POSITION #6/2013

Mein Leben für die Befreiung

Nur dagegen

Ob die Gro?mächte sich am Ende entschlie?en, mit eigenen Bomben und Raketen in den syrischen Krieg einzugreifen, war bei Redaktionsschluss noch nicht sicher. Sie versuchten, die syrische Regierung mit diplomatischen Mitteln weiter unter Druck zu setzen, Obama laviert, die Ñinternationale Gemeinschaftì rasselt mit den Säbeln. Syrien unter Druck setzen? Ja. Kriegshetze? Ja. Kriegsschiffe im Mittelmeer in Stellung bringen? Auch das. Aber einen weiteren langen und teuren Krieg wie im Irak oder in Afghanistan wollen, so sah es jedenfalls eine Zeit lang aus, weder Obama noch Hollande oder Merkel im Moment so richtig gerne. Hei?t das, dass sie für den Frieden sind? Was einen direkten Angriff auf Syrien angeht, schwanken die westlichen Regierungen. Aber mit diplomatischen Erpressungen, mit Geld für die Opposition, mit Waffenlieferungen an die Rebellen heizen sie den Kriegsherd im Nahen Osten weiter an. Der Krieg in Syrien ist schon lange kein Bürgerkrieg mehr, die westlichen Mächte sind schon jetzt Kriegspartei. Eine Lösung im Interesse des syrischen Volkes kann es nicht gemeinsam mit den imperialistischen Mächten geben. Eine Lösung im Interesse des Volkes gibt es nur im Kampf gegen die Regierungen der großen kapitalistischen Länder – das zeigt das Beispiel der linken Regierungen in Lateinamerika, das Thema in diesem Heft. Gleichzeitig erzählen uns Politiker und Journalisten, dass die wirtschaftliche Lage sich bessert, dass es Arbeits- und Ausbildungsplätze für alle gibt, die nur wirklich wollen. Wenn sie vom Aufschwung reden, meinen sie, dass die Banken und Konzerne mit ihren Profiten gerade ganz zufrieden sind. Auch hier gilt: Einen Aufschwung für uns gibt nur im Kampf gegen diese Unternehmer und Politiker.
Euer Zeitungskollektiv

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