POSITION #1/2018

Kampfgeist statt Kampfeinsatz

Tagespolitik ist eine trockene Angelegenheit, weil sie keine Überraschungen bietet. Großes Spektakel Bundestagswahl, monatelange Sondierungen und Verhandlungen und am Ende bleibt alles beim Alten: Noch einmal vier Jahre große Koalition, weiterhin Sozialabbau und Politik für die Banken und Konzerne. Bleibt wirklich alles beim Alten? Nein. Mit der AfD gibt es Druck von rechts und Unzufriedenheit von unten. Die Antwort der Politik: Mehr Ordnung und markantere Sprüche. Die notwendige Lösung: Frieden, Arbeit und Solidarität. Doch davon sind wir weit entfernt. Hoffnung geben da die tausenden KollegInnen, die im Rahmen der Arbeitskampfmaßnahmen in der Metall-und-Elektro-Industrie oder im öffentlichen Dienst auf die Straße gehen. Sie zeigen, dass wir gemeinsame soziale und politische Interessen haben, die wir auch gemeinsam durchsetzen müssen. Dabei spielt es keine Rolle, wo wir herkommen und wie wir aussehen. Solange man nicht davon profitiert, dass andere für einen arbeiten – solange man also nicht zu den Ausbeutern gehört – hat man genug Gründe sich für eine bessere Welt einzusetzen. Richtig ist: Dafür gerät man schnell ins Fadenkreuz der Eliten, in Deutschland wird die Überwachung von politisch Andersdenkenden verschärft und es werden wieder Berufsverbote verhängt. Zeitgleich werden Waffenexporte gesteigert, Rüstungsausgaben angehoben und mit antisozialen und ausländerfeindlichen Maßnahmen weiterer Nährboden für Rassismus und Spaltung geschaffen. Es liegt an uns selber, ob wir uns ausspielen lassen oder zum Gegenangriff blasen. Denn es ist Zeit für mehr Rot auf den Straßen, also ran an die Klasse! Wir wollen mit diesem Heft einen Beitrag dazu leisten.

Euer Zeitungskollektiv

 

« Zur Archivübersicht