POSITION #2/2013

Inhalt

Aktuell
4 » Der offene Brief an Guido Westerwelle
Kein Dank für’s deutsche Militär?
5 » Fight for your Right: Essen mit dem Minister
Abgehobene SV – und nun?
6 » Reportage: Abgeschirmt
Schuldenbremse in Aktion
9 » Erfolg gegen den Sparzwang
Gastkommentar von Patrick Köbele
10 » SDAJ in Aktion
Auf der Straße und in der Gewerkschaft
12 » Gleichberechtigt?
Drei Frauen berichten
14 » Alte Leute, alte Lieder
Warum wir trotzdem zum Ostermarsch gehen
16 » Frontticker
Aufrüstung und Auslandseinsatz
Thema
17 » Geschichte: Unter Beschuss
Von den ersten Streiks zum Tarifvertrag
20 » Warnstreiks und Sozialpartner
O-Ton aus dem Klassenkampf
22 » Interview: Angst, Aktionen, Übernahme
Telekom-Azubis wehren sich
24 » Kommentar: Klassenstandortlogik
Gewerkschaften in Verantwortung – für wen?
Internationales
25 » América libre
Arbeitslos im Sozialismus?
26 » Theorie: Imperialismus und EU
Demokratisch und sozial – das wird wohl nichts.
29 » Kommentar: Die beste Verteidigung
Die Patriot-Raketen – zum Schutz der Türkei?
Culture Beat
30 » Love First
Bei Lana del Rey ist auch das Frauenbild eher retro.
31 » Arier im Erdinneren
Dr. Axel Stoll ist Nazi und mag Verschwörungstheorien.
32 » SDAJ likes…
Klassenkampf im Krimi, der Hobbit in den Kinos
33 » Geschichte: Klassenauftrag
Wie war das noch mit der „Machtergreifung“ der Nazis?
34 » Nachspielzeit: Risikospiel
Unser Autor weiß, wer die Gewalt im Stadion anheizt.

Unsere Standortlogik

Alte Wahrheiten neu gelernt

Der Revolutionär „organisiert seinen Kampf um den Lohngroschen, um das Teewasser und um die Macht im Staat“, schreibt Bertolt Brecht. Für jede kleine Verbesserung, die hier und jetzt möglich ist, kämpfen – dabei aber nicht aus den Augen verlieren, dass eine wirkliche Lösung nur möglich ist, wenn die gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend verändert werden. Das ist unsere Aufgabe im Betrieb, in der Schule und auf der Straße. Der Kampf um die kleinen Dinge ist dabei schon so schwierig, dass man an die Macht im Staat oft gar nicht zu denken wagt. In jeder Tarifverhandlung versuchen die Unternehmer, uns zu erpressen und zu spalten. In den Kommunen gehen die Sparmaßnahmen in eine neue Runde. Das Kapital ist in der Offensive, es fällt uns schwer, auch nur die neuesten Angriffe abzuwehren – von Verbesserungen ganz zu schweigen. Ist es da nicht reine Träumerei, von einer Gesellschaft ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg zu sprechen, von einer Gesellschaft, in der die Macht nicht in den Händen einer kleinen Minderheit liegt? Die Antwort gibt das Kapital selbst. Zum Beispiel, wenn ein Antifaschist ins Gefängnis gesteckt werden soll, wie neulich in Dresden. Oder wenn, wie Ende Januar in Athen, 35 Mitglieder der klassenorientierten Gewerkschaftsfront PAME festgenommen werden und unter konstruierten Vorwürfen angeklagt werden sollen. Mit Polizeiknüppeln und Ermittlungsverfahren bringen uns die Herrschenden eine alte marxistische Wahrheit bei: Auch hier und heute müssen wir uns um die Frage kümmern, wer die Macht im Staat hat. Wir brauchen eine Bewegung, die die alltäglichen Probleme mit dem Kampf um die Lösung verbindet. Wir glauben, dass die Erfahrungen, Analysen und Vorschläge in diesem Heft dazu beitragen können.

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