Zu wenig Azubi-Vergütung

Nah an der Materie. Foto by RaSeLaSeD - Il Pinguino (CC BY-NC 2.0)
Nah an der Materie. Foto by RaSeLaSeD – Il Pinguino (CC BY-NC 2.0)

Tim, Ex-Azubi zum Elektroniker für Geräte und Systeme, aus Göttingen:

„Meine Ausbildung habe ich bei PAIRAN begonnen, einem mittelständischen Betrieb mit ca. 150 Leuten, der Wechselrichter für Photovoltaikanlagen produzierte. Mittlerweile ist dieser Betrieb allerdings pleite.
Wir Azubis wurden völlig unterbezahlt. Für PAIRAN galt der Flächentarifvertrag nicht, ergo hatten wir keinen Anspruch auf Tariflohn und die entsprechende Azubi-Vergütung. Trotzdem müsste das Unternehmen mindestens die gesetzlich festgelegten 80% des Tarifs bezahlen, sonst gelten die Löhne als sittenwidrig. Aber statt bei 80% vom flächendeckend geltenden Tarifvertrag lag unsere Vergütung nur bei 50%! Wir haben als Jugend- und Auszubildendenvertretung gemeinsam mit dem Betriebsrat mehrfach Gespräche mit der Geschäftsleitung geführt. Immer wieder wurden unsere Forderungen abgeblockt. Wir haben dann unsere Gewerkschaft, die IG-Metall, dazu geholt: Als wir die Gewerkschaft im Rücken hatten, lenkte die Geschäftsleitung sofort ein und es ging ganz schnell mit der richtigen Bezahlung. Ein Problem war dann nur die Nachzahlung für die Monate, in denen wir zu wenig Vergütung bekommen hatten. Wir handelten für jeden Monat 60 € aus, die innerhalb von zwei Monaten ausgezahlt werden sollten. Eine Hälfte haben wir bekommen, die zweite Hälfte der Rückzahlung allerdings nicht – bis heute haben wir diesen Teil unserer Vergütung nicht erhalten. Gleichzeitig wurden Unsummen für Firmenwagen, teure Hotels und sonstige Spesen für Geschäftsführung und Management ausgegeben.“