POSITION #4/2013

Solidarität heißt Klassenkampf

Machtfragen

Die Wirtschaftsbosse haben G8 gefordert und sie haben es auch bekommen. Sie brauchen das gegliederte Schulsystem, weil es ihnen die Arbeitskräfte vorsortiert und mit zugeschnitten Qualifikationen versieht und es wird ihnen erhalten. Gesellschaft und Staat werden über ihre Bedürfnisse definierten. Gemeinwohl heißt das dann. Um das Wohl der arbeitenden und lernenden Jugend geht es dabei nicht. Wir wollen weder Leistungsdruck, noch Selektion in unserem Bildungssystem. Bei den Bildungsstreiks haben wir das sehr deutlich gemacht, umgesetzt wurden unsere Forderungen nur dort, wo unser Widerstand besonders stark war.

In der DDR war das irgendwie anders. Bildung hatte dort nicht den Auftrag, möglichst billig billige Arbeitskräfte zu liefern, sondern allen, und das hieß vor allem Kindern aus der Arbeiterklasse, Zugang zu umfassender Bildung zu ermöglichen. Am Ende ist es immer eine Machtfrage: Wir oder die Bourgeoisie? Unsere Interessen oder ihre? In der DDR war eben diese Machtfrage anders entschieden.

Entscheidend ist, wer entscheidet. Dafür lohnt es sich auch, mal einen Blick auf das sozialistische Kuba zu werfen: Wer entscheidet da eigentlich? Sind es wirklich zwei senile Diktatorenbrüder?

Um Macht geht es derzeit auch beim Kampf der KollegInnen von Neupack bei Hamburg. Sie sind jetzt seit über sieben Monaten im Streik für einen Tarifvertrag und mehr Lohn. Beides wird ihnen vom Eigentümer Krüger verweigert.

Krügers Klassenbrüder in der Metall- und Elektroindustrie verweigern den KollegInnen Lohnerhöhungen, die diesen Namen auch verdienen. Warum? Weil jede Lohnerhöhung für uns an ihre Profite geht. Und weil sie es können. Weil sie in der BRD die Macht haben. Was man dagegen machen kann und wie – dazu Einiges mehr in diesem Heft.

Euer Zeitungskollektiv

 

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