Die Cuban 5

Bienvenido,

unsere Seite der Solidarität für die Cuban Five, auf Cuba “Los Cinco” genannt, entstand im Laufe unserer ersten Cuba-Brigade, “La Brigada de Los Cinco”. Diese und eine weitere Brigade, “Batalla de las Ideas”, sind der Höhepunkt unserer diesjährigen bundesweiten Kampagne der SDAJ “Viva Cuba Socialista – Machen wir den Kapitalismus zur Geschichte”. Auf Cuba haben wir das Bildungszentrum für revolutionäre Werte an der CUJAE, einer technischen Uni in Havanna, mit aufgebaut und zusammen mit dem Solidaritätsnetzwerk der Uni für die “Los Cinco” diese Seite erstellt.

Das Netzwerk wird auf unserer Seite in einem Interview mit dem Leiter Julián vorgestellt. Julián, der unsere Brigade Tag für Tag begleitet hat, erzählt über sein Leben und die Arbeit für “Los Cinco”.
Danach werden wir die Situation der fünf Gefangenen näher erläutern und den Prozess kurz wiedergegeben. Darauf folgen ihre Biografien und einige persönliche Briefe, die wir hier auf Cuba von den Originalen ins Deutsche übersetzen durften.

Auch die Fragen, was Cuba denn überhaupt mit uns zu tun hat und warum “Los Cinco” wichtig sind, werden wir hier beantworten.
Anhand einer kurzen Einführung in die cubanische Geschichte wird deutlich, in welcher Frontstellung sich Cuba dem US-Imperialismus gegenüber befindet. Die Auseinandersetzung zwischen dem US-Imperialismus und dem sozialistischen Cuba drückt sich in der unrechtmäßigen Inhaftierung der “Los Cinco” aus.

Ganz herzlich bedanken möchten wir uns noch bei vier Studentinnen und einem Professor des Fremdspracheninstituts von Havanna, die mit uns gemeinsam Texte für diese Internetseite vom Spanischen ins Deutsche übersetzt haben.

Viva Cuba Socialista!
Havanna, 01. August 2013

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Die Geschichte der „Antiterroristas“

Anfang der 90er begannen cubanische Agenten terroristische Gruppen in Miami zu unterwandern, deren Aktionen in Cuba über 3500 Menschen getötet und mehrere tausend Menschen verletzt haben. Die Agenten sammelten Beweise gegen diese Gruppen und gaben sie nach Havanna weiter. Aufgrund ihrer Arbeit konnten viele oft schwerbewaffnete Terroristen bei der Einreise nach Cuba festgenommen werden.

Die gesammelten Dokumente und Beweise über die Tätigkeiten der terroristischen Organisationen übergab die cubanische Regierung 1998 an das FBI. Als Folge wurden die cubanischen Agenten verhaftet, während die Terroristen unbehelligt ihre schmutzigen Vorhaben weiterverfolgen konnten. Die Agenten Gerardo Hernández, Antonio Guerrero, Ramón Labañino, Fernando González und René González landeten für 17 Monate in Isolationshaft und sitzen seitdem unter schärfsten Haftbedingungen im Gefängnis. Alle juristischen Versuche, einen fairen Prozess zu bekommen, scheiterten. Die Reststrafe von zwei Jahren von René González wurde im Sommer 2011 in drei Jahre auf Bewährung umgewandelt, in denen er die USA aber nicht verlassen darf, er muss somit noch ein Jahr länger als im ursprünglichen Urteil festgelegt auf ein Wiedersehen mit seiner Familie warten.

Die Herrschenden der USA sehen die Ermittlungen gegen die Terroristen als das Ausspionieren von Staatsgeheimnissen an – was auch eine Aussage ist! – und sperren sich gegen jeden Fortschritt in dem Fall.
Allein die internationale Solidarität wird die 5 befreien!

Nachdem praktisch alle juristischen Mittel ausgeschöpft worden sind, kann nur noch politischer Druck – internationale Solidarität helfen, die Cuban5 zu befreien. Solidarität mit den seit über 14 Jahren im Gefängnis sitzenden Cubanern geht aber weit über die Forderung für ihre Freiheit hinaus. Es geht genauso darum, Cubas Souveränität und sozialistische Gesellschaft zu verteidigen, denn eben dies haben die „5“ mit ihren Ermittlungen getan. Mit ihrer Verhaftung wird Cuba das Recht abgesprochen, sich durch kriminalistische Recherchen gegen reale Bedrohungen seiner Bevölkerung zu verteidigen, während imperialistische Länder angeblich ihre Sicherheit wahren, indem sie in anderen Ländern Bomben auf Zivilisten schmeißen.

Somit stehen die Fünf nicht nur als Symbol für die Klassenjustiz der US-amerikanischen Gerichte, sondern auch, wie Noel Carillo, Mitarbeiter des Zentralkomitees der KP Cubas sagt, für die Verteidigung Cubas: „Für die Cubaner sind die Fünf ein Vorbild im Kampf für eine bessere Welt. Wenn sie all diese Jahre den schlimmsten Bedingungen widerstehen konnten, wie werden wir dann nicht die Härte der Blockade oder der Krise überstehen? Das ist meiner Meinung nach das Wichtigste an den Fünf. Sie sind ein Motiv der Inspiration jedes Mal, wenn wir einen Brief oder eine Erklärung von ihnen hören.“

Der Stellenwert den die Cubaner diesem Fall beimessen, äußert sich auch in der Arbeit des Netzwerks für die Cuban 5 an der Polytechnischen Universität CUJAE in Havanna, das sich als symbolische Heimat der „5“ versteht und versucht, in Cuba und der Welt über den Fall zu informieren und aufzuklären. Neben einer Veranstaltungsrundreise in Deutschland im Frühjahr 2013, die ganz im Zeichen der Solidarität mit den Cuban 5 steht, haben wir das Netzwerk auch während unserer Brigaden materiell und mit unserer Arbeitskraft unterstützt und so einen Beitrag zur Befreiung der „5“ geleistet. Los Cinco Volverán!