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	<title>Frauen Archive - SDAJ</title>
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		<title>Frauen, die Kämpfen &#8211; Elisa, 19</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Feb 2023 15:31:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unsortiert]]></category>
		<category><![CDATA[die kämpfen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>POSITION: Du arbeitest auf zwei Ebenen innerhalb der SDAJ, auf Gruppenebene und in der Landesleitung. Was sind dabei deine Aufgaben und wie empfindest du die Arbeit, inwiefern wächst du daran? Elisa: Auf Gruppenebene kümmere ich mich um den Bereich der Außenwirkung und auf der Landesebene kümmere ich mich um unsere Arbeit an Schule und Betrieb. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>POSITION: Du arbeitest auf zwei Ebenen innerhalb der SDAJ, auf Gruppenebene und in der Landesleitung. Was sind dabei deine Aufgaben und wie empfindest du die Arbeit, inwiefern wächst du daran?</h3>
<p>Elisa: Auf Gruppenebene kümmere ich mich um den Bereich der Außenwirkung und auf der Landesebene kümmere ich mich um unsere Arbeit an Schule und Betrieb. Wir versuchen in den Schulen und Betrieben, in denen unsere Mitglieder lernen und arbeiten, Verbesserungen zu erkämpfen, wie beispielsweise günstigere Mensapreise. Denn genau in solchen Kämpfen lernen wir erst, dass man zusammen tatsächlich etwas erreichen kann. Da ich in beide Leitungsfunktionen direkt hintereinander hineingewählt wurde, war es zur Anfangszeit stressig, ich musste mich für beide Bereiche mit Unterstützung neu reichfuchsen. Was ich aus den letzten Monaten jedoch mitnehmen konnte, ist, dass mit den jeweiligen Leitungen viel Verantwortung einhergeht, der man durch einen gut geführten Terminkalender am besten gerecht wird.</p>
<p>Gerade bei der Arbeit auf Gruppenebene zum Beispiel ist es von Vorteil, sich einen Plan dafür zu machen, welche Veranstaltungen in nächster Zeit anstehen und wie diese beworben werden sollen. Meine Aufgabe als Landesleitung für den Bereich Arbeit an Schule und Betrieb besteht darin, die einzelnen Gruppenverantwortungen aus Waterkant für ihren Bereich der Schul- und Betriebsarbeit zu unterstützen und den Stand der Gruppen auf der Landesleitungssitzung auszuwerten. Sich aus seiner Komfortzone zu wagen ist für mich eine Herausforderung, allerdings wird diese mit der Erfahrung von Situationen, in denen man zum Beispiel einen Vortrag hält oder etwas moderiert, immer kleiner. Die Übernahme einer AG-Leitung auf den letzten beiden landesweiten Bildungsveranstaltungen hat mir dabei sehr geholfen.</p>
<h3>POSITION: Wie arbeitet ihr momentan zu der bundesweiten Kampagne „Preisstopp jetzt!“? Welche unterschiedlichen Bereiche bearbeitest du, bzw. ihr als Gremium dabei auf Gruppennund Landesebene?</h3>
<p>Elisa: Geplant ist, mit dem Kampagnenmaterial an unseren Schwerpunkten zu arbeiten, wie zum Beispiel bei einer Schulverteilung. Auch die Planung und Mobilisierung zu einem offenen Treffen zum Thema Preisstopp ist im vollen Gange. Meine Aufgabe als Teil der Landesleitung ist es, sicherzustellen, dass die Gruppen im Landesverband sinnvoll an ihre Aktionen in den Bereichen Schul- und Betriebspolitik herangehen, also dass sie beispielsweise darauf achten, für eine Veranstaltung auch die Gewerkschaftsjugenden einzuladen. In Hamburg haben wir auf unseren Social-Media-Kanälen vermehrt damit angefangen, Reels zu erstellen und unsere Demoauftritte auch auf TikTok zu posten. Auch durch das Nutzen des Hashtags „#Preisstopp“ können wir medial mehr Aufmerksamkeit auf unsere Kampagne richten.</p>
<h3>POSITION: Wie bist du auf die SDAJ aufmerksam geworden und seit wann bist du dabei?</h3>
<p>Elisa: Ich bin seit zwei Jahren Mitglied in der SDAJ und durch einen Klassenkameraden auf diese aufmerksam geworden. In der Mittelstufe habe ich mich insbesondere für feministische Themen interessiert, damals konnte ich aber noch nicht wirklich einordnen, woher die Unterdrückung der Frau kommt. Ein Klassenkamerad hat jedoch meine Interessen erkannt und mir regelmäßig SDAJ-Materialien zu diesen Themen mitgebracht. Nachdem ich das SDAJ-Buch „Eine Welt zu gewinnen“ gelesen hatte, habe ich ein Verständnis dafür entwickelt, inwiefern ökonomische Faktoren die Grundlage der Unterdrückung und Ausbeutung der Frau bilden. Daraufhin bin ich zu Lesekreisen, Kneipenabenden und dann nach einiger Zeit auch regelmäßig auf die Gruppenabende gegangen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Internationaler Tag der sicheren Schwangerschaftsabbrüche</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2021/09/28/internationaler-tag-der-sicheren-schwangerschaftsabbrueche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Sep 2021 17:55:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenunterdrückung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt gegen Frauen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieser steht in diesem Jahr unter dem Motto &#8222;150 Jahre Kampf gegen Paragraph 218&#8220;. Dieser Paragraph sowie der Paragraph 219a des Strafgesetzbuches verbieten ÄrztInnen auch heute noch, umfassende Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zur Verfügung zu stellen. Das Resultat ist, dass Frauen in Deutschland auch 2021 Schwierigkeiten haben, sich über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren oder eine Stelle zu [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser steht in diesem Jahr unter dem Motto &#8222;150 Jahre Kampf gegen Paragraph 218&#8220;. Dieser Paragraph sowie der Paragraph 219a des Strafgesetzbuches verbieten ÄrztInnen auch heute noch, umfassende Informationen über Schwangerschaftsabbrüche zur Verfügung zu stellen. Das Resultat ist, dass Frauen in Deutschland auch 2021 Schwierigkeiten haben, sich über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren oder eine Stelle zu finden, die diese durchführt.</p>
<p>Dass diese Paragraphen keine reinen Papiertiger sind, sondern real zu Verurteilungen führen, zeigt unter anderem der Fall Kristina Hänel. Die Gießener Ärztin wurde Ende 2021 rechtskräftig nach Paragraph 219a StGB verurteilt &#8211; Hänel hatte auf ihrer Website darüber informiert, dass sie in ihrer Praxis Abbrüche vornimmt und Hintergrundinformationen über Abbrüche zur Verfügung gestellt. Das reicht aus, um von Menschenfeind:innen verklagt und einem deutschen Gericht verurteilt zu werden.</p>
<p>Das Urteil führte zu einem Aufschrei, die #GroKo aus (S)PD und CDU sah jedoch keinen Anlass, den frauenfeindlichen Paragraphen zu streichen, sondern nahm lediglich kleinere Änderungen vor, welche die Situation für ÄrztInnen sogar noch verschlechterten: &#8222;der unsägliche Kompromiss der großen Koalition zum Paragrafen 219a hat die rechtliche Situation für uns Ärz­t:in­nen letztlich nur verschlechtert: Mit ihm wurde klar, dass auch die sachliche Information über das „Wie“ von Schwangerschaftsabbrüchen in jedem Fall bestraft wird.&#8220; sagte Kristina Hänel dazu im Interview mit der TAZ.</p>
<p>Ebenso aus der Zeit gefallen wirkt Paragraph 218, der Frauen zu einer Beratung vor einem Schwangerschaftsabbruch verpflichtet. Nicht nur sind die Beratungsstellen verpflichtet, de facto in Richtung der Vermeidung eines Abbruches zu beraten. Die Zwangsberatung führt auch zu Wartzeiten und einer demütigenden Situation, in der betroffene Frauen auf einen Berechtigungsschein angewiesen sind, bevor sie einen Abbruch vornehmen dürfen.</p>
<p>Beide Paragraphen führen in der Konsequenz dazu, Schwangerschaftsabbrüche möglichst schwer und unangenehm zu gestalten. Als SDAJ stehen wir für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung von Frauen und fordern eine Abschaffung der Beratungspflicht. Frauen zu unterstellen, sie würden sich vor einem Abbruch nicht informieren und sie in &#8222;neutrale&#8220; Beratungsstellen zu zwingen, die oft kirchlich finanziert und organisiert sind und vor allem der Beratung gegen einen Abbruch dienen ist zynisch und menschenverachtend.</p>
<h5>
&#8211; Paragraph 218 und 219a StGB abschaffen!<br />
&#8211; Für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung!</h5>
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		<title>Frauen auf Kuba Revolutionärinnen und Kämpferinnen für den Fortschritt</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2021/08/31/frauen-auf-kuba-revolutionaerinnen-und-kaempferinnen-fuer-den-fortschritt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Aug 2021 21:48:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 3/2021]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kuba]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>FMC-eine Massenorganisation von Frauen Während der Zeit der Fremdbesetzung war das Leben der Frauen von ökonomischer Abhängigkeit gezeichnet und an das häusliche Leben gebunden. Es war keinesfalls üblich, dass junge Frauen das Haus ohne Erlaubnis des Vaters verlassen konnten. Unter dem von den USA hofierten Diktator Batista tobte sich die organisierte Kriminalität aus Glücksspiel, Drogen, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>FMC-eine Massenorganisation von Frauen</strong></h5>
<p>Während der Zeit der Fremdbesetzung war das Leben der Frauen von ökonomischer Abhängigkeit gezeichnet und an das häusliche Leben gebunden. Es war keinesfalls üblich, dass junge Frauen das Haus ohne Erlaubnis des Vaters verlassen konnten. Unter dem von den USA hofierten Diktator Batista tobte sich die organisierte Kriminalität aus Glücksspiel, Drogen, Geldwäsche und Prostitution auf Kuba aus, nicht umsonst wird häufig davon gesprochen, dass Kuba das „Bordell der USA“ gewesen ist. Schon in den ersten Unabhängigkeitskriegen haben sich zahlreiche Kubanerinnen organisiert und beteiligt. Nach dem Sieg der Revolution 1959 war der Kampf der Frauen noch lange nicht vorbei und sie waren mit zahlreichen Problemen konfrontiert. So haben sich zum Beispiel viele kubanische Männer gegen die Erwerbstätigkeit von Frauen ausgesprochen. 1960 wurde auf Initiative von Vilma Guillois der FMC (Vereinigung der kubanischen Frauen) aus bereits vorher existierenden Frauenorganisationen, die gegen Batista gekämpft hatten, gegründet. Die FMC ist Teil der Nationalversammlung der jungen, sozialistischen Republik und konnte so von Anfang an Einfluss auf Gesetze und politische Entscheidungen nehmen. Heute sind in der FMC fast 4 Millionen Kubanerinnen organisiert. Ihre Zielstellung ist es, die berufliche und soziale Partizipation der Frau in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens sicherzustellen und Diskriminierungen zu verhindern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5><strong>Häuser der Beratung für Frauen und Familien</strong></h5>
<p>Um ihre Ziele zu verwirklichen, betreibt der FMC „Casas de la Orientación a la Mujer y la Familia“ (Haus der Beratung für Frauen und Familien). Diese Einrichtungen stellen Orte der Weiterbildung, Beratung und Diskussion dar. Es geht um Frauengesundheit, Fortbildungen zu bestimmten Berufen, Hilfen zur Erziehung und Schulvorbereitung und auch politische Aktivitäten, so zum Beispiel zum Entwurf der neuen Verfassung, nach der auch Homosexuelle heiraten dürfen. Durch Kampagnen des FMC gelingt es immer wieder, Themen wie häusliche Gewalt und sexuelle Belästigung in die Öffentlichkeit zu rücken. 2016 führte Kuba eine Studie zu den Geschlechterverhältnissen durch mit dem Schwerpunkt auf Gleichberechtigung und der Lage von Homosexuellen auf Kuba. 77 Prozent der Kubaner finden, dass Homosexuelle die gleichen Rechte haben sollen wie Heterosexuelle. 1988 teilten nur 23,3 Prozent diese Aussage. Dennoch offenbarte die Studie, dass weiterhin mehr Männer Homosexualität ablehnen und häusliche Gewalt weiterhin ein großes Thema auf Kuba ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h5><strong>Sozialismus und die Frauenfrage</strong></h5>
<p>In Kuba stellen Frauen heute über die Hälfte der Parlamentsabgeordneten, über die Hälfte der technischen Arbeitskräfte und über 60 Prozent der Universitätsabsolventen. Diese Errungenschaften sind nicht selbstverständlich. Die sozialistische Produktionsweise auf Kuba stellt die Grundlage zur ökonomischen Gleichheit der Geschlechter dar. Von Anfang an wurde im sozialistischen Kuba die Frauen- und Geschlechterfrage politisch integriert. Wenn dort von Lohnunterschieden zwischen Mann und Frau erzählt wird, können die KubanerInnen nur lächeln. Dennoch lösen sich Geschlechterrollen nach einer sozialistischen Revolution nicht einfach in Luft auf. Hierfür benötigt es die Selbstorganisation der Betroffen, die gemeinsam mit und in der Gesellschaft agieren und Themen wie Kindererziehung, Gesundheit, Gewalt und Geschlechtergerechtigkeit aus dem privaten in die Gesellschaft verschieben und politisch thematisieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Josephine, Bochum</p>
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		<title>Die Befreiung erkämpfen – heraus zum 8. März!</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2016/03/08/die-befreiung-erkaempfen-heraus-zum-8-maerz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Mar 2016 05:53:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 1/2016]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[POSITION – Magazin der SDAJ]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenbefreiung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Frauentag]]></category>
		<category><![CDATA[internationaler Frauentag]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interview mit Erika Baum zur Bedeutung des Frauenkampftages. POSITION: Bereits 1908 beschlossen in den USA Frauen der sozialistischen Partei Amerikas sich für das Frauenstimmrecht einzusetzen, Ende Februar 1909 demonstrierten sie mit einem nationalen Kampftag für dieses Ziel. Nach einem Beschluss auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen gab es im März 1911 auch in [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2016/03/08/die-befreiung-erkaempfen-heraus-zum-8-maerz/">Die Befreiung erkämpfen – heraus zum 8. März!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2016/01/womansplaceisinthestruggle.jpg" rel="attachment wp-att-6310"><img decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-6310" src="/wp-content/uploads/2016/01/womansplaceisinthestruggle-225x300.jpg" alt="womansplaceisinthestruggle" width="225" height="300" srcset="https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2016/01/womansplaceisinthestruggle-225x300.jpg 225w, https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2016/01/womansplaceisinthestruggle.jpg 720w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a></p>
<p><strong>Interview mit Erika Baum zur Bedeutung des Frauenkampftages.</strong></p>
<p>POSITION: Bereits 1908 beschlossen in den USA Frauen der sozialistischen Partei Amerikas sich für das Frauenstimmrecht einzusetzen, Ende Februar 1909 demonstrierten sie mit einem nationalen Kampftag für dieses Ziel. Nach einem Beschluss auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen gab es im März 1911 auch in einigen Ländern Europas erste Frauentage, die für die Agitation für das Frauenwahlrecht genutzt wurden. Heute gibt es schon lange das allgemeine Wahlrecht. Worin siehst du die Notwendigkeit des 8. März als Frauenkampftag heute?</p>
<p><strong>Erika:</strong> Schon vor der Einführung des Wahlrechts auch für Frauen hat dieser Tag eine Bedeutung als Aktionstag für den Frieden bekommen. Seit dem Beginn des ersten Weltkrieges 1914 spielte er eine bedeutende Rolle im Kampf gegen den Krieg. Die internationale Frauenbewegung machte diesen Tag zu einem aktiven Antikriegstag. Und die reale Gefahr des Krieges existiert weiterhin und wir müssen uns dagegen organisieren. Daher ist der 8. März auch heute noch der Tag der Frauen, die um das Leben kämpfen, gegen die Gefahr des Krieges.<br />
Des Weiteren spielte und spielt auch immer noch der Kampf um wirkliche Gleichstellung eine große Rolle, denn die Gleichberechtigung der Frau existiert an vielen Stellen nur auf dem Papier als rein formale Gleichstellung. Es gibt hingegen so viele Gesetze, die die Ausbeutung um verschiedene Teilaspekte verschärft. Von der Kinderbetreuung, über Qualifizierungsmaßnahmen und unbezahlte Praktika. Die bürgerliche Auffassung von Freiheit und Emanzipation beruht auf einer rein formalen Gleichstellung, die aber nichts an der Ungleichbehandlung in manchen Lebensbereichen ändert. Sie verschärft durch diesen formalen Deckmantel eher das Problem. Die Frauenquote wird beispielsweise auch nur zur Verdeckung der wirklichen Herrschaftsverhältnisse genutzt. Immer noch findet man Frauen wenig in Führungspositionen und wenn dann noch eher in der Politik als in der Wirtschaft. Angela Merkel vertritt als Kanzlerin auf das Beste die Interessen des Monopolkapitals und unter Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin wird die kriegerische und ausbeuterische Politik des Kapitalismus noch auf die Spitze getrieben. So wird mit der Besetzung dieser Positionen durch eine Frau die Kriegspolitik noch verharmlost.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Was sind deiner Meinung nach Voraussetzungen für eine wirkliche Gleichberechtigung.</p>
<p><strong>Erika:</strong> Eine wirkliche Gleichberechtigung erreichen wir erst, wenn wir als Gesellschaft die materiellen Bedingungen dafür bereitstellen. Auch im Osten haben sich zu DDR Zeiten die Ökonomen darüber aufgeregt, dass es viel teuer ist Kindergärten zu finanzieren, als einfach nur das Kindergeld zu erhöhen. Dennoch haben wir das Ziel der gesellschaftlich organisierten Kinderbetreuung durchgesetzt, um allen Frauen eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen und aktiven Berufsleben zu ermöglichen. Außerdem muss klar sein, dass im Kapitalismus die Unterdrückung der Frau Methode hat. Sie wird genutzt um die Arbeiterklasse zu spalten.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> In vielen politischen Organisationen ist der Anteil von Frauen geringer als der der Männer. Was meinst du, wie man Frauen erreichen kann?</p>
<p><strong>Erika:</strong> Wenn ich mich heute mit jungen Frauen unterhalte höre ich immer wieder eine gewisse Perspektivlosigkeit heraus, die Schwierigkeiten einen Arbeitsplatz – trotz erfolgreich abgeschlossener Ausbildung bzw. Studium – zu finden. Dasselbe gilt natürlich auch für junge Männer, aber dennoch lastet die Aufgabe der Reproduktionsarbeit, also der Pflege und Erziehung von Kindern oft noch zum großen Teil auf den Frauen. Um Frauen zu erreichen müssen wir sie fragen, was ihre Sorgen und Nöte sind, um daran ansetzen zu können. Wir müssen herausfinden, was ist an der Lage der Frauen momentan das charakteristische ist um gemeinsame Kämpfe zu organisieren.<br />
Ich sehe da als ein Problem die voranschreitende Individualisierung: In der Gesellschaft nimmt die Vereinzelung zu. In den Medien wird das Bild des Individualisten vermittelt, der selbst für seine Taten verantwortlich sein. Diese theoretische Heraushebung des Individuums trägt zu einer Entsolidarisierung bei und das ist das gefährliche an dieser Demagogie. Wir müssen an dieser Stelle überlegen, wie wir Bedingungen schaffen, die das Alleinsein aufbrechen können. Ich sehe da als eine wichtige Sache den gemeinsam erlebten Kampf. Die Teilnahme an Demonstrationen und Streiks bei denen man die Kraft der Solidarität ganz praktisch erleben kann. Das ist innerhalb dieses von Konkurrenzkämpfen lebenden Kapitalismus notwendig.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Aus deiner Erfahrung heraus, wie muss sich die junge Arbeiterin heute zum Kampf für ihre Interessen organisieren?</p>
<p><strong>Erika:</strong> Wir müssen genau analysieren, wie die Lage der Frauen heute ist. Wir dürfen die allgemeinen Fragen des Klassenkampfes nicht aus dem Auge verlieren. Ich könnte es begrüßen, wenn ein paar Genossinnen und Genossen sich zusammen hinsetzen und gemeinsam überlegen, wie wir als kommunistische Partei oder als sozialistischer Jugendverband mehr Frauen erreichen können. Man müsste vorher die Inhalte solch einer Arbeitsgruppe formulieren und es muss klar sein, dass es nicht nur die Sache der Frauen allein ist, um eine stärkere Organisation unter Frauen zu kämpfen, sondern die aller GenossInnen. Unsere Stärke ist dabei, wie Clara Zetkin schon analysierte, dass wir als Proletarier gegen Ausbeutung und um Gleichberechtigung der Frauen gemeinsam mit den Männern unserer Klasse kämpfen. Im Gegensatz zu den Frauen des Bürgertums, welche die Emanzipation gegen die Männer ihrer Klasse durchsetzen müssten.<br />
Ich möchte auch jungen Menschen vermitteln, dass der Kampf um die Emanzipation der Frau auch der Kampf um das Menschsein ist. Wir kämpfen auch um das Recht der Männer, sich nicht in das klischeehafte Bild des Mannes im Gegensatz zur Frau einspannen lassen zu müssen. Auch dafür, dass man sich als Mann zu Warmherzigkeit und Zärtlichkeit öffentlich bekennen kann.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> „Unter den Bedingungen der Ausbeuterordnung waren und sind Frauen nie so frei wie im Kampf.“ Wie verstehst du diese Aussage?</p>
<p><strong>Erika:</strong> An dieser Stelle denke ich immer an das Bild der Rotarmistin auf dem Weg nach Berlin. Es verdeutlicht sehr gut, dass diese als Teil einer Bewegung eine starke Frau geworden ist, die sich nicht so einfach unterdrücken lässt. Sie ist Beispielgebend, bereit für die Menschen einzutreten und sich für ihre Interessen einzusetzen.<br />
Es ist unsere Aufgabe als KommunistInnen nicht nur beim Singen zu betonen, dass die Internationale das Menschenrecht erkämpft. Wir müssen in Gesprächen mit den Menschen, mit Männern wie Frauen die Ansatzpunkte entdecken, die sie uns zu Genossen und Genossinnen macht. Dabei ist es wichtig die Erfahrung der Menschen zu beachten und gemeinsam zu nutzen. Diese Anknüpfungspunkte in der Masse zu finden, das ist unsere Aufgabe.</p>
<p>Das Interview führte<br />
Tine, Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2016/03/08/die-befreiung-erkaempfen-heraus-zum-8-maerz/">Die Befreiung erkämpfen – heraus zum 8. März!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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