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	<title>Ausgabe 4/2024 Archive - SDAJ</title>
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	<description>Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend</description>
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	<title>Ausgabe 4/2024 Archive - SDAJ</title>
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		<title>Werben fürs Sterben: Das Spielen mit Zukunftsängsten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Aug 2024 11:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 4/2024]]></category>
		<category><![CDATA[Nein zur Wehrpflicht!]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kriegsherde in aller Welt, steigende Preise, Spaltung der Gesellschaft: Krisen im In- und Ausland bestimmen unser Leben. In ihren groß angelegten Werbekampagnen greift die Bundeswehr die wachsende Unsicherheit unter Jugendlichen auf. „Was zählt, wenn die Welt um uns rauer wird?“, steht auf einem Plakat. Die Lösung scheint zu sein: Krisenbewältigung durch Schießen. Die Bundeswehr greift [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400">Kriegsherde in aller Welt, steigende Preise, Spaltung der Gesellschaft: Krisen im In- und Ausland bestimmen unser Leben. In ihren groß angelegten Werbekampagnen greift die Bundeswehr die wachsende Unsicherheit unter Jugendlichen auf.</p>
<p style="font-weight: 400">„Was zählt, wenn die Welt um uns rauer wird?“, steht auf einem Plakat. Die Lösung scheint zu sein: Krisenbewältigung durch Schießen. Die Bundeswehr greift nach allen Werbemitteln, um für Nachwuchs zu sorgen, und das hat sie aus der Perspektive der Herrschenden auch bitter nötig. Ständig hören wir Klagen darüber, dass die Bundeswehr unterfinanziert und als Arbeitgeber noch nicht attraktiv genug sei. Das Heer und die Politiker arbeiten Hand in Hand mit Appellen an die Bevölkerung und dem Schmieden von Plänen, um Deutschland, wenn man nach unserem</p>
<p style="font-weight: 400">Verteidigungsminister Boris Pistorius geht, wieder kriegstüchtig zu machen. Mittlerweile ist es parteiübergreifender Konsens, sich mindestens für ein verpflichtendes Dienstjahr auszusprechen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 style="font-weight: 400">Verschwiegene Wahrheiten</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400">Wenn man den Schlagzeilen einiger Zeitungen glaubt, spricht sich die große Mehrheit der Deutschen für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht aus. Sollten wir dann nicht einfach akzeptieren, dass die Kriegspropaganda zu stark war und das Beste daraus machen? Faktisch ist es richtig, dass zwei Drittel der deutschen Bevölkerung eine Wiedereinführung der Wehrpflicht wollen. Doch wenn man sich die Altersverteilung in den Umfragen anschaut, ergibt sich ein anderes Bild. Während die älteren Bevölkerungsschichten ab 30 Jahren auf den</p>
<p style="font-weight: 400">Kriegskurs setzen, ist die Stimmung unter den Jugendlichen zwischen 16 und 29 &#8211; denen, die von einem solchen Gesetzesentwurf betroffen wären &#8211; genau umgekehrt. Hier sprechen sich zwei Drittel der Befragten gegen die Rückkehr der Wehrpflicht aus. Doch davon hört man wenig.  Nichtsdestotrotz mag es überraschen, dass es überhaupt Jugendliche gibt, die sich eine Zukunft aus Drill, Waffen und Kriegsvorbereitung vorstellen können. Verständlich wird das, wenn man sich die anderen Bildungsmöglichkeiten nach der Schule anschaut. Egal ob Ausbildung oder Studium: es ist ein Balanceakt, sich zwischen dem Burn-Out in der Pflegeausbildung oder der drohenden Arbeitslosigkeit nach dem Philosophiestudium, zwischen miesen Arbeitsbedingungen in der</p>
<p style="font-weight: 400">Handwerkerausbildung und dem gnadenlosen Aussieben im Medizinstudium zu entscheiden. Perspektivlosigkeit, psychische Krankheiten und das komplette Rausfallen aus dem System werden unter Jugendlichen immer häufiger und sind ein Resultat der allgegenwärtigen Krisen eines Systems, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint. Die erfolgversprechendste Konsequenz ist es dann wohl, nach dem einfachsten Weg hin zu einem erträglichen Leben zu suchen. Die Bundeswehr weiß dieses Bedürfnis aufzugreifen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 style="font-weight: 400">Kündigung? Ein Privileg!</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400">Die Studiumsbedingungen an einer Universität der Bundeswehr klingen verlockend: von Lernen in kleinen Gruppen, strukturierten Praxisphasen und regelmäßigen Gehaltszahlungen können die meisten Studierenden ansonsten nur träumen. Es wird auf die deutschlandweite Bildungskrise gesetzt, um die Soldaten von morgen für sich zu gewinnen.</p>
<p style="font-weight: 400">Damit dies erfolgreich ist und die fertig studierten Ärzte, Musiker und Köche keine jahrelange Ausbildung genießen, um letztendlich einen Beruf in der freien Wirtschaft zu ergattern, gilt die Bedingung einer „Dienstzeit“: ein Euphemismus für eine Verpflichtung, die 13 bis 17 Jahre dauert. Verpflichtung bedeutet, sich jederzeit für Versetzungen im Bundesgebiet und für den Einsatz im Ausland bereit zu erklären. Bei einem Blick darauf, wie massiv sich die Kriegspropaganda und die Aufrüstung in den vergangenen zwei Jahren verschärft hat, wird klar, dass man sich bei einem Studiumsbeginn zum jetzigen Zeitpunkt darauf gefasst machen muss, in den nächsten Jahren in einen Krieg von noch nicht absehbaren Ausmaßen geschickt zu werden.  In einem Beruf in der freien Wirtschaft könnte man bei plötzlichen Zweifeln an seiner Tätigkeit einfach kündigen. Doch auch in dieser Hinsicht ist die Bundeswehr kein normaler Arbeitgeber. Bei Befehlsverweigerung drohen harte Strafen, die bis zu einer dreijährigen Haft reichen. Die Möglichkeit, einen offiziellen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung zu stellen, birgt viele Hürden.</p>
<p style="font-weight: 400">Neben einem tabellarischen Lebenslauf muss dem Antrag eine persönliche Darlegung der Gewissensentscheidung beiliegen, in der ausführlich und „nachvollziehbar“ erläutert wird, warum der noch verpflichtete Soldat seinen Dienst an der Waffe nur unter schwerster emotionaler Not ausführen könnte, und welche Ereignisse und Überlegungen zu der endgültigen Entscheidung geführt haben. Dass die „Nachvollziehbarkeit“ ein offizielles Kriterium ist, nach dem das verantwortliche Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben über die Gültigkeit des Antrags entscheiden darf, zeigt, dass diese Entscheidung nach subjektivem Ermessen getroffen wird. Bei einer Ablehnung des Antrags bleibt nur zu hoffen, dass ein gerichtlicher Widerspruch erfolgreicher ist. Aber auch die Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung birgt existenzielle Risiken: es besteht kein Anspruch auf Wiedereingliederungshilfen in das Berufsleben oder auf Arbeitslosengeld, sodass man sich mit Bürgergeld über Wasser halten muss. Etwaige Ausbildungskosten müssen zurückgezahlt werden.</p>
<p style="font-weight: 400">Die Bundeswehr nutzt die Perspektivlosigkeit der Jugend schamlos aus, um durch ansprechend gestaltete Werbemaßnahmen ein heroisches Bild des Wehrdienstes zu zeichnen. Die Realität zeigt, dass der Wunsch nach einer aushaltbaren Ausbildung bedeuten kann, Jahre später in Kriegsgebieten kämpfen und sterben zu müssen. Die Bundeswehr ist eben doch kein normaler Arbeitgeber. Als antimilitaristische Jugendorganisation stellen wir uns klar gegen mehrjährige Verpflichtungen, stellen uns gegen Aufrüstung und Aggression, stellen uns gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht! Weil kein Jugendlicher für die Großmachtambitionen der westlichen Staaten sterben sollte.</p>
<p style="font-weight: 400"><strong>Anna, Solingen</strong></p>
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		<title>Märchen der ausbildungsunwilligen und unausbildbaren Jugend</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2024/08/12/maerchen-der-ausbildungsunwilligen-und-unausbildbaren-jugend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Aug 2024 11:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 4/2024]]></category>
		<category><![CDATA[Unsortiert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der sogenannte „Fachkräftemangel“ und die Akademisierung (immer mehr Abiturienten, immer weniger Azubis) ist seit Jahren ein permanentes Thema. In den bürgerlichen Medien ist schnell ein Verantwortlicher gefunden: Die Jugendlichen sind faul, brauchen mehr „Bock auf Arbeit“ (Steﬀen Kampeter, Geschäftsführer Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände). Die Lösung: Rente mit 63 sei eine „Fehlleistung der Politik“, in Schulen muss [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;">Der sogenannte „Fachkräftemangel“ und die Akademisierung (immer mehr Abiturienten, immer weniger Azubis) ist seit Jahren ein permanentes Thema. In den bürgerlichen Medien ist schnell ein Verantwortlicher gefunden: Die Jugendlichen sind faul, brauchen mehr „Bock auf Arbeit“ (Steﬀen Kampeter, Geschäftsführer Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände). Die Lösung: Rente mit 63 sei eine „Fehlleistung der Politik“, in Schulen muss „Leistung eine größere Rolle spielen“. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr AbiturientInnen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 style="font-weight: 400;">Das Märchen der faulen Jugendlichen</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;">Wenn man den Medien Glauben schenkt ist die „Generation Z“ nun wirklich die Generation, die alles zerstört. Immer weniger Jugendliche würden „richtig arbeiten“ wollen, also bspw. eine betriebliche Ausbildung. Leistung wird nicht mehr geschätzt und niemand will mehr Überstunden schieben für seine „Karriere“. Und zuallererst scheint diese Geschichte einen wahren Kern zu haben: Immer mehr Jugendliche „entziehen“ sich dem Arbeitsmarkt und studieren, 1950 kamen auf 10 StudentInnen 75 Azubis, 2021 waren es nur vier(!). Außerdem gab es 2021 rund 63.000 unbesetzte Ausbildungsplätze.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 style="font-weight: 400;">Fachkräftemangel vs. Ausbildungsplatzmangel</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;">Groß in den Medien zu hören, sind Industrievertreter, die Kammern und ihre politischen Vertreter, wenn es darum geht, dass Fachkräfte fehlen. Im Jahr 2021 blieben laut Agentur für Arbeit etwa 63.176 Ausbildungsplätze unbesetzt. Auf der anderen Seite stellt die DGB-Jugend in ihrem jährlichen Ausbildungsreport von 2022 klar, dass noch mehr Jugendliche (67.818) Ende September immer noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz waren und das Angebot an Ausbildungsplätzen seit 2019 um knapp 10% gesunken ist.</p>
<p style="font-weight: 400;">Auch wenn die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze seit Jahren steigt, muss man sich fragen, woher diese Entwicklung kommt. Dabei ist es kein Zufall, dass Berufe, die im DGB-Ausbildungsreport besonders schlecht abschneiden, wie bspw. im Gastronomie- oder Handwerksbereich, auch besonders stark von mangelnden BewerberInnen betroffen sind. Ein Drittel der Azubis müssen immer noch Überstunden schieben und jeder zehnte Azubi macht häufig oder immer ausbildungsfremde Tätigkeiten. Dass gute Arbeitsbedingungen im Gegensatz dazu, zu einer erhöhten Nachfrage an einer Ausbildung führen zeigt das Beispiel eines handwerklichen Ausbildungsbetriebes am Bodensee, als dieser die 4 Tage Woche einführte.</p>
<p style="font-weight: 400;">Zudem verlangen Ausbildungsbetriebe einen immer höheren Bildungsstand, wie bei einer Analyse von Ausschreibungen deutlich wird. Nur auf ein Drittel aller Ausbildungsberufe kann man sich mit einem Hauptschulabschluss bewerben und lediglich 24,3% der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Jahr 2021 gehen auf HauptschülerInnen zurück. Denn auf einen Ausbildungsplatz, bei dem mindestens ein Hauptschulabschluss erforderlich ist, können sich immer noch RealschülerInnen oder SchülerInnen mit Hochschulzugang bewerben, die dabei deutlich bessere Chancen haben.</p>
<p style="font-weight: 400;">Vor allem kleine Betriebe können sich eine Ausbildung tatsächlich nicht mehr leisten: Der durchschnittliche Azubi kostet rund 20.000 Euro, wobei der Großteil die Ausbildungsvergütungen sind. Deswegen müssen sie „sich lohnen“, das heißt ausbildungsfremden Tätigkeiten nachgehen, und möglichst pflegeleicht sein. EinE RealschülerIn oder AbiturientIn ist meistens „einfacher“ zu unterrichten als einE HauptschülerIn, d.h. weniger AusbilderInnen, mehr eigenständige Arbeit.</p>
<p style="font-weight: 400;">Und trotzdem sind viel Auszubildende weiterhin auf Unterstützung ihrer Eltern angewiesen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 style="font-weight: 400;">Die Akademisierung</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;">Immer mehr ehemalige Ausbildungsberufe werden zu Studienfächern, beispielsweise der Beruf der Hebamme. Gerade auch im Bereich der Sozialen Arbeit wurde über viele Jahrzehnte immer mehr an die Uni verlagert, während man in der Nachkriegszeit noch einen klassischen Ausbildungsberuf hatte. Der Anstieg an dualen Studienfächern wie bspw. Wirtschaftsinformatik oder Mechatronik ist ein klarer Ersatz für betrieblichen Ausbildungen wie FachinformatikerIn oder dem MechatronikerIn.</p>
<p style="font-weight: 400;">Von 2014 bis 2019 gab es 17.3% mehr angebotene Studienfächer an deutschen Universitäten, und von 2014 bis 2023 rund eine halbe Million Studierende mehr, ein Zuwachs von 8%.</p>
<p style="font-weight: 400;">Es handelt sich dabei um eine Kostenverschiebung: Anstelle der Unternehmen zahlen also wir über unsere Steuern für die Qualifikation der gesuchten Fachkräfte. Die Unternehmen können sich ihre qualifizierten ArbeiterInnen direkt von der Uni abholen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 style="font-weight: 400;">Ausbildung: Ein Widerspruch der Klasseninteressen</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;">Wir sehen also: Das Problem der Akademisierung, der mangelnden Ausbildungsplätze und des „Fachkräftemangels“ ist ein typischer Klassenwiderspruch: Auf der einen Seite braucht das Kapital eine Hand voll hochspezialisierte Fachkräfte, um sich im internationalen Konkurrenzkampf zu behaupten. Auf der anderen Seite möchten die Konzerne ihre Ausbildungskosten so gering wie möglich halten und möglichst schnell Profit aus ihren Azubis rausquetschen. Das betrifft vor allem Berufe, die nicht zu diesem Konkurrenzkampf um technischen Fortschritt beitragen und so zu prekären Beschäftigungsverhältnissen neigen, wie bspw. die Pflege oder der Einzelhandel.</p>
<p style="font-weight: 400;">Zusammenfassend kann man also sagen, dass die guten Ausbildungsplätze Schülern mit Hochschulzugang vorbehalten werden. Außerdem bereitet die mediale Kampagne vom Fachkräftemangel einem Abbau von Stellen und Ausbildungsplätzen den ideologischen Boden.</p>
<p style="font-weight: 400;">Für uns Jugend hat eine Berufsausbildung den Zweck Fähigkeiten zu erlernen mit denen wir ein aktiver Teil im gesellschaftlichen Produktionsprozess werden, eine für die Gesellschaft sinnvolle Rolle erfüllen und sie nach unseren Interessen zu verändern. Dazu gehört eine allgemein qualifizierende Ausbildung, die uns beruflich genauso wie persönlich fördert. Die Spezialisierung der Ausbildung je nach Betrieb und der Fokus der Betriebe ArbeiterInnen nur nach ihren Bedürfnissen heranzuzüchten, ist nicht in unserem Interesse.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>W wie Wehrpflicht</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2024/08/07/w-wie-wehrpflicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Aug 2024 11:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 4/2024]]></category>
		<category><![CDATA[Nein zur Wehrpflicht!]]></category>
		<category><![CDATA[Unsortiert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Es war ein Fehler, die Wehrpflicht auszusetzen.“ So bereitete Kriegsminister Boris Pistorius schon bei seinem Amtsantritt die nun laufende Debatte über die Wiedereinführung genau dieser Wehrpflicht vor. Aber warum kommt diese Debatte  eigentlich gerade jetzt auf und um welche Interessen geht es da eigentlich? &#160; Warum wurde die Wehrpflicht ausgesetzt? &#160; Das geschah zum 1. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400">„Es war ein Fehler, die Wehrpflicht auszusetzen.“ So bereitete Kriegsminister Boris Pistorius schon bei seinem Amtsantritt die nun laufende Debatte über die Wiedereinführung genau dieser Wehrpflicht vor. Aber warum kommt diese Debatte  eigentlich gerade jetzt auf und um welche Interessen geht es da eigentlich?</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Warum wurde die Wehrpflicht ausgesetzt?</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das geschah zum 1. Juli 2011 und ging damals einher mit einer grundlegenden Veränderung im Aufgabenbereich und im Charakter der Bundeswehr. So stieg die Anzahl der Auslandseinsätze der Bundeswehr ab 1990 stark an. Die Bundeswehr entwickelte sich hin zu einer globalen Eingreiftruppe, die stets in der Lage sein sollte, die Interessen der deutschen Wirtschaft auf dem ganzen Globus abzusichern. So wie es auch in den grundlegenden Strategiepapieren der Bundeswehr beschrieben wird. Dafür benötigt sie aber vor allem gut ausgebildete, erfahrene Berufssoldaten anstelle von Wehrpflichtigen. Daher nahm die Anzahl der tatsächlich Eingezogenen auch schon lang vor der letztendlichen Aussetzung der Wehrpflicht konstant ab. Mit der Aussetzung sollte dann endgültig der Übergang zur Berufsarmee vollzogen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Warum kommt sie dann zurück?</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400">Mit den Ambitionen Deutschlands, erneut zur Weltmacht aufzusteigen, verändern sich auch die Anforderungen an die Bundeswehr. Aktuell bedeutet das vor allem, sich eine Führungsrolle in der NATO innerhalb Europas zu sichern. Das ließ sich gut an Deutschlands Rolle beim vergangenen Defender-Manöver erkennen. So galt Deutschland da bereits als „logistische Drehscheibe“ der NATO, aber auch die direkte militärische Position soll ausgebaut werden.</p>
<p style="font-weight: 400">Während dafür laut Verteidigungsministerium mindestens 203.000, aber eher 240.000 SoldatInnen benötigt werden, sind die Zahlen der Bundeswehr allerdings rückläufig. Denn trotz aggressiver Werbung auf Social Media und immer häufigeren Auftritten an Schulen bleibt das Sterben eine schlechte Berufsperspektive. Mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht sollen dabei zwei Dinge erreicht werden: Die Bundeswehr soll in der Gesellschaft normalisiert werden und mehr Jugendliche sollen mit ihr in Kontakt kommen. Davon erhofft man sich zum einen mehr gesellschaftliche Akzeptanz für die Militarisierung, aber auch, dass mehr junge Menschen sich danach für den Dienst in der Bundeswehr entscheiden. Es geht also nicht um einen Schritt weg von einer Berufsarmee, sondern um eine effektivere Rekrutierung und mehr Akzeptanz für diese Armee.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 style="font-weight: 400">Die neue Wehrpflicht</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400">Am 12. Juli hat Boris Pistorius nun ein neues Konzept für die Umsetzung der Wehrpflicht vorgelegt. Konkret soll es jetzt einen für alle jungen Männer verpflichtenden Fragebogen geben, den sie mit dem 18 bekommen und ausfüllen müssen.  Wer danach zur Musterung eingeladen wird, muss auch daran verpflichtend teilnehmen. Einen Fragebogen für junge Frauen soll es ebenfalls geben; dieser soll allerdings, zumindest fürs Erste, nicht verpflichtend sein. Die Entscheidung für den Wehrdienst bleibt momentan weiterhin für alle freiwillig; um die Anzahl der Rekruten trotzdem zu erhöhen, soll es dafür verschiedene Prämien geben, falls sich für eine Verpflichtung entschieden wird. Zum Beispiel der Führerschein, der von der Bundeswehr bezahlt werden könnte, wurde von Pistorius erwähnt.</p>
<p style="font-weight: 400">Man geht mit diesem Modell davon aus, dass sich so aus 400.000 jungen Männern etwa 40.000 Musterungen ergeben, von denen dann am Ende 5.000 verpflichtet werden sollen. Ob damit langfristig die Personalprobleme der Bundeswehr gelöst werden können, bleicht fragwürdig, die Debatte wird also vermutlich weitergehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 style="font-weight: 400">Wie geht es weiter?</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400">Genau vorherzusagen, was passiert, ist natürlich schwierig, die Umsetzung des vorgelegten Konzeptes ist allerdings wahrscheinlich. Immerhin werden die Gegenstimmen zu einer Wehrpflicht in den Reihen der bürgerlichen Demokraten immer leiser. Stattdessen ist schon erste Kritik zu vernehmen, dass der Entwurf nicht weit genug geht. So gibt es Stimmen aus der CDU, die sowohl die fehlende Verpflichtung zum Wehrdienst als auch die fehlende Verpflichtung von Frauen kritisieren. Pistorius selbst kündigt ebenfalls an, dass er die Diskussionen um eine allgemeine Wehrpflicht sowie die Ausdehnung der Wehrpflicht auf junge Frauen für nötig halte. Das scheint er aber zumindest momentan noch nicht durchsetzen zu können.</p>
<p style="font-weight: 400">All das lässt vermuten, dass das Kapitel Wehrpflicht hiermit nicht abgeschlossen ist und es sich eher um eine schrittweise Wiedereinführung handelt. Vorteile davon könnten zum einen die möglicherweise geringere Empörung sein, aber auch die Möglichkeit der Bundeswehr, ihre Strukturen anzupassen. Momentan würden für eine größere Menge an Rekruten schlicht die Ausbilder fehlen.</p>
<h2></h2>
<h2 style="font-weight: 400">Was heißt das für uns?</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400">Unabhängig vom jeweiligen Modell ist die Wiedereinführung der Wehrpflicht gegen unsere Interessen. Denn die Bundeswehr ist kein normaler Arbeitgeber. So sind Mobbing, Rassismus, Sexismus und sogar sexuelle Übergriffe bei der Bundeswehr keine Seltenheit. Etwa die Hälfte der Soldatinnen berichtet davon, Opfer von sexueller Belästigung geworden zu sein; ebenso ist Missbrauch und Erniedrigung von Männern, auch durch Vorgesetzte, keine Seltenheit.<br />
Doch damit nicht genug, bei der Bundeswehr zu arbeiten heißt auf das Töten und Sterben im Krieg abgerichtet zu werden; durch Disziplin und Drill wird man zu Befehlsgehorsam gezwungen; da bleibt für Persönlichkeitsentwicklung kein Platz.<br />
Hat man dann all das hinter sich, bleibt die eigentliche Aufgabe, der Einsatz als Soldat und damit stets die Gefahr zu sterben. Wie oben bereits erwähnt haben die Auslandseinsätze der Bundeswehr nichts mit Verteidigung zu tun, wie es uns immer wieder vorgelogen wird. Die Bundeswehr soll eine globale Eingreiftruppe sein, die überall auf dem Globus deutsche Wirtschaftsinteressen durchsetzen kann und damit überall auf dem Globus unser Leben diesen Interessen zu opfern bereit ist.<br />
Das lassen wir nicht zu! Deswegen werdet aktiv gegen die Wehrpflicht und die Bundeswehr bei euch vor Ort!</p>
<p style="font-weight: 400"><strong>Lukas, Darmstadt</strong></p>
<p style="font-weight: 400">
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2024/08/07/w-wie-wehrpflicht/">W wie Wehrpflicht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Dem Siedlerregime in den Rücken fallen</title>
		<link>https://www.sdaj.org/2024/07/28/dem-siedlerregime-in-den-ruecken-fallen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sdaj]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Jul 2024 13:47:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 4/2024]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum Protest in Israel gegen die ultrarechte Regierung Netanjahu Anlässlich der zahlreichen Demonstrationen in Israel und des internationalen Protests gegen den Völkermord in Palästina sprach POSITION mit Layana Khoury über die Wahrnehmung des Genozids und den fortschrittlichen Protest gegen die israelische, ultrarechte Siedlerregierung. Layana Khoury ist 27 Jahre alt, lebt in Haifa und ist Redakteurin [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sdaj.org/2024/07/28/dem-siedlerregime-in-den-ruecken-fallen/">Dem Siedlerregime in den Rücken fallen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sdaj.org">SDAJ</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;"><strong>Zum Protest in Israel gegen die ultrarechte Regierung Netanjahu</strong></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>Anlässlich der zahlreichen Demonstrationen in Israel und des internationalen Protests gegen den Völkermord in Palästina sprach POSITION mit Layana Khoury über die Wahrnehmung des Genozids und den fortschrittlichen Protest gegen die israelische, ultrarechte Siedlerregierung. </em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>Layana Khoury ist 27 Jahre alt, lebt in Haifa und ist Redakteurin der Zeitung „Al-Ittihad“ der Kommunistischen Partei Israels (Maki). Sie war internationale Sekretärin der Young Communist League of Israel (YCLI).</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong><em> </em></strong></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>POSITION: Layana, du bist Kommunistin in Israel und Mitglied der Young Communist League. Wie wird die kommunistische Jugend gerade in Israel wahrgenommen? Wie reagiert die israelische Gesellschaft auf euch? </strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Layana: Wir als kommunistische Jugend fordern einen sofortigen Waffenstillstand in Gaza und den Wiederaufbau des Gaza-Streifens, der Opfer der brutalen Aggressionen der letzten acht Monate ist. Die rechte Siedler-Regierung (Israels, Anm. d. Red.) und ihre Waffen unterdrücken jede Stimme, die sich gegen die Weiterführung der Aggressionen ausspricht, während sie den Sprachrohren des Faschismus freie Bahn lässt um Rassismus und Hass in Israel zu streuen.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Wie wird die Offensive gegen Rafah aktuell von der israelischen Öffentlichkeit wahrgenommen? </strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Layana: Leider fügt sich die Mehrheit der israelischen Bevölkerung der Behauptungen, mit denen die Besatzungsregierung die Invasion von Rafah rechtfertigt und schert sich nicht um die Ermordung Unschuldiger, die Zerstörung und die brutale humanitäre Krise in Gaza. Doch wir, die wirklichen Linken, die sich gegen Besatzung, die Siedlungspolitik und Rassismus stellen, bleiben standhaft, auch wenn wir eine Minderheit sind. Wir betrachten die Invasion von Rafah als weitere Eskalation der humanitären Katastrophe, die es unwahrscheinlich macht, dass es zu einem Waffenstillstand kommt.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Welche Rolle spielt die YCL im Widerstand gegen die Kriegspolitik der israelischen Regierung? Wie wird die Opposition wahrgenommen, wie organisiert sie sich und aus welchen Kräften besteht sie? </strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Layana: Die kommunistische Jugend und die Anti-Besatzungs-Kräfte organisieren den Protest in zahlreichen Städten und Ortschaften. Darüber hinaus sind Mitglieder der kommunistischen Jugend Teil der Anti-Kriegs- und Anti-Aggressionsbewegungen in den Universitäten. Die Polizeirepressionen, die sich gegen Antikriegs-Demonstrationen, die Äußerung von Slogans gegen die Aggression und das Töten und sogar gegen das Hissen der palästinensischen Flagge als Ausdruck der Solidarität mit dem palästinensischen Volk richten, können nicht verhindern, dass sich AktivistInnen allen Solidaritätsversammlungen mit dem palästinensischen Volk und gegen die fortdauernde Aggression sowie die Siedlerregierung anschließen. Seit Beginn der Aggression hat die israelische Polizei in großem Umfang ungerechtfertigte Verhaftungswellen gegen arabische wie jüdische AktivistInnen gestartet, die sich gegen die Besatzung aussprachen und im gleichen Zuge haben die Exmatrikulation einer großen Zahl von StudentInnen wie ProfessorInnen, politisch motivierte Kündigungen und weitere Drohungen stattgefunden. Dies alles natürlich zusätzlich zu den ohnehin stattfindenden „administrative detentions“ (gemeint ist die Internierung von Menschen ohne oder mit unfairen Verfahren, Anm. d. Red.) von vielen jungen arabischen AktivistInnen. Es muss hier hervorgehoben werden, dass viele Mitglieder der kommunistischen Jugend, die nach dem Gesetz Wehrdienst in der Besatzungsarmee zu leisten haben, diesen Dienst verweigern und deshalb zu mehreren Monaten Haft in Militärgefängnissen verurteilt wurden, einfach nur weil sie sich weigerten Teil der Besatzungsarmee zu sein.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Nehmen die Repressionen gegen kritische Stimmen in Israel zu? Wie äußern sich diese? </strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Layana: Wir nehmen einen bemerkenswerten Anstieg der Zahl Derjenigen wahr, die sich gegen Krieg aussprechen, und das trotz der Polizeigewalt gegen DemonstrantInnen, Einschüchterungsversuche und die Verfolgung von AktivistInnen. Trotz alledem, die Tragik der Situation und die humanitäre Katastrophe bewegten Viele dazu aktiv zu werden und sie ich die aktuellen Proteste einzubringen.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Wie wird der internationale, palästinasolidarische Protest in der israelischen Öffentlichkeit wahrgenommen? </strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Layana: Die Mehrheit der israelischen Gesellschaft ist empfänglich für die Behauptungen und Rechtfertigungen der Regierung, die behaupten, dass Solidarität mit Palästina „antisemitisch“ sei. Aber natürlich sieht die Antikriegs-Linke die großen Demonstrationen und vor Allem den Mut der Studierenden und DozentInnen, die sich selbigen anschlossen. Wir grüßen alle Demonstrationen der Welt, die die Botschaft von Frieden und Freiheit verbreiten und sich gegen die Aggression, das Töten und die Vertreibung richten. Diese Demonstrationen zu sehen macht uns Mut, besonders weil sie auch unsre Botschaft verbreiten. Dazu kommt, dass diese Demonstrationen ein klarer Beweis dafür sind, dass die palästinensische Frage eine reale, internationale, humanitäre und politische Frage ist, die alle AntiimperialistInnen überall auf der Welt angeht.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Das Interview führte Max, Solingen</strong></p>
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<p>Bild: Die jährliche Kundgebung der kommunistischen Partei von Israel und der Hadash-Partei in Tel Aviv 2023 gegen die Besatzung (Foto: Zo Haderech)</p>
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		<title>Ausbeutung &#8211; Nach der Schule alles scheiße?</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Jul 2024 22:30:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 4/2024]]></category>
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