Gestern Abend gedachten wir den zwei kommunistischen Widerstandskämpfern Paul und Elvira Eisenschneider aus Fischbach/Nahe indem wir an ihrer Gedenktafel auf dem Friedhof in Fischbach rote Nelken niederlegten.

 

Paul Eisenschneider, geboren am 05.05.1901 in Fischbach, gehörte zu den Teilnehmern des Kieler Matrosenaufstandes 1918, wurde Mitglied in der USPD und trat 1922 der KPD bei, für die er zunächst im Gemeinderat saß und 1932 zum Landtagsabgeordneten gewählt wurde. Nach der Machtübertragung an die Faschisten 1933 flüchtete er zunächst ins autonome Saargebiet, wo er den Transport von KPD-Zeitungen und antifaschistischen Flugblättern ins „Reichgebiet“ organisierte. Nachdem SA und Stahlhelmeinheiten seine Ehefrau in Fischbach im März 1933 so schwer misshandelten, dass diese schwere bleibende körperliche Beeinträchtigungen erlitt, emigrierten sie, mit ihrer Tochter Elvira, in die Sowjetunion. Kurz darauf kehrte Paul Eisenschneider zurück um im Ruhrgebiet den Widerstand gegen den Hitlerfaschismus zu organisieren, wo er am 15. September 1936 in Essen verhaftet wurde. Wegen „ Vorbereitung zum Hochverrat unter erschwerenden Umständen“ wurde er zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt. Bis 1943 blieb Paul Eisenschneider im Zuchthaus Münster, danach wurde er ins KZ Mauthausen verlegt, wo er am 19. April 1944 an „Herz- und Kreislaufschwäche“ starb. Nach Aussagen von Mithäftlingen wurde er jedoch von SS-Leuten im Zementstollen des Konzentrationslagers ermordet.

Seine Tochter Elvira Eisenschneider, geboren 22.04.1924 in Fischbach, emigrierte mit ihren Eltern schon mit 12 Jahren in die Sowjetunion, wo sie in das internationale Kinderheim nach Iwanowo kam während ihre Mutter sich in die Obhut sowjetischer Ärzte bekam um ihre Verletzungen zu kurieren, welche ihr SA und Stahlhelmeinheiten 1933 zufügten. In Iwanowo wurde Elvira Eisenschneider Komsomol-Mitglied und bereitete sich für ein Studium am Literaturwissenschaftlichen Institut in Moskau vor. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion im Herbst 1941 ließ sie sich zur Sanitäterin ausbilden und gab sowjetischen Offizieren Deutschunterricht. Nach ihrem 18. Geburtstag 1942 meldete sie sich freiwillig zur Roten Armee. Nach ihrer Ausbildung zur Fallschirmspringerin und Aufklärerin übernahm sie einige Partisaneneinsäte hinter der Front. Im Sommer 1943 sprang sie hinter feindlichen Linien in Deutschland ab. Einige ihrer Funksprüche dokumentierten sogar, dass sie es sogar bis in die Pfalz geschafft habe. Jedoch wurde sie am 23. Februar 1944 im Ruhrgebiet verhaftet und kurz drauf am 23. Februar 1944 im Konzentrationslager Oranienburg erschossen.