und freuen sich auf die vollständige Befreiung des Landes, einschließlich der Golanhöhen. Der gewaltsame „Regimewechsel“ scheiterte dank der Einheit des syrischen Volkes. Dennoch sind die subversiven Aktivitäten nicht vorbei. Wir verurteilen die Pläne für neue geplante Provokationen unter dem niemals bewiesenen Vorwand des Einsatzes von chemischen oder anderen Massenvernichtungswaffen. Die Jugend-, Studenten- und Friedensorganisationen aus allen Teilen der Welt mit den Millionen von Menschen, die wir in unseren Ländern vertreten, erklären unsere uneingeschränkte Unterstützung für die National Union of Syrian Students, für die syrische Bewegung der Friedenspartisanen und unser Engagement für den Kampf des syrischen Volkes bis zu seinem endgültigen Ende und vollständigen Sieg Das Beispiel des heldenhaften Volkes Syriens zeigt deutlich, dass der imperialistische Feind, egal wie stark und mächtig er auch erscheinen mag, nicht unbesiegbar ist. Das syrische Volk und sein Kampf sind ein Beispiel und Inspirationsquelle für die Völker, die für ihre gerechten Zwecke kämpfen, für eine Welt des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit, frei von imperialistischer Herrschaft und Ausbeutung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Damaskus 30. Oktober 2018</p>
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