Klassenkampf im Klassenzimmer

Gemeinsam für bessere Lernbedingungen

In Kassels Schulen ist die Lage nicht anders, als man sie vom deutschen Bildungssystem kennt. Aufgrund von Profitlogik haben die Schulen, was den baulichen Zustand, die Lehrerversorgung und die Mitsprache der Schülervertretung (SV) angeht, sehr schlechte Karten und das soll auch weiterhin so bleiben. In Kassel herrscht zwar ein Sanierungsstau von 144 Mio. Euro, trotzdem sind nach bisheriger Planung nur 2,7 Mio. Euro im Haushalt für 2018 enthalten. Dazu kommen zwar noch Fördergelder für Sanierungen vom Bund und Land, welche aber zu ca. 39% für die Sanierung des Kasseler Rathauses ausgegeben werden.

Weil wir uns das nicht gefallen lassen dürfen, haben wir als SDAJ mit SVen, der GEW und anderen politischen Jugendorganisationen ein Bündnis ins Leben gerufen, welches einen höheren Teilhaushalt für Sanierungen als konkretes Ziel hat. Unser Protest richtet sich also in erster Linie an die Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung, da wir, um die Bildungsbewegung wieder aus der Versenkung zu holen, einen gewinnbaren Kampf führen wollten. Jedoch fordert das Bündnis auch mehr Lehrstellen und eine wirkliche „Lehrmittelfreiheit“. Dass wir beides nicht haben, ist eindeutig der Landes- und Bundespolitik zu verschulden. So haben wir innerhalb der ersten vier Schulwochen mit schon sieben verschiedenen Schulen eine Kundgebung vor dem Kasseler Rathaus veranstaltet, welche direkten Erfolg gezeigt hat: Im Rathaus hat unser Protest für Unruhe gesorgt und der Oberbürgermeister höchstpersönlich hat uns ein Gespräch angeboten.Wir werden uns jedoch nichts vorschwatzen lassen und weiter ungemütlich werden bis wir unser Ziel erreichen!

David, Kassel (11. Klasse)

 

Miese Zustände, über die nicht berichtet werden darf

Unserer Schule geht es nicht sehr gut. Es regnet teilweise durch die Decke und letztes Jahr mussten alle Metallsäulen der Außengänge einbetoniert wurden, damit sie uns SchülerInnen nicht auf den Kopf fallen. Dabei ist Bayern das reichste Bundesland der BRD, Geld für eine ordentliche Schule sollte also da sein. Seit einigen Jahren wird die Schule neu geführt und danach wurde die alte Ganztagesbetreuungsbelegschaft rausgeworfen und durch eine neue, billigere Belegschaft ersetzt. Den Schülern passt die neue Ganztagesbetreuung, inklusive neuer, strengerer Regeln, gar nicht. Als Schülerzeitungsredaktion durften wir auch nichts zu dieser Thematik oder allgemein kritische Artikel schreiben. Bei jeder Ausgabe wurden wir ins Direktorat gerufen.

Gegen die verwahrlosten Toiletten wird allerdings etwas getan, von Schülern und aus den Geldern einer Lehrerin. Und damit stehen wir in Bamberg noch mit am besten da, immerhin sind wir ein Gymnasium. Die Gelder für all die Reparaturen werden wir wahrscheinlich in ein paar Jahren bekommen, im Gegensatz zu unseren Hauptschulen, an die wohl in absehbarer Zeit kein staatliches Geld fließen wird. Deshalb müssen Schülercafés die Gelder für Kleinigkeiten, beispielsweise die Reparatur einer einzigen Toilettenkabine, eintreiben.

Philipp, Bamberg (11. Klasse)