Heute beteiligten sich über 1000 Schülerinnen, Schüler, Studierende und Werktätige in Mainz an der Fridays for future Demo. Wir auch. Im Folgenden dokumentieren wir den Redebeitrag eines Genossen am Hauptbahnhof. Die nächste F4F-Demo findet am 3. Mai statt.

Moin allerseits. Ich bin Thommy, Student an der JGU und politisch aktiv in der SDAJ. Ich möchte meine Rede mit ein paar Fragen beginnen: Wie lange noch müssen wir darauf warten, bis die Politik den Ernst der katastrophalen Lage der Umwelt erkennt? Wie lange noch müssen wir darauf warten, bis die Forderungen von sofortigem Kohleausstieg und kostenlosem, für alle verfügbaren ÖPNV nicht einfach nur als utopisches Dummgeschwätz abgestempelt wird, sondern gewissenhaft umgesetzt wird? Wie lange noch, bis endlich jeder einzelne den Ernst der Lage erkannt hat, und ein Ausweg aus der Klimakrise im Kapitalismus nicht zu finden ist? WIE LANGE NOCH?!
Jetzt kann man uns natürlich vorwerfen, wir haben ja keine Ahnung, was wir da tun und wovon wir reden. Man soll die Sache lieber Profis überlassen und wieder zur Schule gehen, sagte z.B. Christian Lindner. Wohlgemerkt, der Mann fährt Porsche und war Teil der Schwarz-Gelben Regierung, die dafür gestimmt hat, die Solarstromförderung zu drosseln. Sehr professionell umweltbewußtes Klimaverständnis. Aber leider vertreten viele weitere eine ähnliche Meinung.
Sicher; zu einem großen Teil sind wir alle Studenten und Schüler, ausgenommen ein paar P4F und Ältere, die sich mit uns solidarisieren. Aber uns deswegen das Recht zu verbieten, vom demokratischen Mittel des Protests, Gebrauch zu nehmen? Das ist grotesk! Schließlich beschäftigt uns dieses Thema, da auch unsere Zukunft und die unserer nachkommenden Generationen davon abhängt!
Aber das klingt doch alles so radikal, hört man oft. Gibt es denn nicht die Möglichkeit, das in gemäßigten Diskussionen zu klären? Wenn wir die Möglichkeit hätten das in Diskussionen zu klären, wäre das wunderbar. Aber das entspricht leider nicht der Realität, da im Kapitalismus nur eine kleine, nicht demokratisch legitimierte Gruppe von Firmeneigentümern entscheidet, was und zu welchen Bedingungen produziert wird. Ihre milliardenschwere Lobby ist eng mit der Politik verzahnt, während wir zwar von Politikern gelobt, unsere Forderungen aber nicht umgesetzt werden. Dabei ist es den Konzernen egal, ob sie ihr Geld mit Solarzellen oder mit Kohleverbrennung verdienen. Bei der Jagd nach den höchsten Gewinnen sucht sich das Kapital immer neue Wege, das Geld so gut wie möglich zu vermehren. Fest steht: auch wenn wir heute einen Kampf gewinnen, beispielsweise die Abschaltung aller Kohlekraftwerke oder den Ausbau des Nahverkehrsystems, werden Monopolkonzerne ständig neue Wege suchen, ihr Geld zu vermehren und dabei zwangsläufig die Umwelt zerstören, Menschen ausbeuten und Tier-und Planzenarten ausrotten. Eine Welt ohne Umweltzerstörung gibt es im Kapitalismus nicht! Dazu brauchen wir eine Gesellschaft, in der wir die Zukunft nicht der unsichtbaren Hand des Marktes überlassen, sondern die Produktion nach unseren Bedürfnissen planen – den Sozialismus!
Natürlich provozieren wir viele mit unserer Vorgehensweise. Aber gerade das wollen wir doch!
Unsere Unzufriedenheit auszudrücken, bis man sich mit uns auseinandersetzen muss, und uns nicht einfach mit einer billigen Podiumsdiskussion abwatscht!
Es ist schön zu sehen, das F4F immer mehr an Zuwachs und Solidarität bekommt – Jedoch müssen wir darauf achten, nicht einfach nur wahrgenommen zu werden, sondern auch eine relevante Stimme im Kampf gegen Erderwärmung und Umweltzerstörung zu sein!
Das wir lokal wie auch bundesweit die Demos weiterhin aufrechterhalten ist wichtig und richtig – damit müssen wir auch konsequent weitermachen! Ich gehe sogar soweit und sage: das allein reicht noch nicht! Ich fordere hiermit auf, das alle arbeitnehmenden Personen dieses Landes, egal ob Azubis, Hilfskräfte oder Vollzeitangestellte, ebenso wie wir Schule und Uni boykotieren, die Arbeit niederlegen und sich mit uns zusammen im Streik zu solidarisieren, da unsere Interessen auch die Ihren sind! (Streik in der Schule,…) Außergewöhnlich bedrohliche Umstände erfordern radikale Lösungswege – notfalls eben auch einen Generalstreik, der für mehrere Tage ganze Wirtschaftszweige lahmlegen kann.
Die Zeit ist reif. Es muss sich dringend was ändern. Laßt uns gemeinsam die Welt retten. Einen Finger kann man brechen – aber 5 Finger sind ne Faust! SYSTEM CHANGE – NOT CLIMATE CHANGE!


Solidarität mit den Streikenden im Sozial- und Erziehungsdienst!
Solidarität mit allen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst!

#streik #TVöD

Viele Kitas bleiben geschlossen – mehrere hundert Streikende bei landesweiter Kundgebung erwartet

Heute großer Kita-Streik! Auf zur Kundgebung nach Kirchheimbolanden! Wir kämpfen für 6% mehr Lohn, mindestens 200 Euro!
finde ich gut = „gefällt mir“


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