<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Kampagne Archive - SDAJ</title>
	<atom:link href="https://www.sdaj.org/project_category/kampagne/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.sdaj.org/project_category/kampagne/</link>
	<description>Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend</description>
	<lastBuildDate>Tue, 21 Jan 2020 07:43:37 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.8.11</generator>

<image>
	<url>https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2019/12/cropped-Icon-J-02-02-32x32.png</url>
	<title>Kampagne Archive - SDAJ</title>
	<link>https://www.sdaj.org/project_category/kampagne/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Stop Wars – Gemeinsam gegen Ihre Kriege!</title>
		<link>https://www.sdaj.org/project/stop-wars-gemeinsam-gegen-ihre-kriege/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2020 15:42:21 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.sdaj.org/?post_type=project&#038;p=12034</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Bundeswehr ist im Krieg, in Syrien, Mali, Afghanistan… Um noch mehr Krieg führen zu können, hat die Regierung beschlossen 130 Milliarden Euro zusätzlich für Waffen und Militär auszugeben. Schon jetzt sind hunderttausende Menschen gezwungen, vor diesen Kriegen aus ihrer Heimat zu fliehen. Deshalb haben wir im März 2016 die Kampagne „Stop Wars – gemeinsam [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/project/stop-wars-gemeinsam-gegen-ihre-kriege/">Stop Wars – Gemeinsam gegen Ihre Kriege!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bundeswehr ist im Krieg, in Syrien, Mali, Afghanistan… Um noch mehr Krieg führen zu können, hat die Regierung beschlossen 130 Milliarden Euro zusätzlich für Waffen und Militär auszugeben. Schon jetzt sind hunderttausende Menschen gezwungen, vor diesen Kriegen aus ihrer Heimat zu fliehen. Deshalb haben wir im März 2016 die Kampagne „Stop Wars – gemeinsam gegen ihre Kriege!“ beschlossen, um dieser Kriegstreiberei Widerstand zu leisten. Die Politikerin, die im Bundestag für den nächsten Bundeswehreinsatz stimmt, den Waffenhersteller, der an den Kriegen verdient, oder den Bundeswehrstandort, von dem aus die Kriege vorbereitet werden – sie alle wollen wir öffentlich outen um den Protest gegen sie zu entfachen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/project/stop-wars-gemeinsam-gegen-ihre-kriege/">Stop Wars – Gemeinsam gegen Ihre Kriege!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Unsere Zukunft statt eure Profite!</title>
		<link>https://www.sdaj.org/project/unsere-zukunft-statt-eure-profite/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2020 15:18:02 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.sdaj.org/?post_type=project&#038;p=12032</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Jahr 2014 hat die SDAJ eine Kampagne unter dem Titel “Unsere Zukunft statt eure Profite” durchgeführt. Hast du einen Ausbildungsplatz? Wenn ja, dann kannst du dich glücklich schätzen – und dich in den meisten Fällen mit Überstunden und Arbeitshetze herumschlagen, damit, als billige Arbeitskraft eingesetzt zu werden und mit der Frage, wie es nach [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/project/unsere-zukunft-statt-eure-profite/">Unsere Zukunft statt eure Profite!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Jahr 2014 hat die SDAJ eine Kampagne unter dem Titel “Unsere Zukunft statt eure Profite” durchgeführt.</p>
<p>Hast du einen Ausbildungsplatz? Wenn ja, dann kannst du dich glücklich schätzen – und dich in den meisten Fällen mit Überstunden und Arbeitshetze herumschlagen, damit, als billige Arbeitskraft eingesetzt zu werden und mit der Frage, wie es nach der Ausbildung weitergeht. Du hast keinen Ausbildungsplatz? Das heißt erstmal Bewerbungen schreiben und Warteschleifen durchlaufen oder sich vom Wunschberuf verabschieden.</p>
<p>Während uns im Fernsehen erzählt wird, dass es eigentlich genug Ausbildungsplätze gibt und die Jugend angesichts des Fachkräftemangels die freie Wahl habe, erleben wir: Leiharbeit, befristete Verträge und ungesicherte Übernahme für uns – während für die deutschen Banken und Konzerne Milliardenrettungsschirme gespannt werden und auch in der Krise Profite gemacht werden.</p>
<p>Wir finden: Das ist Grund genug, sich zu wehren. Die SDAJ schlägt dafür ein Ausbildungsgesetz vor, das unseren Interessen entspricht: mit Ausbildung für alle und Vergütung, von der man leben kann. Vor allem schlagen wir aber vor, sich zu organisieren und dem Kampf für unsere Interessen aufzunehmen. Dazu wollen wir mit unserer Kampagne „Unsere Zukunft statt eure Profite!“ einen Beitrag leisten.</p>
<p><strong>In diesem Sinne: Ausbeuter outen – Ausbildung erkämpfen!</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/project/unsere-zukunft-statt-eure-profite/">Unsere Zukunft statt eure Profite!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bundeswehrfreie Zone!</title>
		<link>https://www.sdaj.org/project/bundeswehrfreie-zone/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2020 15:13:50 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.sdaj.org/?post_type=project&#038;p=12028</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Kampagne „Bundeswehrfreie Zone!“ wurde auf dem XIX. Bundeskongress, der am 14./15. März 2009 in Hannover stattfand, beschlossen. Der Kampagnenzeitraum ist Januar 2010 bis Mai 2010. Keinen Menschen – keinen Cent – keinen Fußbreit der Bundeswehr! Politiker aller großen Parteien betonen regelmäßig in Talkshows, Interviews und Sonntagsreden: „Der Jugend gehört die Zukunft“ – klingt erstmal [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/project/bundeswehrfreie-zone/">Bundeswehrfreie Zone!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Kampagne „Bundeswehrfreie Zone!“ wurde auf dem XIX. Bundeskongress, der am 14./15. März 2009 in Hannover stattfand, beschlossen. Der Kampagnenzeitraum ist Januar 2010 bis Mai 2010.</em></p>
<h2>Keinen Menschen – keinen Cent – keinen Fußbreit der Bundeswehr!</h2>
<p>Politiker aller großen Parteien betonen regelmäßig in Talkshows, Interviews und Sonntagsreden: „Der Jugend gehört die Zukunft“ – klingt erstmal ganz gut, hat aber nichts mit der Lebenssituation von uns Jugendlichen zu tun. Aus chronisch unterfinanzierten Schulen entlassen, erwarten einen immer größeren Teil der Jugend sinnlose „berufsvorbereitende Maßnahmen“, Billig-Jobs oder Hartz IV, weil hunderttausende Ausbildungs- und Arbeitsplätze fehlen. Und selbst mit Abitur in der Tasche ist das Leben kein Wunschkonzert. Denn ohne Eltern mit dem nötigen Kleingeld können sich – unter anderem aufgrund von Studiengebühren – immer weniger Jugendliche den Besuch der Uni leisten.</p>
<p>Dass die Zukunft großer Teile der Jugend vor allem durch Perspektivlosigkeit geprägt ist, wissen nicht nur Politiker und Wirtschaftsvertreter, sondern auch die Bundeswehr. Ob auf ihren Internetseiten, in Jobcentern, auf öffentlichen Plätzen, Jugend- oder Berufsmessen: Immer mehr versucht sie sich Jugendlichen als stinknormaler Arbeitgeber zu präsentieren, der „sichere Jobs“ inklusive „Abenteuerkick“ garantiere.</p>
<p>Doch wie „normal“ ist ein Arbeitgeber, der trotz Ausbildungsplatzmangel und Massenerwerbslosigkeit jährlich hunderttausende Euro ausgeben muss, um seine Arbeits- und Ausbildungsplätze anzupreisen, während viele Privatunternehmen sich vor Bewerbungen kaum retten können – ohne einen Cent dafür auszugeben?</p>
<p>Wie „normal“ ist ein Arbeitgeber, der seine „Beschäftigten“ für mehrere Jahre verpflichtet, andere Länder wie Afghanistan zu besetzen, andere Menschen auf Befehl zu töten und das eigene Leben aufs Spiel zu setzen?</p>
<p>Und wie „normal“ ist ein Arbeitgeber, der jährlich Milliarden an öffentlichen Geldern für Eurofighter, Kriegsschiffe und anderes Material zum Töten verschwendet – Gelder, die für neue Lehrkräfte, Arbeits- und Ausbildungsplätze im Öffentlichen Dienst fehlen?</p>
<p>Ein „normaler“ Arbeitgeber sieht anders aus. Und weder Hochglanzbroschüren noch redegewandte Jugendoffiziere können darüber hinwegtäuschen, dass die Bundeswehr für die Menschen in Afghanistan und für uns Schüler, Jugendliche ohne Ausbildungsplatz oder Kohle für Studiengebühren vor allem eines ist: Ein Zukunftskiller.</p>
<p>Diesen Zukunftskiller in olivgrün gemeinsam zu stoppen – das ist unser Ziel.</p>
<h2>Bundeswehr – eine todsichere Alternative</h2>
<p>In Hochglanzbroschüren und Werbespots bewirbt die Bundeswehr ihre Ausbildungsangebote und Studiengänge. Sie ködert junge Menschen mit üppigen Verdienstmöglichkeiten und behauptet, ein Arbeitsplatz beim Bund sei „mit Sicherheit ein guter Weg“ – dabei ist die Ausbildung bei der Bundeswehr auf dem zivilen Arbeitsmarkt keineswegs so anerkannt wie allgemein behauptet wird.<br />
Der „sichere“ Job bleibt eine leere Versprechung. Wenn Du eine Ausbildung bei der Bundeswehr bekommen willst, musst Du Dich verpflichten. Und das heißt: acht oder zwölf lange Jahre Soldat zu sein, mit allem drum und dran. Was die Bundeswehr-Offiziere „Ausbildung“ nennen, bekommt man nicht ohne die Verpflichtung zum Kriegseinsatz im Ausland – ein „Abenteuer“, das häufig auf dem Friedhof, im Rollstuhl oder in der Psychiatrie endet.</p>
<p>Seit 2002 starben allein in Afghanistan 30 Bundeswehrsoldaten. Das ist jedoch kein Grund für die Bundesregierung, die Truppen zurück zu ziehen. Im Gegenteil: Der Kriegseinsatz wird weiter ausgedehnt. Stückweise rückt die Bundeswehr bis in den schwer umkämpften Süden Afghanistans vor, so dass sie zu Recht von der afghanischen Bevölkerung als das wahrgenommen wird, was sie ist: eine feindliche Besatzungsmacht.</p>
<p>Afghanistan steht nicht allein. Die Bundeswehr schickt schon jetzt Soldaten in elf Länder: Auf den Balkan, in den Nahen und Mittleren Osten und nach Afrika und ist damit der drittgrößte Truppensteller weltweit. Kriegsrhetorik und Boykottmaßnahmen gegen den Iran deuten bereits das nächste Kriegsziel an. In den „Verteidigungspolitischen Richtlinien“ der Bundeswehr und der Europäischen Sicherheitsstrategie wird unmissverständlich deutlich gemacht, dass BRD und EU diesen Kriegskurs weiterverfolgen werden.</p>
<p>„So wie die Bundeswehr jetzt umgebaut wird, ist sie auch dazu bestimmt, Krieg zu führen“, so Ex-Kriegsminister Peter Struck. Er kündigte an, „dass wir in solchen Einsätzen Soldaten verlieren werden – nicht nur durch Unfälle oder Anschläge, sondern durch eine militärische Auseinandersetzung“. Sein Nachfolger im Ministersessel, Franz-Josef Jung, knüpfte an dieser Ausrichtung der Bundeswehr nahtlos an, indem er ein Denkmal für getötete Bundeswehrsoldaten in Berlin bauen ließ.</p>
<p>Je mehr Kriegseinsätze die Bundeswehr durchführt, desto mehr Soldaten werden sterben. Ein Blick auf die US-Armee zeigt, wie weit es gehen kann: Über 4000 amerikanische Soldaten starben im Irak seit Beginn des Krieges im März 2003.</p>
<p>30 tote und 9.067 verletzte Bundeswehrsoldaten stehen in Kontrast zum Werbeslogan „Du willst Zukunft?“ Weitere 1647 Soldaten kehrten zwischen 1996 und Ende 2007 mit psychischen Störungen aus dem Auslandseinsatz zurück, 700 von ihnen schwer traumatisiert. Die Dunkelziffer liegt noch weit höher. Ihre Zukunft, die Rückkehr zum normalen Leben, hat das deutsche Militär ihnen verbaut.</p>
<p>Du denkst Dir vielleicht: „Wenn ich wirklich nach Afghanistan muss, kann ich immer noch aussteigen.“ Formal mag das stimmen. Aber wenn Du Dich der Truppe entziehst, um dem Kriegseinsatz zu entgehen, ohne als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu sein, bist Du erst Mal vor allem eines: fahnenflüchtig – und wenn die Feldjäger Dich schnappen, drohen dir bis zu fünf Jahre Knast. Doch selbst wenn Du als Kriegsdienstverweigerer anerkannt bist, macht die Bundeswehr ihren Soldaten einen Ausstieg so schwer wie möglich: Du verlierst alle Rechte auf finanzielle Starthilfen ins zivile Leben. Die Bundeswehr verweigert Dir die übliche Abfindung und Förderungsmaßnahmen. Wer nun arbeitslos wird, landet ohne Umschweife bei 359 Euro Arbeitslosengeld II, da die Bundeswehr für Aussteiger auch nicht in die Arbeitslosenversicherung einzahlt. Wer sich verpflichtet hatte, um der Erwerbslosigkeit zu entgehen, landet über Umwege nun doch wieder in der Arbeitsagentur.</p>
<h2>Nur eine Legende: Ausbildungs- und Jobmaschine Bundeswehr</h2>
<p>Die Bundeswehr feiert sich selbst als größten Arbeitgeber und Ausbilder in der BRD. Doch Fakt ist: Sie ist einer der größten Job-, Ausbildungsplatz- und Bildungsfresser. Während bei Bildung und Sozialleistungen gespart wird, verschlingt der „Verteidigungsetat“ 2009 31,1 Mrd. Euro. Mindestens weitere 2 Mrd. Euro, die nach NATO-Kriterien als Verteidigungsausgaben gewertet werden, verstecken sich in anderen Etats. Allein für den Afghanistaneinsatz stellt die Bundesregierung schlappe 487 Mio. Euro im Jahr zur Verfügung, die nicht im Verteidigungshaushalt auftauchen.</p>
<p>2009 wurden die Militärausgaben um über 5% erhöht und ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht. So plant die Bundesregierung allein in den nächsten Jahren große Anschaffungen wie den Kampfflieger Eurofighter, das Transportflugzeug A 400M, Kriegsschiffe, Panzer usw. im Gesamtwert von 80 Mrd. Euro.</p>
<p>Kein Euro kann zweimal ausgegeben werden. Das Geld, das für Bundeswehr und Kriege draufgeht, fehlt uns! Es fehlt in Schulen, im öffentlichen Dienst, im Gesundheitssystem. Mit dem halben Verteidigungshaushalt könnten 344.000 Lehrer eingestellt werden – also benötigtes Lehrpersonal für kleinere Klassen und bessere Lernbedingungen. Mit 31 Milliarden Euro könnten nicht nur Schulschließungen verhindert werden, sondern alte Schulbaracken könnten renoviert werden und Schulbücher könnten wieder überall kostenlos und in guter Qualität zur Verfügung stehen.</p>
<p>Während die Bundeswehr Milliarden verschwendet, werden im Öffentlichen Dienst Arbeitsplätze gestrichen und Etats gekürzt: Jugendzentren, Krankenhäuser und Schwimmbäder müssen schließen, Stadtparks vergammeln, der öffentliche Nahverkehr wird für viele unbezahlbar. Gleichzeitig sorgen diese Kürzungen im Öffentlichen Dienst dafür, den Abbau von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen voranzutreiben. All diese finanziellen Mittel für unsere Zukunft fehlen unter anderem, weil die Bundeswehr den NATO-Truppen bei der Bombardierung afghanischer Dörfer hilft.</p>
<h2>Bundeswehr: Demokratiefreie Zone</h2>
<p>Bundeswehrsoldaten sind keine normalen Angestellten oder Auszubildende. Sie stehen unter Befehl: Wer nicht gehorcht, wird bestraft. Die Bundeswehr braucht Drill und Gehorsam, um „Kämpfertypen“ heranzuziehen, die im Ernstfall keinen Befehl verweigern – sprich: zu töten und das eigene Leben zu riskieren.</p>
<p>Immer wieder hören wir von Bundeswehr-Ausbildern, die ihre Soldaten misshandeln. 2007 standen 15 Männer vor Gericht, die 163 Rekruten mit simulierter Geiselhaft, Stromschlägen, mit Fußtritten und Fesseln gequält hatten. Dass die Ausbilder ihre sadistischen Züge bei der Bundeswehr ausleben konnten, ist kein Zufall. Sie trieben nur auf die Spitze, was anerkannte Praxis in der Truppe ist. So gehört es zum festen Ausbildungsplan von Bundeswehr-Elitetruppen wie dem „Kommando Spezialkräfte“, Soldaten Verhörmethoden wie Schlafentzug, Isolation u.a. auszusetzen.</p>
<p>Als Soldat hast Du so gut wie keine Möglichkeiten, Deine Interessen zu vertreten. Du kannst Deine Probleme zwar melden, hast aber keinen Einfluss darauf, ob sich wirklich etwas bewegt. Dein Sold, Deine Einsatzzeiten – alles wird von oben festgesetzt und kann bei Bedarf zu Deinen Ungunsten verändert werden. Du kannst es nur zur Kenntnis nehmen.</p>
<p>Im Unterschied zu normalen Jobs hast Du beim Bund kein Streikrecht, also kein Druckmittel gegen Deine Vorgesetzten, um bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Im Grundgesetz ist das Recht auf Zusammenschluss in Gewerkschaften als „Koalitionsfreiheit“ zwar verankert. Trotzdem verbietet die Bundeswehr in ihren Reihen eine aktive gewerkschaftliche Interessenvertretung.</p>
<p><a href="https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2012/04/cd_cover.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-3027" title="Cover der SDAJ-Antimilitarismus-CD" src="https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2012/04/cd_cover-300x300.jpg" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" srcset="https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2012/04/cd_cover-300x300.jpg 300w, https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2012/04/cd_cover-150x150.jpg 150w, https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2012/04/cd_cover-1024x1024.jpg 1024w, https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2012/04/cd_cover.jpg 1594w" alt="" width="300" height="300" /></a>Um einen Bundeswehrsoldaten zum Töten zu trainieren, reicht das Einhämmern von Drill und Gehorsam allein nicht aus. Gleichzeitig muss er davon überzeugt werden, dass sein Feind den Tod verdient – dass dieser Feind ein Verbrecher oder eine Bedrohung ist. Diese Rechtfertigungen zum Töten werden geliefert, wenn es in der Bundeswehrzeitschrift „Truppenpraxis“ heißt: Die Bundeswehr wird es nicht mit „Soldaten im westlichen Sinne, sondern mit Kriegern zu tun haben, die (…) aus Gewohnheit Gewalt anwenden und an Recht und Ordnung kein Interesse haben.“ Auch nach außen hin zeichnet die Bundeswehr ein klares Bild: Die Feinde sind Terroristen, tragen Turban und Bart oder Kopftuch. Es sind Taliban, Muslime, Aufständische. Das deutsche Militär trägt somit zusammen mit Politikern und Medien ihren Teil dazu bei, rassistische Stimmungen in der Bevölkerung anzuheizen.</p>
<p>Bedrohungsszenarien wie die Gefahr des Terrorismus nutzte der ehemalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, um entgegen dem Grundgesetz den Bundeswehreinsatz im Innern durchzusetzen – angeblich zum Schutz vor Terroristen. Die Bundeswehr soll Flugzeuge abschießen dürfen und die Polizei bei Großeinsätzen unterstützen bzw. ersetzen. Was durch die Ende der 60er Jahre verabschiedeten Notstandsgesetze im Ausnahmefall schon möglich ist, soll so zum Normalzustand werden.</p>
<p>Wo die Bundeswehr bislang im Innern eingesetzt wurde, sehen wir, worum es wirklich geht: Beim G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 oder der NATO-Sicherheitskonferenz 2008 in München rückte die Bundeswehr gegen Demonstranten aus. Das heißt: Deutsches Militär soll da eingreifen, wo die politischen Eliten sich ihrer Mehrheiten nicht mehr sicher sein können – sei es gegen G8-Gegner oder in Zukunft gegen unsere streikenden Kollegen.</p>
<p>Der Einsatz gegen die Zivilbevölkerung entspricht ganz der antidemokratischen Tradition der Bundeswehr. In den 50er Jahren gegen massiven Widerstand aus der Bevölkerung gegründet, wurde die Bundeswehr von Nazi-Generälen und Kriegsverbrechern aufgebaut. Noch heute erinnern Kasernennamen an Wehrmachtsgeneräle, Traditionsgemeinschaften pflegen ihr Andenken und bekennen sich zu den „Leistungen“ der Nazi-Armee – sie bekennen sich somit zu der Verwüstung Europas und dem millionenfachen Mord an der Zivilbevölkerung, vor allem in Osteuropa.</p>
<h2>Aufrüstung und Kriegseinsätze: Für was – für wen?</h2>
<p>Wofür sollen wir auf den Kriegsschauplätzen der Welt töten, unterdrücken und unser Leben aufs Spiel setzen? Bundeswehr und Regierung sagen: Um den Frieden zu sichern und den Menschen in den besetzten Gebieten zu helfen.<br />
Die Realität in Afghanistan steht im krassen Gegensatz dazu: Seitdem das Land völkerrechtswidrig unter NATO-Besatzung steht, sind tausende Afghanen bei Kriegshandlungen der NATO-Truppen ums Leben gekommen. Allein 2006 waren es 4.400 Menschen. Die ohnehin schlechten Lebensbedingungen haben sich für das afghanische Volk katastrophal verschlechtert: Über 70% der Afghanen sind chronisch unterernährt, 25% haben keinen Zugang zu Trinkwasser und nur 10% verfügen über elektrischen Strom. Wirtschaftlich ist das Land am Ende: 99% der Waren in Afghanistan sind Importe. Der einzige Wirtschaftsbereich der aufblüht ist der Anbau von Schlafmohn, der zu Opium und Heroin weiterverarbeitet wird.<br />
Das ist die „Friedenssicherung“, die deutsche Militärs und Regierungspolitiker meinen. Deshalb kann es auch niemanden verwundern, wenn die Ablehnung der Besatzung und der Widerstand der Afghanen immer stärker wird.</p>
<p>Weder die afghanische noch die deutsche Mehrheit der Bevölkerung glauben dieser Propaganda für deutsche Kriegseinsätze – am allerwenigsten aber die Kriegstreiber selbst. Offen benennt die Bundesregierung im Weißbuch der Bundeswehr von 2006 die Interessen, die hinter dem Umbau der Bundeswehr zu einer Interventionsarmee stehen: So sei Deutschland „im hohen Maße von einer gesicherten Rohstoffzufuhr und sicheren Transportwegen in globalem Maßstab abhängig.“ Aus diesem Grund müsse „die Sicherheit der Energieinfrastruktur gewährleistet werden.“ Klartext: Es geht um den Zugriff auf Erdöl, Erdgas, aber auch Metalle und andere Rohstoffe im Mittleren Osten, im Kaukasus, in Zentralasien, Afrika und anderen Orten der Welt mit militärischen Mitteln.</p>
<p>Wem nutzt diese Kriegspolitik? Sie nutzt vor allem deutschen Großkonzernen wie VW, Daimler Chrysler, Lufthansa, BASF, der Deutschen Bank und anderen. Sie brauchen die Bundeswehr im Kriegseinsatz, um IHRE Interessen auf dem Weltmarkt beim Wettlauf um Rohstoffe, Absatzmärkte und billige Arbeitskräfte durchzusetzen und ungehindert im Ausland zu investieren. Diese Konzerne tragen aber auch die Hauptverantwortung für Arbeitsplatz- und Ausbildungsplatzvernichtung in der BRD – sie sind die Hauptverantwortlichen für die Perspektivlosigkeit eines großen Teils der Jugend. Ihr Interesse an Krieg, Unterdrückung und Aufrüstung wird nur noch von Rüstungsschmieden wie Thyssen Krupp, Rheinmetall, Krauss-Maffei-Wegmann, Heckler &amp; Koch oder auch Siemens übertroffen. Ihre Kassen klingeln, wenn die Bundesregierung neues Kriegsmaterial ordert oder den nächsten Waffenverkauf ins Ausland genehmigt.<br />
Damit das so bleibt, sitzen hohe Militärs und Politiker in Aufsichtsräten von Rüstungskonzernen oder sind an sie durch einträgliche „Beraterverträge“ gebunden. Vertreter der Rüstungswirtschaft sitzen wiederum in Ausschüssen des Verteidigungsministeriums, um die Bundesregierung zu „beraten“. Von diesem unkontrollierten Netzwerk aus Rüstungswirtschaft, Politik und Militär in den USA, der BRD und anderen Staaten geht ein Wettrüsten im Weltmaßstab aus, bei dem angesichts mörderischer Technologien wie Atomwaffen die Existenz der gesamten Menschheit auf dem Spiel steht. Diese Kräfte sind die größte Gefahr für unser Recht auf ein Leben in Frieden.</p>
<h2>Keinen Menschen &amp; keinen Cent der Bundeswehr – Bildung, Arbeits- und Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze!</h2>
<p>Die Bundeswehr bietet keine Zukunft – sie nutzt lediglich unsere beschissene Situation aus. Deswegen nehmen wir hier und jetzt den Kampf gegen die Bundeswehr auf. Wir rufen dazu auf:<br />
Sag‘ „Nein“ zur Bundeswehr – verweigere Dich dem Militär! Zeig‘ der Bundeswehr in Arbeitsagenturen, Berufsmessen und in der Schule, dass sie unerwünscht ist! Schaffen wir gemeinsam bundeswehrfreie Zonen!</p>
<p>Wir fordern:</p>
<ul>
<li>Kriegseinsätze der Bundeswehr stoppen – Bundeswehr raus aus Afghanistan! Auflösung der Eingreiftruppen der Bundeswehr! Kein Einsatz der Bundeswehr im Inneren! Weg mit Wehrpflicht und jeglichen Zwangsdiensten! Raus aus der NATO!</li>
<li>Rüstungsaufträge streichen! Stattdessen Umschichtung der freiwerdenden Mittel zugunsten von Bildung, Sozialem und öffentlicher Daseinsvorsorge! Enteignung der Rüstungskonzerne und Umstellung auf zivile Produktion!</li>
</ul>
<p>So notwendig der Kampf gegen die Bundeswehr ist, so notwendig ist es auch, den Lockangeboten der Bundeswehr den Boden zu entziehen. Das können wir nur, indem wir mit möglichst vielen Jugendlichen, z.B. in Schülervertretungen, Gewerkschaftsjugenden, Jugendauszubildenden- und Studentenvetretungen kämpfen für:</p>
<ul>
<li>Qualifizierte Ausbildung und Übernahme im erlernten Beruf für Alle! Unternehmen, die nicht ausreichend ausbilden, zahlen Strafe! Wer nicht zahlt, wird enteignet!</li>
<li>Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich und Verpflichtung der Unternehmen zur Schaffung neuer Vollzeitarbeitplätze!</li>
<li>Wir müssen jetzt dafür kämpfen, dass öffentliche Gelder sinnvoll eingesetzt werden. Deshalb treten wir ein für:</li>
<li>Kostenlose qualifizierte Bildung! Weg mit Büchergeld und Studiengebühren! Absenken der Klassengrößen und Vermeiden von Unterrichtsausfall durch Einstellung neuer Lehrkräfte! Eine Schule für Alle – weg mit dem mehrgliedrigen Schulsystem!</li>
</ul>
<p>Die Rechte der arbeitenden und lernenden Jugend auf Bildung, Ausbildung, Arbeit und ein Leben in Frieden stehen den Interessen der Konzerne und ihrer Aktionäre unversöhnlich gegenüber. Nur gemeinsamer Widerstand gegen die Zukunftskiller aus Militär, Politik und Chefetagen verspricht Erfolg. Und dieser Erfolg ist nur dann von Dauer, wenn das kapitalistische System und mit ihm die Bundeswehr revolutionär überwunden wird – wenn es also keine Zukunftskiller mehr gibt, die Kapital daraus schlagen, wenn mit ihren Waffen ihre Rohstoffinteressen in der Welt durchgesetzt werden. Um für diese sozialistische Gesellschaft zu kämpfen, haben wir uns in der SDAJ zusammengeschlossen und dafür brauchen wir auch Dich: Mach‘ mit in der SDAJ!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/project/bundeswehrfreie-zone/">Bundeswehrfreie Zone!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nazifreie Zone!</title>
		<link>https://www.sdaj.org/project/nazifreie-zone/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2020 15:07:17 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.sdaj.org/?post_type=project&#038;p=12024</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/project/nazifreie-zone/">Nazifreie Zone!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_0 et_pb_with_background et_pb_fullwidth_section et_section_regular section_has_divider et_pb_bottom_divider" >
				
				
				
				
				
				
				<section class="et_pb_module et_pb_fullwidth_header et_pb_fullwidth_header_0 et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_dark">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_fullwidth_header_container left">
					<div class="header-content-container center">
					<div class="header-content">
						
						<h1 class="et_pb_module_header">Nazifreie Zone!</h1>
						
						<div class="et_pb_header_content_wrapper"></div>
						
					</div>
				</div>
					
				</div>
				<div class="et_pb_fullwidth_header_overlay"></div>
				<div class="et_pb_fullwidth_header_scroll"></div>
			</section>
				
				<div class="et_pb_bottom_inside_divider et-no-transition"></div>
			</div><div class="et_pb_section et_pb_section_1 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
				<div class="et_pb_row et_pb_row_0">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_1_5 et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et_pb_column_empty">
				
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_column et_pb_column_3_5 et_pb_column_1  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_post_title et_pb_post_title_0 et_animated et_pb_bg_layout_light  et_pb_text_align_left"   >
				
				
				
				
				
				<div class="et_pb_title_container">
					
				</div>
				
			</div>
			</div><div class="et_pb_column et_pb_column_1_5 et_pb_column_2  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child et_pb_column_empty">
				
				
				
				
				
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_1">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_1_4 et_pb_column_3  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et_pb_column_empty">
				
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_column et_pb_column_1_2 et_pb_column_4  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner">Nazis zu blockieren ist und bleibt unser wichtigstes Tagesgeschäft. Wir organisieren Kundgebungen, Blockaden und Gegenveranstaltungen wo immer Faschisten auftreten. Doch was tun, wenn die gesellschaftliche Stimmung immer weiter nach rechts rückt, wenn immer offener auf rassistische Erklärungsmuster zurückgegriffen wird? Um diesen Tendenzen entgegenzuwirken führten wir 2012 die Kampagne „Nazifreie Zone“ durch. Ziel der Kampagne war der Aufbau und die Stärkung eines antifaschistischen Grundkonsenses in Interessensvertretungen, Schulen und Betrieben, um Faschisten langfristig daran zu hindern, ihren Einfluss unter Jugendlichen zu vergrößern und sich eine breitere Basis aufzubauen. Gemeinsam mit anderen Akteuren riefen wir deshalb an Schulen, in Stadtteilen und in Betrieben sogenannte „Nazifreie Zonen“ aus.</p>
<p><em>Die Kampagne „Nazifreie Zone!“ wurde bei der ersten Tagung des <a title="XX. Bundeskongress" href="https://www.sdaj.org/uber-uns/xx-bundeskongress/">XX. Bundeskongresses</a>, der Anfang Oktober 2012 in Hannover stattfand, beschlossen. Der Kampagnenzeitraum ist Januar bis Juni 2012.</em></p>
<p>Nazis gehen in die Offensive: mit Schulhof-CDs, Schülerzeitungen und einem Aufruf an die SchülerInnenvertretungenen zur Teilnahme an einem „Kreativwettbewerb“ gegen Islam und „Überfremdung“ versuchen sie sich an den Schulen zu verankern. Gleichzeitig werden von Seiten der Regierung und von Pseudointelektuellen wie Sarrazin und Sloterdijk rassistische Kampagnen initiiert, die mit dem Begriff der „Deutschenfeindlichkeit“ eine neue konfrontative Qualität haben und die Begleitmusik zu Sozial-, Bildungs-, und Demokratieabbau sind. Dies sind Entwicklungen, die es für alle AntifaschistInnen und in Interessensvertretungen Aktiven notwendig machen Antifaschismus auf die Tagesordnung zu setzen. Diesen Angriffen von rechts und aus der selbsterklärten Mitte der Gesellschaft auf unsere Lebensbedingungen wollen wir uns als Sozialistischer Jugendverband mit unserer Kampagne „Nazifreie Zone“ entgegenstellen.</p>
<p>Die Situation Jugendlicher in Ausbildung und Arbeit ist heute schlechter denn je. Während offiziell die Arbeitslosigkeit immer weiter sinkt, wird tatsächlich die Konkurrenz um Arbeitsplätze und betriebliche Ausbildungsstellen immer stärker. Mit immer neuen Tricks wird die Statistik der Bundesagentur für Arbeit geschönt. Jeder Job, selbst wenn er nicht ansatzweise zum Leben reicht und das Einkommen mit Hartz-IV aufgestockt werden muss, findet sich als neu geschaffener Arbeitsplatz in den Werbebroschüren der Bundesregierung wieder. Der Mangel an Ausbildungplätzen wird auf vielfältige Art, z.B. durch den Besuch sinnloser „Warteschleifen“ auf Berufschulen oder private schulische Ausbildungsgänge verschleiert. Die Ausweitung der Leiharbeit baut nicht die Arbeitslosigkeit ab, sondern sorgt für ein ständiges „Heuern und Feuern“ der Beschäftigten.</p>
<p>Uns wird gesagt, dass wir den Gürtel enger schnallen sollen. Dass der Abbau von sozialen Leistungen und die Verteuerung bzw. Privatisierung der Gesundheitsversorgung nötig sei, damit sich der Standort Deutschland im weltweiten Wettbewerb behaupten könne. Gehe es der Wirtschaft gut, so gehe es uns auch gut – so der ständig wiederholte Spruch der Bänker und GroßunternehmerInnen. An unserer Situation ändert sich aber nichts. Wenn Konzerne und Banken Rekordgewinne machen, gehen Auszubildende, ArbeiterInnen, Angestellte und Erwerbslose leer aus, machen sie Verluste zahlen wir die Zeche. Die Gewinne machen die Großkonzerne, die einen Exportrekord nach dem anderen feiern.</p>
<p>Uns wird gesagt, dass nur die, „die Leistung erbringen“, am Wohlstand teilhaben sollen. Das sagen vor allem jene, die nichts für uns leisten: Die Bänker und GroßunternehmerInnen, die Großaktionäre, die PolitikerInnen etablierter Parteien, Medien von BILD über SPIEGEL bis RTL. Sie behaupten, die Erwerbslosen seien selbst für ihre Situation verantwortlich und sollen deswegen auch keinen Anspruch auf ein Einkommen haben, von dem sich auch nur einigermaßen leben lässt. Vor allem aber wird MigrantInnen vorgeworfen, nichts zum „Wohlstand“ in unserem Land beizutragen. Sie wollten sich nicht integrieren, jedoch Sozialleistungen in Anspruch nehmen und so auf Kosten der Steuerzahler leben.</p>
<p>Die Hetze gegen MigrantInnen wird immer lauter und extremer. Sie werden unter Generalverdacht gestellt, mit Terroranschlägen zu sympathisieren, besonders dann, wenn sie aus arabischen Ländern stammen oder Muslime sind. Ihnen werden grundlegende Rechte abgesprochen, selbst wenn sie schon seit Generationen in Deutschland leben. Das alles, obwohl MigrantInnen genauso zum gesellschaftlichen Reichtum beitragen bzw. es ihnen häufig einfach verwehrt wird, arbeiten zu gehen, weil sie keine Arbeitserlaubnis erhalten.</p>
<p>Während sich Armut und Perspektivlosigkeit immer weiter ausbreiten, zeigen die dafür Verantwortlichen ständig auf den Sündenbock „Ausländer“. Rassistische, vor allem anti-muslimische Kampagnen, wie z.B. im Zusammenhang mit Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“, bestimmen immer mehr die öffentliche Diskussion. So wird abgelenkt von den tatsächlichen Problemen, die die meisten Menschen heute betreffen: Entlassungen, Billiglohn, ein marodes Schulsystem. Doch nicht nur die Vertreter der herrschenden Klasse reiben sich die Hände, wenn von ihrer Verantwortung für die Verelendung immer größerer Bevölkerungsteile abgelenkt wird. Faschistische Organisationen wie die NPD können sich darüber freuen, dass ihre jahrelang betriebene Hetze nun auch von etablierten PolitikerInnen und Medien aufgegriffen wird. Das treibt die FaschistInnen zu neuen Attacken an. Nicht nur gegen „die Ausländer“, sondern auch gegen Gewerkschaften und linke Gruppen und Organisationen. Also gegen die, die etwas gegen die Schweinereien von Bundesregierung und Unternehmerverbänden tun.</p>
<h2>Nazis auf dem Vormarsch</h2>
<p>Die NPD, sogenannte „freie Kameradschaften“ und „Autonome Nationalisten“ erweitern ihre Einflussgebiete immer mehr: Die NPD verfügt bundesweit mittlerweile über 300 Mandate in kommunalen Gremien, selbst in Landtage konnte sie wieder einziehen. Voraussetzung für ihre Wahlerfolge ist ihre Verankerung in gesellschaftlichen Institutionen, in Vereinen, in Gemeinden und Stadtteilen. Sie betreibt Jugendarbeit, wirbt mit Musik-Projekten, Schülerzeitungen, Hausaufgabenhilfe und Hartz-4-Beratung. Sie stellt sich – nicht nur im Wahlkampf – als „soziale“ Partei dar. Als Partei der Arbeiter, als eine Partei, die die Interessen der Erwerbslosen und der Ausgegrenzten vertritt und sich gegen die „Ellenbogengesellschaft“ einsetzt. Ihre Propaganda deckt nahezu alle politischen Bereiche ab. Sie agitiert vordergründig gegen Kriegseinsätze und Imperialismus genauso wie gegen die Kommerzialisierung von Sport und Freizeit. Das „Vier- Säulen- Konzept“ der NPD, das den Kampf um Straße, Köpfe, Parlamente und „den organisierten Willen“ vorsieht, geht an einigen Orten auf. Das Spektrum der „Autonomen Nationalisten“ betreibt in Abgrenzung zur NPD eine Selbstdarstellung als „Antikapitalisten“ und „Revolutionäre“. Gemeinsam terrorisieren sie AntifaschistInnen, GewerkschafterInnen und MigrantInnen. In einigen Regionen, Städten und Stadtteilen gelingt es ihnen bereits, zu einer dominierenden politischen Kraft zu werden. Sie haben dort massiven Einfluss auf die öffentliche Stimmung und errichten „No-Go-Areas“ für MigrantInnen und Linke.</p>
<h2>Staat lässt freie Hand…</h2>
<p>Dabei dürfen die Nazis fast völlig unbehelligt agieren: Sie dürfen Aufmärsche und Kundgebungen durchführen. Sie dürfen in Parlamente einziehen und dort ihre Propaganda verbreiten. Sie dürfen Musik, Zeitungen und Zeitschriften vertreiben, im Internet gegen Juden hetzen und den Faschismus verherrlichen. Sie dürfen sich ungehindert in Stadtteilen ausbreiten. Sie verfolgen und ermorden MigrantInnen, Linke, Homosexuelle und Obdachlose. Ihre Aufmärsche werden trotz großem Widerstand aus der Bevölkerung von der Polizei durchgesetzt, sie werden oftmals von der Justiz unbehelligt gelassen, von Rassisten wie Sarrazin ermuntert und von Staat und Konzernen finanziell unterstützt.</p>
<p>Auch vereinzelte Verbote von Organisationen und Aufmärschen oder Polizeieinsätze gegen allzu aggressive Nazis lassen am Grundsätzlichen keinen Zweifel: Nazis haben deshalb freie Hand, weil sie nützlich sind für diejenigen, die die zunehmende Verarmung und Perspektivlosigkeit verursachen. Denn sie lenken den Blick ab von den Verursachern von Krisen und Krieg, von Ausbildungsmangel und fehlenden Freizeitangeboten. Sie geben denjenigen die Schuld, die selbst am meisten von Sozialabbau und Jobverlust betroffen sind und spalten damit den Widerstand gegen die herrschenden Zustände.</p>
<p>Nicht die Banken und Konzerne, sondern die von ihnen als Lohndrücker missbrauchten MigrantInnen seien schuld an Lohn- und Sozialabbau. Die Gewerkschaften, mit deren Hilfe sich Lohnabhängige gegen Billiglöhne und Leiharbeit wehren, sind Angriffen der Nazis ausgesetzt. Morddrohungen gegen GewerkschaftsfunktionärInnen und Überfalle auf Gewerkschafts-Demonstrationen, wie am 1.Mai 2009 in Dortmund sind nur einige Beispiele für die Einschüchterung und Terrorisierung durch Nazis. Sie stellen sich gegen Streiks und Proteste von Werktätigen und arbeiten damit der Unternehmerseite zu.</p>
<h2>Nazis stehen für Zwangsarbeit…</h2>
<p>Nazis präsentieren sich als die Anwälte der „kleinen Leute“- und kanalisieren Proteststimmungen nach rechts. Denn tatsächlich sind Nazis Gegner von SchülerInnen, Auszubildenden, ArbeiterInnen, Angestellten und Erwerbslosen. Ihre „sozialen“ Forderungen entpuppen sich bei genauerem Hinsehen allesamt als das Gegenteil davon. So spricht sich die NPD für einen Mindestlohn aus, der bei kleineren und mittleren Betrieben vom Staat gezahlt werden soll. Solche Kombilohnmodelle sind längst eingeführt worden, etwa die „Aufstocker“-Regelung bei Hartz-IV. Damit werden nicht die UnternehmerInnen zu höheren Löhnen gezwungen, sondern die Kosten auf diejenigen abgewälzt, die die staatlichen Kassen füllen: Die Lohnabhängigen.</p>
<p>Nicht die Billiglöhne der „heimischen Wirtschaft“ sind für die NPD das Problem, sondern MigrantInnen, die von diesen Löhnen leben müssen. Zwar fordert die NPD die Abschaffung von Hartz-IV, gleichzeitig will sie aber einen Zwangsarbeitsdienst für Erwerbslose und LeiharbeiterInnen nach dem Vorbild des „Reichsarbeitsdienst“ des dritten Reichs einführen. Ihre Forderung ist damit eine Steigerung der heute bereits existierenden Zwangsarbeit in Form der sog. „1-EUR-Jobs“ und den Sanktionen der Arbeitsagentur gegen ALG-II-EmpfängerInnen – ein Mittel für Lohndrückerei und Entrechtung der Arbeiterklasse. Die Forderungen, die sich alle vordergründig gegen ausländische ArbeiterInnen richten, führen also zur Schlechterstellung aller Werktätigen.</p>
<h2>…Elitebildung…</h2>
<p>Auch im Bildungsbereich stellt sich die NPD gegen unsere Interessen. Ihre Forderungen stehen allem entgegen, was mehrere 100.000 SchülerInnen und Studierende in den Bildungsstreiks forderten. Sie will vor allem Bildung für die Elite, bekennt sich zum mehrgliedrigen Schulsystem und der Eliteförderung an Universitäten und gibt den SchülerInnen, die an den Hürden des derzeitigen Bildungssystems scheitern selbst die Schuld: Sie hätten für ihre Schulform nicht die ausreichende Veranlagung. Ihre Vorstellung von Bildung besteht darin, hörige Jugendliche zu produzieren, die nichts hinterfragen und willig ihren Führern auf die Schlachtfelder folgen. Anstelle des Lernens in einer gemeinsamen Schule für Alle will sie Aussortieren und Ausgrenzen. Sie richtet sich damit gegen alle Ansätze, die auf die Bedürfnisse der SchülerInnen eingehen, wie etwa Gesamtschulen und längeres gemeinsames Lernen. Doch damit nicht genug: auch aktiv gehen Nazis gegen SchülerInnen vor, die für ihre Rechte kämpfen und greifen Bildungsstreikaktionen an, wie in Aachen und Hannover. Des Weiteren tragen rechte Studentenverbindungen und Parteien, wie Burschenschaften und „Ring Christlich Demokratischer Studenten“ (RCDS) rechtes Gedankengut in Universitäten und setzen sich hier für eine Elitisierung des Hochschulsystems mit Studiengebühren Numerus Clausus und ohne MigrantInnen ein.</p>
<h2>…Krieg für deutsche Konzerne…</h2>
<p>Die Bundeswehr ist mit bis zu 10.000 Bundeswehrsoldaten in aller Welt präsent. Sie führt Kampfeinsätze, Bombardierungen bis hin zur Besatzung und Aufstandsbekämpfung durch. Die Einsätze der Bundeswehr stoßen in der Bevölkerung auf Widerstand. Immer häufiger treten auch FaschistInnen als angebliche Gegner der Kriegspolitik auf. Gründe für den Ruf nach Rückzug deutscher Truppen aus dem Ausland sind allerdings nur vordergründig die zahlreichen Opfer unter Bundeswehrsoldaten. Vor allem argumentieren sie, dass diese ihr Leben für vermeintlich “fremde Interessen” lassen. Nazis treibt auch nicht die Sorge um arbeitslose Jugendliche um, für die der letzte Ausweg aus der Arbeitslosigkeit der „Job“ beim Militär ist. Nazis bemängeln, dass die deutschen Kriegsbeteiligungen in Wahrheit „fremden“ Staaten, allen voran den USA nützten. Sie sehen „deutsche Interessen“ gefährdet. Dabei verschleiern sie, dass deutsche Banken und Konzerne von den Kriegseinsätzen profitieren: Wenn für Milliarden Euro bei deutschen Rüstungsfirmen eingekauft wird. Wenn Logistikunternehmen am Materialtransport verdienen. Vor allem aber, wenn mit militärischen Mitteln neue Märkte erschlossen werden und die geostrategische Ausgangsposition der Bundeswehr und ihrer Bündnispartner für zukünftige Raubzüge verbessert wird.</p>
<p>Die derzeitigen Kriegseinsätze der Bundeswehr dienen der Absicherung von Rohstoffzufuhr und Märkten für deutsche Konzerne. Dabei sind die Kriegstreiber auf absehbare Zeit auf Bündnisse mit anderen imperialistischen Staaten, vor allem mit den USA angewiesen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten bemühen sich deutsche Militärs und PolitikerInnen jedoch verstärkt darum, auch unabhängig von anderen Staaten Krieg führen zu können. Etwa, in dem Bündnisse jenseits der NATO wie z.B. der EU gesucht werden, oder im Rahmen der sog. Kerneuropa-Strategie mit Frankreich und einigen weiteren EU-Staaten. Wenn FaschistInnen die „deutsche Souveränität“ fordern, dann wollen sie tatsächlich mehr deutsche Kriegseinsätze im Alleingang.</p>
<p>Nur die deutschen Konzerne und Banken sollen von deutschen Kriegseinsätzen profitieren. Bündnisse sollen höchstens innerhalb Europas möglich sein. Damit stehen die Nazis nicht allein. Auch innerhalb der etablierten Parteien machen sich PolitikerInnen für Kriege unabhängig von den USA stark. Mit Frieden hat das nichts zu tun.</p>
<p>Die Nazis reden von Frieden und wollen den Angriffskrieg. Sie greifen die Ablehnung etwa des Afghanistan-Einsatzes in der Bevölkerung auf, und versuchen sie, für ihre imperialistische Ideologie zu nutzen. Sie ergreifen Partei für diejenigen Teile des deutschen Kapitals, die lieber heute als morgen unabhängig von anderen imperialistischen Staaten angreifen wollen. Auch wenn sich dieser Teil heute noch nicht durchsetzen kann: Die Nazis stehen als Fußtruppe bereit.</p>
<h2>…und Kapitalismus!</h2>
<p>Trotzdem schaffen es die FaschistInnen noch, sich als „antikapitalistisch“, sogar als „revolutionär“ zu bezeichnen. Doch auch die angebliche Gegnerschaft der Nazis gegenüber dem Kapitalismus ist nichts als Lüge. Was sie unter Kapitalismus verstehen, hat bei ihnen Tradition. Eine angebliche Vorherrschaft des spekulativen „jüdischen“ oder amerikanischen Kapitals, das den „schaffenden“ deutschen Mittelstand bedrohe. Diese Erklärungsmuster werden immer mehr von den etablierten bürgerlichen Parteien übernommen. Um davon abzulenken, dass auch die deutschen Bänker und GroßunternehmerInnen von unserer Ausbeutung leben, wird von „raffgierigen Spekulanten“ und Bankmanagern gesprochen. Damit sind die Nazis die besten Verteidiger der deutschen Banken und Konzerne, deren Bosse unsere Arbeitszeiten verlängern, unsere Löhne drücken &amp; uns entlassen, wenn es ihnen nützt.</p>
<p>Die FaschistInnen aller Schattierungen versuchen sich als äußerste Opposition gegen die herrschenden Parteien, gegen Kapitalismus und Imperialismus darzustellen. Dabei vertreten sie tatsächlich eine extreme Variante der Politik, die sie zu bekämpfen vorgeben. All ihre Forderungen richten sich gegen die arbeitende und lernende Jugend, gegen soziale und demokratische Rechte. Sie wollen keine Verbesserungen für arbeitende und Erwerbslose. Sie wollen die Wut über immer schlechtere Arbeitsbedingungen auf ausländische KollegInnen lenken – und so die Banken und Konzerne entlasten. Die immer stärker werdende Repression gegen linke und fortschrittliche Organisationen und Bewegungen wollen sie noch übertreffen. Ihr Ziel ist ein totaler Unterdrückungsstaat, ohne demokratische Rechte, ohne Gewerkschaften, ohne Widerstand, Volksgemeinschaft statt Klassenkampf. Schon heute machen sie mit ihrer „Law and Order“-Propaganda den Weg frei für die PolitikerInnen in den herrschenden Parteien, denen Militäreinsatz im Inland, Video-Überwachung und Polizeigewalt bei Demos nicht weit genug gehen. Sie sind die Stichwortgeber und Anheizer- sie bereiten den Boden für reaktionäre und rassistische Forderungen, die salonfähig und von bürgerlichen Kräften aufgegriffen werden. Schritt für Schritt rücken Parteien weiter nach rechts und faschistische Kräfte erstarken.</p>
<h2>Rassismus zur Herrschaftssicherung</h2>
<p>Rassismus wird nicht allein von FaschistInnen verbreitet. Mit immer neuen Kampagnen versuchen bürgerliche Medien gemeinsam mit PolitikerInnen aus etablierten Parteien, MigrantInnen aus der Türkei und dem arabischen Raum, vor allem Muslime unter Druck zu setzen. Sie würden nichts zum Wohlstand des Landes beitragen, seien integrationsunwillig und hätten sich gefälligst an die deutsche „Leitkultur“ anzupassen. Sie werden für leere Sozial-, Renten- und Gesundheitskassen verantwortlich gemacht, genauso wie für Kriminalität und Terrorgefahr. Unterschiede zu den Nazis gibt es bei den Konsequenzen: Während die etablierten Rassisten immer neue Zwänge für Migranten und Muslime wollen, fordert die NPD gleich ihre sofortige Abschiebung, unabhängig von ihrer<br />
Staatsangehörigkeit. Dies ist die agitatorische Begleitmusik zu Sozialabbau und die Rechtfertigung für eine aggressive imperialistische Außenpolitik im Interesse der Herrschenden.</p>
<p>Die Kampagnen, unterstützt und vorangetrieben durch antimuslimische Organisationen und Parteien, durch rechte Zeitungen und Internetportale richten sich dabei nicht nur gegen Muslime und MigrantInnen. Sie richten sich gegen diejenigen, die von Arbeitslosengeld II oder von Billiglöhnen leben müssen. Denn verantwortlich für ihre Lage seien nicht etwa die, die Armut per Gesetz, also Hartz IV zu verantworten haben, sondern eine angeblich massenhaft stattfindende Zuwanderung.</p>
<p>Dieser Rassismus ist im Interesse der Herrschenden. Ziel dieser Kampagnen ist eine Spaltung der Arbeiterklasse und ein Ablenken von den Ursachen für die sozialen Probleme. Sie sind daher ein Angriff auf unsere Rechte und Interessen.</p>
<h2>Was tun?</h2>
<h3>Für unsere Rechte als SchülerInnen und Azubis kämpfen</h3>
<p>Nazis den Boden zu entziehen, heißt vor allem den Aufbau ihrer Massenbasis zu verhindern. Nazis treffen mit ihren pseudo-antikapitalistischen Forderungen dort auf fruchtbaren Boden, wo eine echte Gegenwehr gegen die Offensive des Kapitals fehlt oder nur wenig wahrnehmbar ist. Sie propagieren nicht den gemeinsamen Kampf aller vom Sozialraub Betroffenen gegen Regierung und Bänker und GroßunternehmerInnen. Wenn wir diesen dem Wesen nach antifaschistischen Kampf für unsere Rechte aufnehmen, haben es die Nazis schwerer, sich als Anwälte der kleinen Leute zu profilieren. Dann wird sichtbar, dass es tatsächliche Aktionen sind, die die bürgerlichen Parteien unter Druck setzen und die NPD den Widerstand spaltet. Dann wird auch sichtbar, dass der Kampf der FaschistInnen gegen ausländische Kollegen gegen alle KollegInnen gerichtet ist. In Kämpfen für eine Schule für Alle, für Lohnerhöhungen und gegen Arbeitsplatzverlust ist es möglich, die Forderungen aufzustellen und zu verbreiten, die uns tatsächlich nützen: Ein Ausbildungsgesetz, das Konzerne zwingt, Ausbildungsplätze für alle Jugendlichen bereitzustellen. Ein Bildungssystem, in dem niemand auf der Strecke bleibt – egal wo er herkommt, welche Muttersprache er spricht oder welche Schwächen er hat. Und langfristig für ein System, in dem alle Bänker und GroßunternehmerInnen, nicht nur diejenigen der Finanzwelt oder aus anderen Ländern nichts mehr zu sagen haben.</p>
<h3>Soziale Demagogie entlarven</h3>
<p>Um Nazis zurückzudrängen muss aufgezeigt werden, dass ihre Forderungen nicht sozial sind, sondern im Gegenteil die Situation auf dem Arbeitsmarkt und im Bildungssystem noch weiter verschärfen. Dass hinter ihren Forderungen und ihrem Aktionismus in Wirklichkeit keine Opposition zur herrschenden Politik steckt. Entlarven wir den sozialen Anstrich als Tarnung, hinter der die konsequentesten Verteidiger des Kapitals stecken. Zeigen wir, dass ihre politische Praxis in Parlamenten und auf der Straße immer gegen die Masse der Bevölkerung – nicht nur des Teils mit Migrationshintergrund – gerichtet ist. Nazis sind nicht nur Gegner von MigrantInnen und sozialen Minderheiten, sondern aller arbeitenden Menschen. Antifaschismus ist für uns daher Massenpolitik für die Arbeiterklasse unter Einbindung aller demokratischen Kräfte – er kann nicht losgelöst von sozialen Interessen betrachtet werden. Da hilft nur eins: In Schule/Uni/Betrieb/Ausbildung die faschistische Demagogie durch Argumente zu entlarven!</p>
<h3>Für Verbot und Zerschlagung aller faschistischer Organisationen eintreten</h3>
<p>Die NPD und alle anderen faschistischen und rassistischen Parteien, Organisationen und Medien müssen verboten und zerschlagen werden! Dazu müssen alle Verbindungsleute des Verfassungsschutzes aus der NPD abgezogen werden. Ein Verbot allein kann Faschismus und Rassismus nicht aus den Köpfen vertreiben. Es nähme ihnen aber den öffentlichen Raum. Es gäbe weniger faschistische Aufmärsche, Zeitungen und CDs, keine Wahlkampfauftritte und keine Parlamentarier, keine Wahlkampfkostenerstattung aus öffentlichen Geldern. Bereits im Grundgesetz ist das Verbot aller NSDAP-Nachfolgeorganisationen vorgeschrieben. Es muss umgesetzt werden!</p>
<h3>Die Geschichte zurückgewinnen</h3>
<p>Um den Faschismus zu bekämpfen, muss man seine Wurzeln und Ursachen kennen. Faschismus heißt Klassenherrschaft des Kapitals. Die Bundesregierung versucht mit allen Mitteln und Wegen Antifaschismus zu diskreditieren. So wird der Klassencharakter des historischen Faschismus bewusst geleugnet und unter anderem mit Hilfe der Totalitarismustheorie wird versucht die Schuld am Ende der Weimarer Republik den Kommunisten unterzuschieben. Genauso wird Antifaschismus als ein Extremismus umgedeutet und kriminalisiert. Die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und der Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich spielen dabei eine führende Rolle. Jüngst wurde der Gesinnungsparagraph, oder auch “Schröder-Erlass” genannt, erlassen, der antifaschistisches Engagement zu verhindern versucht und eine öffentliche Anerkennung und Förderung nur dann zulässt, wenn die Verfassungstreue erklärt wird. Die Aufgabe der SDAJ ist es gegen diese Art von staatlicher Bevormundung und Antikommunismus in ihrer Antifaarbeit deutlich Stellung zu beziehen.</p>
<p>Um die Geschichte zurückzugewinnen müssen wir uns dafür einsetzen, dass Gedenkstätten erhalten werden und im öffentlichen Raum durch die Umbenennung von Straßen und Plätzen auf antifaschistische Widerstandskämpfer hingewiesen wird. Wir wollen Städte, Gemeinden und staatliche Organe auffordern, sich mit ihrer Geschichte auseinanderzusetzen und ihre Rolle im historischen Faschismus offen zu benennen. In Debatten wollen wir die Nutznießer des Faschismus entlarven und damit eine historische Einordnung des Kapitals im Faschismus leisten. Wir wollen uns gegen antikommunistisches Gedankengut wehren und im Zusammenhang mit dem deutschen Faschismus auf die hervorragende Rolle von Kommunisten und Sozialismus im Widerstand hinweisen. Wir setzen uns dafür ein, dass an den Schulen diese unverfälschte Geschcihte vermittelt wird Faschisten keinen Raum geben<br />
Den FaschistInnen keinen Meter überlassen – keine Räume, keine öffentlichen Auftritte, keine Veranstaltungen.</p>
<p>Zwingen wir die Regierenden aller Ebenen, sich gegen Nazis zu positionieren – und danach zu Handeln. Das Blockieren von Naziauftritten durch antifaschistische Bündnisse ist dabei ein entscheidendes Mittel, um den faschistischen Vormarsch im öffentlichen Raum zu stoppen. Die Aktionseinheit aller AntifaschistInnen in breiten gesellschaftlichen Bündnissen ist der Weg, um FaschistInnen den Raum zu nehmen. Gleichzeitig müssen wir unsere demokratischen Rechte, unsere Versammlungsfreiheit, unser Recht auf öffentlichen Raum, gegen Kontrollwahn von Polizei und Behörden verteidigen.</p>
<p>FaschistInnen und RassistInnen sind Gegner unserer Grundrechte. Wenn wir heute unser Recht auf Ausbildung für Alle und kostenlose Bildung fordern, wenn wir gegen deutsche Kriegseinsätze auf die Straße gehen, stellen sich die FaschistInnen auf die Seite der Sozialräuber und Kriegstreiber. Wollen wir erfolgreich für unsere Interessen kämpfen, so müssen wir uns den Nazis in den Weg stellen.</p>
<p><em>Aus dem Antifa-Aktionsprogramm der SDAJ</em></div>
			</div>
			</div><div class="et_pb_column et_pb_column_1_4 et_pb_column_5  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child et_pb_column_empty">
				
				
				
				
				
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/project/nazifreie-zone/">Nazifreie Zone!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Strike Back!</title>
		<link>https://www.sdaj.org/project/strike-back/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2020 15:02:01 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.sdaj.org/?post_type=project&#038;p=12022</guid>

					<description><![CDATA[<p>Auf den Plan des Kapitals, die Lasten der Weltwirtschaftskrise auf die Arbeiterklasse abzuwälzen, reagierte die SDAJ in der ersten Jahreshälfte 2011 mit einer Gegenoffensive. Mit der „Strike Back“ Kampagne wollten wir Handlanger des Kapitals bloß stellen und ihre Politik bekämpfen. Es galt den Ausbau von Leiharbeit, die Kürzungen im Bildungsbereich und die Schließungen von Jugendeinrichtungen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/project/strike-back/">Strike Back!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Auf den Plan des Kapitals, die Lasten der Weltwirtschaftskrise auf die Arbeiterklasse abzuwälzen, reagierte die SDAJ in der ersten Jahreshälfte 2011 mit einer Gegenoffensive. Mit der „Strike Back“ Kampagne wollten wir Handlanger des Kapitals bloß stellen und ihre Politik bekämpfen. Es galt den Ausbau von Leiharbeit, die Kürzungen im Bildungsbereich und die Schließungen von Jugendeinrichtungen in einen Zusammenhang mit der Krise, die 2008 begann, zu setzen. Wir wollten deutlich machen, dass wir zurückschlagen, wenn unsere Grundrechte auf Bildung, Ausbildung und Arbeit unter Beschuss stehen, wenn uns ein sicheres und selbstbestimmtes Leben verwehrt wird, kurz wenn das Kapital zuschlägt. Dafür haben wir mit SchülerInnen, Azubis und erwerbslosen Jugendlichen diskutiert um herauszufinden, wie ihnen systematisch die Zukunft verbaut wird. Wir haben die miesesten Handlager des Kapitals geoutet und hier und dort sogar ihre Gebäude besetzt. Öffentlich haben wir dabei deutlich gemacht, dass diejenigen die uns unsere Rechte verweigern überall die gleichen sind, ob in Schule, Betrieb, oder Kommune. Es ist ihr Staat, der Staat der Kapitalisten, der die deutschen Banken und Konzerne beschenkt und uns dafür blechen lässt. Es ist ihr System, dass sich regelmäßig von einer Krise in die nächste manövriert.</p>
<p><em>Die Kampagne „Strike Back! Das Kapital schlägt zu, wir schlagen zurück!“ wurde im August 2010 vom SDAJ-Bundesvorstand beschlossen. Der Kampagnenzeitraum ist Dezember 2010 bis Juni 2011.</em></p>
<p>Bereits vor Monaten wurde von Bundesregierung, Banken und Großunternehmen das Ende der Krise verkündet. Tag für Tag kriegen wir nun zu hören, dass dem neuen Wirtschaftswachstum Lohnerhöhungen und Neueinstellungen in den Betrieben folgen würden. Dass die Anzahl der Arbeitslosen unter 3 Millionen gesunken sei. Dass so viel Geld in die Bildung gesteckt würde wie noch nie. Und so weiter und so fort.</p>
<p>Vergessen scheint, dass die Bundesregierung den Banken und Konzernen vor kurzem noch mit milliardenschweren Rettungspaketen unter die Arme griff. Anstatt die Banken und Konzerne in die Pflicht zu nehmen, die Kosten der Krise zu bezahlen, beschloss die schwarz-gelbe Koalition ein Sparpaket zu Lasten der Ärmsten in Deutschland. Es trifft vor allem Arbeitslose: Bei den Arbeitslosengeld II-Empfängern werden 6,8 Mrd. Euro im Jahr gekürzt. Für das Jahr 2012 sollen weitere 19 Milliarden „gespart“ werden.</p>
<h2>Das Kapital schlägt zu…</h2>
<p>Traf die Wucht der Weltwirtschaftskrise seit Anfang 2009 die ArbeiterInnen vor allem in Form von Entlassungen bei Leiharbeitern und befristet Beschäftigten, so schlägt die Bundesregierung nun bei denjenigen zu, die das Pech haben, keinen Job mehr zu haben. So wie im letzten Jahr die Banken und Konzerne mit Milliarden-Paketen das Geld hinterhergeworfen wurde, wird es nun mit dem gigantischen Sozialraubzug der schwarz-gelben Regierung bei Hartz-IV-EmpfängerInnen genommen. Und die Beschäftigten werden immer mehr unter Druck und in Konkurrenz zueinander gesetzt. Durch die Ausweitung der Leiharbeit wird der Kündigungsschutz ausgehebelt und die Konkurrenz zwischen den Leiharbeitern und der Stammbelegschaft in den Betrieben erhöht. Besonders junge Arbeiter und Angestellte sind davon betroffen.</p>
<p>Den Banken und Großkonzernen, die jahrelang Rekordgewinne machten, zahlte die Bundesregierung seit Beginn der Krise über 50 Milliarden Euro. Die Kürzungen werden also weitergehen, denn die Bundesregierung will offenbar im Interesse des Großkapitals das Geld wieder hereinbekommen. Jahrelang wurde uns SchülerInnen, Azubis, Studierende und erwerbslosen Jugendlichen eingeredet, es gäbe kein Geld mehr für Bildung und Ausbildung. Die Ausgaben für Bildung in Deutschland sind im internationalen Vergleich rekordverdächtig niedrig. Nun wird uns in den bürgerlichen Medien weisgemacht, mit dem Aufschwung sei die Krise vorbei. Offensichtlich geht die Krise für uns aber erst los: Für Azubis, wenn sie nach der Ausbildung nicht in einen festen Job übernommen werden sondern in eine Zeitarbeitsfirma für 60% des Lohns. Für Schüler, wenn sie in heruntergekommenen Schulen mit zu großen Klassen lernen müssen.</p>
<h2>…wir schlagen zurück!</h2>
<p>Es ist an der Zeit, der Krisenpolitik der herrschenden Parteien Widerstand entgegenzusetzen. Denn eins haben sie bewiesen: Unabhängig, ob die Wirtschaft gerade schrumpft oder wächst: Wir, die arbeitenden, die Hartz-IV-Empfänger, Schüler und Studierende sind es, die für die Profite der Kapitalisten bluten müssen. Während die Deutsche Bank allein von Juli bis September 2010 1,1 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern machte, wurden Sozialleisten und Vergütungen gekürzt, Jobs gestrichen, Fahrpreise erhöht.</p>
<p>Wenn wir heute Widerstand gegen dieses wirtschaftliche und politische System, den Kapitalismus leisten, sollten wir uns an diejenigen erinnern, die diesen Kampf schon in früheren Zeiten aufnahmen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/project/strike-back/">Strike Back!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
