DDR-Broschüre

VERGANGEN UND VERGESSEN?

Die DDR ist Vergangenheit. Soviel steht fest. Der 9. November, der Fall der Berliner Mauer, jährt sich 2014 zum 25. Mal. 2015 ist der 03. Oktober, der „Tag der deutschen Einheit,“ an der Reihe. Eine ganze Generation ist herangewachsen, für die die DDR bloß noch Geschichte ist. Vergangen und vergessen? Auch 25 Jahre später gibt es noch Unterschiede zwischen Ost und West, vom niedrigeren Lohn, bis zum (noch) besseren Angebot an Krippenplätzen. Und auch Politik, Medien und Schule sorgen dafür, dass die DDR nicht vergessen wird. Ein „Unrechtsstaat“ soll die DDR gewesen sein und freuen sollen wir uns, in der so freiheitlichen Bundesrepublik aufgewachsen zu sein.

Da wollen wir mit dieser Broschüre nochmal genauer hinschauen. Dabei interessieren uns nicht nur die großen Daten, an die immer wieder erinnert wird. Uns interessiert auch, was eigentlich zwischen diesen Daten passiert ist, wie die Menschen in der DDR gelebt und gearbeitet haben und wir wollen auch die großen Ereignisse aus diesen gesellschaftlichen Verhältnissen heraus verstehen lernen.

Aber sollte ein sozialistischer Jugendverband sich nicht lieber um das kümmern, was für Jugendliche heute wichtig ist? Keine Ausbildungsplätze, keine Übernahme, Leiharbeit und Befristung, miese Vergütungen, Lernstress und zu große Klassen. Von Kriegen, Nazis und Rassismus ganz zu schweigen.

Aber genau deswegen beschäftigen wir uns mit der DDR. All diese Kämpfe, die wir heute führen müssen, bleiben Flickwerk, wenn sie keine gemeinsame Perspektive haben. Diese Perspektive ist für uns der Sozialismus. Damit wir diese Alternative zum Kapitalismus vergessen, wird auf die DDR eingeschlagen. Gerade darum haben wir allen Grund, uns der DDR mal aus unserer Sichtweise anzunehmen.

Die Broschüre kannst du bei isuu als PDF lesen, im UZ-Shop für 1€ als gedrucktes Heft kaufen oder hier im Volltext lesen.

Der Lügenberg

Unrechtsstaat, Totalüberwachung und Stasiknast für jeden falschen Gedanken: Das soll sie gewesen sein, die DDR. So wird es in Schulen und Medien gepredigt. Sieht man genauer nach, wird klar: Wenn es um die DDR geht, ist den Herrschenden keine Unterstellung zu platt, keine Lüge zu durchschaubar. Aber warum machen die sich die Mühe eigentlich und wie war es wirklich? Antworten gibt’s auf den Seiten 4 bis 13.

Auf die eigene Kraft vertrauend

In der DDR gab es keine Arbeitslosigkeit, das Schulsystem war besser und die Leute waren netter zueinander. So denken viele ehemalige DDR-BürgerInnen. Bloß Ostalgie, oder was steckt dahinter? Wie lebte es sich im Arbeiter-und-Bauern-Staat? Vom Ende der Konkurrenz bis zur planmäßigen Befriedigung der Bedürfnisse: Der Sozialismus verändert alles. Wie das ausgesehen hat, lest ihr auf den Seiten 14 bis 23.

  • S.14 Einleitung:
    Unbegreiflich? Unsere Autorin versteht ganz gut, wieso ihre Mutter ein positives Bild von der DDR hat.
  • S.15 Der ganz normale Aufstieg:
    Ein Staat der Arbeiter und Bauern – was heißt denn das? Zum Beispiel, dass man dem Vorgesetzten eins überbraten kann – und, dass man es besser weiß.
  • S.20 Nachgefragt:
    Hat sich gelohnt. In der DDR gab es Bildung und soziale Sicherheit für alle – und noch mehr.
  • S.22 Theorie:
    Keine Marionetten. Für Joachim Gauck gibt es keine Freiheit im Kommunismus. Waren die Menschen in der DDR nur Marionetten des Politbüros?
  • S.23 Tipps zum Weiterlesen

Der Ausverkauf

Friedliche Revolution, Wende, Wiedervereinigung. Die offizielle Geschichtsschreibung hat viele Namen für das Ende der DDR und das deutsche Kapital hatte ebenso viele Gründe zum Feiern als Schluss war mit dem Sozialismus auf deutschem Boden. Für die Menschen, die in der DDR gelebt und gearbeitet haben, stellte sich allerdings bald heraus, dass es keinen Grund zum Feiern gegeben hat. Was ist 1989/90 passiert? Mehr dazu auf den Seiten 24 bis 29.

  • S.24 Einleitung:
    Verkohlt. Bundeskanzler Kohl versprach blühende Landschaften für den Osten. Unsere Autorin kann sich immer noch darüber aufregen.
  • S.25 Nachgefragt:
    Ist das die Freiheit? Geschenke für‘s Kapital und Entlassungen ganzer Belegschaften
  • S.27 Theorie:
    „Nicht schämen“ – Patrik Köbele über die Gründe für das Ende der DDR – und was es daraus zu lernen gibt.
  • S.29 Tipps zum weiterlesen

Der Sozialismus – unsere Zukunft

Sozialismus vorbei, das war‘s – oder kommt da noch was? Die Niederlage der sozialistischen Staaten in Europa bedeutet nicht das Ende der Geschichte und auch kein Ende des Sozialismus als historischer Alternative zum Kapitalismus. Warum wir die Erfahrungen der DDR beim Aufbau des Sozialismus brauchen und warum wir heute für den Sozialismus kämpfen müssen, erfahrt ihr auf den Seiten 31 bis 34.