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	<title>Alltagssexismus Archive - SDAJ</title>
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	<title>Alltagssexismus Archive - SDAJ</title>
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		<title>Sexismus in der Schule</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Jan 2022 14:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 5/2021]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung und Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagssexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir haben mit Freya aus Kassel zu Sexismus in der Schule gesprochen und wie dagegen Widerstand geleistet werden kann. Position: Wie äußert sich Sexismus in der Schule? Freya: Wir leben in einer Gesellschaft, in der klassische Frauenberufe schlechter entlohnt werden als klassische Männerberufe, Frauen auch bei gleicher Arbeit weniger verdienen und ganz überwiegend den Haushalt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Calibri, serif;">Wir haben mit Freya aus Kassel zu Sexismus in der Schule gesprochen und wie dagegen Widerstand geleistet werden kann.</span></p>
<h2 class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;"><b>Position: Wie äußert sich Sexismus in der Schule?</b></span></h2>
<p class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;">Freya: Wir leben in einer Gesellschaft, in der klassische Frauenberufe schlechter entlohnt werden als klassische Männerberufe, Frauen auch bei gleicher Arbeit weniger verdienen und ganz überwiegend den Haushalt schmeißen, die Erziehung der Kinder und die Pflege von Angehörigen übernehmen. Davon profitieren die Konzerne, die sich Lohnkosten sparen und die die Milliarden Subventionen bekommen, die der Staat dank der Arbeit der Frauen einsparen kann. Die Realität der doppelten Ausbeutung der Frau hat eine lange Geschichte und Tradition und spiegelt sich in allen Bereichen unseres Lebens wieder. So auch in der Schule. Egal, ob in Erwartungshaltungen von Lehrern, dass die Schülerinnen besonders fleißig, höflich und ordentlich sein müssen oder in Schulbüchern, in denen klassische Rollenbilder dargestellt werden, aber nicht, dass auch Frauen sich gemeinsam mit ihren männlichen Kollegen erfolgreich für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Kita-Plätze und für ein Recht auf Abtreibung einsetzen können. Besonders ätzend wird es, wenn sich die gesellschaftliche Abwertung der Frau als Sexobjekt in der Schule zeigt und es zu Grabschereien und entwürdigenden Anmachsprüchen durch Lehrer und Mitschüler kommt.  Die immer krassere Konkurrenz in der Schule begünstigt so ein abwertendes Verhalten. Schulen reagieren zum Beispiel so darauf, dass „nuttige“ Kleidung durch die Kleiderordnung verboten wird, weil sich die männlichen Schüler sonst nicht konzentrieren könnten. Damit wird dieses gesellschaftliche Problem individualisiert. </span></p>
<h2 class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;"><b>Hast du während deiner Schulzeit auch Sexismus erlebt?</b></span></h2>
<p class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;">Freya:Ich denke, jeder hat das</span><span style="font-family: Calibri, serif;">. Ein besonders krasses Problem hatten wir mit unseren Physiklehrer in der neunten Klasse. Er hat eigentlich in jeder Stunde irgendeinen sexistischen Spruch rausgehauen. Zum Beispiel hat er einer Schülerin unterstellt, sie hätte eine Schaltung aus Zufall richtig aufgebaut. Als die Schülerin das bestritten hat, fiel irgendwann der Satz: „Sagst du das auch, wenn dein Mann dir Haushaltsgeld gibt und du dir davon Schuhe kaufst?“. Einmal kam er in der Pause zu uns Mädchen und hat mir und einer Freundin seinen Arm um die Hüfte gelegt und uns aufgefordert uns stärker vorzubeugen (also den Hintern rauszustrecken). Dazu passte gut, dass er auf seinem Youtube-Channel sexistische Schlager gesungen hat (zum Beispiel „Willenlos“ von Westernhagen). </span></p>
<h2 class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;"><b>Wie habt ihr euch dagegen gewährt und wie könnte zu dem Thema an Schulen gearbeitet werden?</b></span></h2>
<p class="western"><span style="font-family: Calibri, serif;">Freya:</span><b> </b><span style="font-family: Calibri, serif;">Irgendwann hat sich in einer Freistunde die Gelegenheit ergeben, dass wir mit den meisten Mädchen aus unserer Klasse darüber gesprochen haben. Wir haben darüber gesprochen, wie ätzend wir das Verhalten finden, dass uns das nicht nur in der Schule begegnet und dass man sich das nicht gefallen lassen darf. Wir haben vereinbart, dass wir probieren, immer etwas gegen seine Sprüche zu sagen. Direkt in der nächsten Stunde haben wir, als es um berufliche Vorstellungen ging, ihm alle nacheinander gesagt, dass wir Bauarbeiter oder ähnliches werden wollen. Diese gemeinsame Solidarität hat gut getan und Mut gemacht. Eine weiterer guter Anlass um an der Schule zu dem Thema aktiv zu werden, ist der internationale Frauenkampftag (8. März). In der Vergangenheit haben wir als SDAJ Gruppe gemeinsam mit mehreren Schülervertretungen Durchsagen und Quizwettbewerbe dafür vorbereitet. </span></p>
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		<title>Wenn es sich nicht lohnt, wird auch nicht geforscht!</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2020/06/16/wenn-es-sich-nicht-lohnt-wird-auch-nicht-geforscht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2020 10:44:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2/2020]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagssexismus]]></category>
		<category><![CDATA[arbeiterjugend]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterjugendpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterverhältnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Verhütung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum gibt es kaum männliche Verhütungsmethoden? Auf dem Gebiet männlicher Verhütung wird zwar seit vierzig Jahren geforscht, doch bis auf chirurgische Eingriffe, wie die Vasektomie (das Durchtrennen des Samenleiters), die für viele erst nach erfülltem Kinderwunsch in Frage kommt, scheint man noch nicht sonderlich weit gekommen zu sein. Welche Alternativen gibt es? Aktuell soll es [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5>Warum gibt es kaum männliche Verhütungsmethoden?</h5>
<p>Auf dem Gebiet männlicher Verhütung wird zwar seit vierzig Jahren geforscht, doch bis auf chirurgische Eingriffe, wie die Vasektomie (das Durchtrennen des Samenleiters), die für viele erst nach erfülltem Kinderwunsch in Frage kommt, scheint man noch nicht sonderlich weit gekommen zu sein.</p>
<h5>Welche Alternativen gibt es?</h5>
<p>Aktuell soll es in absehbarer Zeit zwei Alternativen zum Kondom geben, was nicht nur in Puncto Empfängnisverhütung eine Rolle spielt, sondern auch beim Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Zu den neuen Methoden gehört das hormonfreie Vasalgel und die so genannte Ventil-Methode. Bei dem Vasalgel wird ein Mittel in den Samenleiter injiziert, welches dort eine Barriere errichten soll, die zwar Samenflüssigkeit durchfließen lässt, die Spermien jedoch herausfiltert. Das Mittel (ein Hydrogel) muss dann etwa einmal pro Jahr in einer 15-minütigen schmerzfreien Prozedur erneuert werden und verspricht eine Langzeitwirkung von bis zu 10 Jahren. Das Besondere hierbei: Durch ein Gegenmittel kann die Wirkung der Barriere jederzeit rückgängig gemacht werden.</p>
<p>Die Ventil-Methode ist da schon etwas komplizierter, befindet sich noch immer in der Testphase und benötigt ebenfalls einen chirurgischen Eingriff. Hierbei wird an beiden Enden des durchtrennten Samenleiters ein Ventil angebracht, dass bei geschlossenem Zustand keine Samenflüssigkeit mehr durchlässt. Es handelt sich quasi um eine erweiterte Vasektomie, bei der bei Bedarf die Fruchtbarkeit per Kippschalter wiederhergestellt werden kann. An einer dritten Variante, der sogenannten Anti-Baby-Pille für den Mann, wird seit kurzem nicht mehr geforscht, auch wenn die Studie der WHO dazu immer vielversprechender wurde. Hierfür gibt es mehrere Gründe, entscheidend waren aber folgende: Zum einen klagten die Probanten über zu hohe Nebenwirkungen, zum anderen wurden die Investitionen der Pharmaindustrie auf diesem Gebiet zunehmend eingestellt. Denn aufgrund der hohen Nebenwirkungen, einer vergleichsweise viel zu hohen Fehlerquote und der Tatsache, dass wesentlich mehr Geld in die Hand genommen werden müsste, um diese Pille nach heutigen Standards zu ermöglichen, ist das Risiko für die Pharmaindustrie viel zu hoch, wo es doch genug Verhütungsmittel zum Absetzen gibt.</p>
<h5>Nichts neues in der Welt des Kapitalismus</h5>
<p>Die Forschung lohnt sich nicht, da die zu erwartenden Nebenwirkungen einen zu geringen Umsatz bedeuten könnten. Das ist paradox, angesichts der Tatsache, dass man den Frauen vergleichbare Nebenwirkungen zumutet. Unter heutigen Bedingungen wäre die Antibabypille niemals zugelassen worden. Jetzt verhindern Absatzprognosen eine weitere Forschung auf dem Gebiet und beweisen damit wieder einmal, dass das Profitinteresse über der Emanzipation der Menschen steht. Zudem ist es naheliegend, dass der Abbruch der Forschung von Männern beschlossen wurde. Bleibt zu hoffen, dass die anderen Möglichkeiten sich als ernsthafte Optionen durchsetzen können und dieser Forschungszweig nicht gänzlich aufgrund des Profitzwangs eingestampft wird. Wobei wir uns keine Illusionen darüber machen sollten, dass eine funktionierende männliche Empfängnisverhütung dann kostenfrei den sexuell aktiven Geschlechtspartnern zur Verfügung gestellt werden wird und dass Verhütung dann zur Männersache wird. Denn auch eine neue Methode ändert nichts an den bestehenden Geschlechterverhältnissen.</p>
<p>Domi, Neumarkt</p>
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		<title>Der Offene Brief an Anja Delastik (Cosmopolitan)</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2017/11/02/der-offene-brief-an-anja-delastik-cosmopolitan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Nov 2017 06:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagssexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenunterdrückung]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Post von der SDAJ Liebe Anja, Du bist Herausgeberin der „Cosmopolitan“, der weltweit erfolgreichsten Frauenzeitschrift. Als Teil der Bauer-Mediengruppe erscheint sie gemeinsam mit „Bravo“ und „Bravo Girl“. Deine Zielgruppe sind berufstätige Frauen, die sich die im Heft beworbenen Designer-Sofakissen für 900 € leisten können. Die Cosmopolitan gibt sich gern einen feministischen Anstrich. Dein Magazin beschränkt sich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Post von der SDAJ<img decoding="async" class=" wp-image-8245 alignright" src="/wp-content/uploads/2017/10/Memes-POSITION5_8.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2017/10/Memes-POSITION5_8.jpg 1792w, https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2017/10/Memes-POSITION5_8-150x150.jpg 150w, https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2017/10/Memes-POSITION5_8-300x300.jpg 300w, https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2017/10/Memes-POSITION5_8-768x768.jpg 768w, https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2017/10/Memes-POSITION5_8-1024x1024.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></b></p>
<p>Liebe Anja,</p>
<p>Du bist Herausgeberin der „Cosmopolitan“, der weltweit erfolgreichsten Frauenzeitschrift. Als Teil der Bauer-Mediengruppe erscheint sie gemeinsam mit „Bravo“ und „Bravo Girl“. Deine Zielgruppe sind berufstätige Frauen, die sich die im Heft beworbenen Designer-Sofakissen für 900 € leisten können. Die Cosmopolitan gibt sich gern einen feministischen Anstrich. Dein Magazin beschränkt sich allerdings oft darauf Klischees zu pflegen. So wird in der Rubrik „Manthrophologie“ gefragt, warum „die Männer“ nicht an Horoskope glauben (erschienen in der Januarausgabe mit dem großen Jahreshoroskop inklusive der „sexbombigen Tage“ für jedes Sternzeichen) und die Antwort lässt sich mit „Männer können halt rational denken“ ganz gut zusammenfassen. In eine ähnliche Richtung zielen so großartige Tipps an Frauen wie in ihre Alltagsgeschichten Fußballanspielungen zu packen, damit Männer ihnen endlich zuhören. Funktionieren soll ja auch, etwas zweideutiges zu sagen, weil alle Männer notgeile Höhlenmenschen sind, die einem dann plötzlich Aufmerksamkeit schenken.</p>
<p>Gruselig wird dein Magazin, wenn ihr euch in Politik versucht. Neben klaren Statements für die Union, weil es so schön und ein Wert für sich ist, dass mit Angela Merkel eine Frau Kanzlerin ist, erklärst du Frauen, warum es so wichtig ist wählen zu gehen unter anderem mit dem Satz. „Das ist eine Riesensache! Sie üben damit die größte Macht aus, die Sie als Staatsbürgerin haben!“ Um fair zu bleiben: dass sich die Demokratie im Kapitalismus darauf reduzieren lässt, das Wahlvolk alle vier Jahre ein paar Kreuzchen machen zu lassen, ist streng genommen nicht deine Schuld. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass die herrschende Klasse (männliche wie weibliche Vertreter) von einer Spaltung der durch sie Ausgebeuteten (Frauen wie Männer) profitiert. Diese Spaltung treibt dein Magazin aber auch noch aktiv mit voran. Zum ernsthaften Problem wird das, wenn Menschen sich in der Folge zuerst überlegen, welches Geschlecht der Kollege oder die Kollegin neben ihnen hat und erst danach, ob es gemeinsame Interessen im Kampf um bessere Lebensverhältnisse gibt. In der letzte Ausgabe steht unter den „Fünf Gründen, warum es gerade jetzt so wichtig ist wählen zu gehen“ an prominenter Stelle ernsthaft die Ansage: „Keine Macht den Dummen: Wer nicht zur Wahl geht überlässt die Entscheidung Anderen – im schlimmsten Fall jungen, sozial abgehängten Männern!“.</p>
<p>Das Traurige ist, dass du offenkundig nicht erkennst welchen Zusammenhang es zwischen den Frauenbildern, die du transportierst und dem Erstarken einer frauenfeindlichen Partei wie der AfD gibt. Klar, die Cosmopolitan ist nicht die AfD. Aber wenn dir von klein auf erzählt wird, dass du vor allem hübsch auszusehen und erfolgreich zu sein hast, dich dabei aber maximal gegen blöde KOLLEGEN (richtig, nicht gegen den Chef) wehren darfst, wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass du dich gegen reaktionäre, frauenfeindliche Politik wehrst, wenn es darauf ankommt? Wer sich in Sachen Frauenrecht und echter Emazipation darauf beschränkt dein Magazin zu lesen, der darf sich nicht wundern, wenn das Kreuzchen-Machen am Wahltag der Gipfel der demokratischen Partizipation von Frauen bleibt.</p>
<p><em>Eva, Nürnberg &amp; Tatjana, Rostock</em></p>
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		<title>Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt und Frauenunterdrückung!</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2016/02/12/gemeinsam-gegen-sexualisierte-gewalt-und-frauenunterdrueckung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Feb 2016 09:59:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagssexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenunterdrückung]]></category>
		<category><![CDATA[One Billion Rising]]></category>
		<category><![CDATA[sexualisierte Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gewalt gegen Frauen in unserer Gesellschaft ist kein individuelles „Pech“ sondern hat System. Es hil­ft daher nicht, nur an das „Mitgefühl“ von Männern persönlich zu appellieren, sondern die Gewalt muss als Folgeproblem dieser Gesellschaft­, dieser Wirtschaftsform und des Staates der sie absichert, verstanden und bekämpft­ werden. Im Kapitalismus werden klassische Frauenberufe (z.B. ErzieherIn, Pflegeberufe, KassiererIn) [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2016/02/12/gemeinsam-gegen-sexualisierte-gewalt-und-frauenunterdrueckung/">Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt und Frauenunterdrückung!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gewalt gegen Frauen in unserer Gesellschaft ist kein individuelles „Pech“ sondern hat System. Es hil­ft daher nicht, nur an das „Mitgefühl“ von Männern persönlich zu appellieren, sondern die Gewalt muss als Folgeproblem dieser Gesellschaft­, dieser Wirtschaftsform und des Staates der sie absichert, verstanden und bekämpft­ werden.</p>
<p><strong>Im Kapitalismus werden klassische Frauenberufe (z.B. ErzieherIn, Pflegeberufe, KassiererIn) äußerst schlecht bezahlt,</strong> sodass für diese Kolleginnen und Kollegen ein eigenständiges Leben mit Kindern nicht möglich ist. Auch in besser bezahlten Berufen haben Frauen schlechtere Chancen: Sexistische Vorstellungen, die Möglichkeit einer Schwangerschaft und die „Babypause“, die meist von Frauen genommen wird, führen zu einem Wettbewerbsnachteil gegenüber den Kollegen. Am Ende ergibt sich in Deutschland zwischen Männern und Frauen ein Einkommensunterschied von durchschnittlich 22%. Frauen fungieren im Kapitalismus häufig als Lohndrückerinnen, was sich negativ auf alle Löhne auswirkt. Billige Frauenarbeit liegt also im Interesse der Konzerne, um die KollegInnen zu spalten.</p>
<p>Die gesellschaftlichen Verhältnisse fördern weibliche Abhängigkeit und begründen somit ein Machtverhältnis zwischen den Geschlechtern was letztendlich auch physische und verbale Gewalt gegenüber Frauen begünstigt. Diese Ungerechtigkeit lässt sich nur aufrechterhalten, weil frauenfeindliche Vorstellungen immer noch tief in der Gesellscha­ft verankert sind. Sexismus erfüllt für den Kapitalismus also eine wichtige Funktion. Deshalb kann er auch nur durch die Abschaffung des Kapitalismus endgültig verschwinden.</p>
<p><strong>Alltagssexismus und Macho-Gehabe sind in der Gesellschaft und den Köpfen verankert.</strong> Belästigungen in der Öffentlichkeit und sexistische Sprüche im Bekanntenkreis werden als „Flirten“ oder „Witze“ entschuldigt und wer einen kurzen Rock trägt, soll ja bekanntlich selbst schuld sein. In einer solchen Tätergesellschaft werden Täter entschuldigt und Opfern wird die Schuld zugeschoben.</p>
<p><strong>Fast alle Gewaltverbrechen passieren in Beziehungen</strong>. Die Frauen kennen die Täter also meist schon vorher (Partnerschaft, Familie, Arbeitskollegen, Bekanntenkreis). Die Hemmschwelle sich zu wehren oder Anzeige zu erstatten ist in diesen Fällen noch höher. Institutionen wie Frauenhäuser können hier helfen, doch sind &#8211; wie so viele soziale Einrichtungen &#8211; chronisch unterbezahlt. Was keinen Profit abwirft, hat im Kapitalismus natürlich keine Priorität.</p>
<p><strong>Rassismus ist keine Antwort auf Sexismus.</strong> Seit den sexistischen Übergriffen in der Silvesternacht am Kölner Hbf werden viele Stimmen laut die, angeblich im Interesse der Frauen, die Abschiebung der ausländischen Täter fordern. Bewusst wird hier Angst vor zunehmender sexualisierter Gewalt durch einreisende Flüchtlinge geschürt. Durch Zahlen ist das nicht belegt. Bildung, Einkommen, Alter und Religionszugehörigkeit sind in Bezug auf sexualisierte Gewalt statistisch völlig bedeutungslos. Der Anteil der von Ausländern begangenen Straftaten ist nicht gestiegen. Wer meint, dass sexualisierte Gewalt vornehmlich von muslimischen Männern ausgeht, der sei außerdem daran erinnert wie gefährlich der Aufenthalt unter deutschen Christen an Karneval oder beim Oktoberfest für Frauen sein kann.</p>
<p>Selbstverständlich müssen die Täter von Köln zur Rechenschaft gezogen werden, aber eben auf die gleiche Weise wie deutsche Sexualstraftäter. Die Abschiebung “krimineller Ausländer” ist eine rassistische Forderung und Praxis, da sie Personen, je nach Herkunft, in “legale” und “illegal” Menschen einteilt, die unterschiedlich hart bestraft werden. Das verstößt gegen die Gleichheit vor dem Gesetz und gegen die Menschenrechte der Geflüchteten.</p>
<p><strong>Der Staat in dem wir leben schafft nicht die rechtlichen Bedingungen, um Frauen vor Gewalt zu schützen.</strong> Rechtliche Verbesserungen mussten schon immer gegen diesen Staat erkämpft­ werden. Beispiele hierfür sind das Wahlrecht für Frauen oder die strafrechtliche Verfolgung von Vergewaltigungen in der Ehe. Erst seit 1997(!) gilt dies als eine Straftat! Und auch heute noch führt der umstrittene § 177 StGB dazu, dass die allermeisten Vergewaltigungen straflos bleiben. „Nein!“ sagen oder Weinen gelten nicht als ausreichende Gegenwehr. Nur wenn die Opfer schwere Verletzungen vorzuweisen haben, kann eine Vergewaltigung zur Verurteilung führen. 2012 führten daher nur 8,4%(!) der angezeigten Vergewaltigungen zu Verurteilungen. Und: Verbale Belästigung oder Stalking kann man nicht einmal anzeigen!</p>
<p><strong>Wir fordern:</strong></p>
<ul>
<li>Solidarität gegen Alltagssexismus! Seht nicht weg, wenn vor euch Frauen belästigt oder wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden!</li>
<li>Änderung des § 177 StGB, sodass jede Vergewaltigung strafbar wird!</li>
<li>Eine deutliche Aufwertung der Sozial- und Pflegeberufe. Frauen brauchen ein Einkommen, das sie unabhängig macht!</li>
<li>Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Schluss mit der schlechteren Bezahlung von Frauen!</li>
<li>Die Sicherheit von Frauen darf nicht zur Rechtfertigung von Rassismus instrumentalisiert werden. Keine Verschärfung des Asylrechts! Gleiche Rechte für alle hier lebenden Menschen!</li>
</ul>
<p>Gemeinsam gegen Ausbeutung, Sexismus und Gewalt gegen Frauen!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2016/02/12/gemeinsam-gegen-sexualisierte-gewalt-und-frauenunterdrueckung/">Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt und Frauenunterdrückung!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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